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Schreibwettbewerb-Sieger: "Gruselgeschichten"

Crazycat verrät in ihrer Siegergeschichte "Die Erlösung", wie man seinen verwunschenen Dachboden gespensterfrei bekommt. Ganz ohne die Ghostbusters zu rufen.

Außerdem hat diesmal die Redaktion eine weitere Siegerin gekürt: Das Gedicht "Allein zu Hause" von Louisa hat uns erst zum Schmunzeln gebracht. Und dann mussten wir laut Lachen, als sich der "Überweisungsscheck" so perfekt auf den "Kinderschreck" reimte!


Allein zu Hause

Ojeoje, ojemine. Was knarzt da unterm Bett?
Ein großes Gespenst, so fett,
dass es will etwa ein Büfett?
Was raschelt denn hier hinterm Schrank?
Die Katze einer Hexe.
Sie schleicht sich hin und her,
und hinterlässt nur Kleckse!
Was schleicht sich da ums Eck?
Ein böser, großer Kinderschreck.
Er will 'nen Überweisungsscheck,
dass Mama denkt ich klaue!
Ach wär die gute Mutter hier,
hätt ich nicht Angst vor dem Vampir,
im Film den ich sehe.
Draußen tobt das Unwetter,
ich bekomm hier richtig Angst!
Schritte höre ich im Flur,
Oh nein! Hilfe!, denk ich nur.
Ein Kichern - he, das kenn ich doch,
Angst hab ich trotzdem noch.
Jetzt wieder dieser hohe Ton -
"Marianne! Schläfst du schon?"
Ojemine, ojeoje: Davor rannte ich davon!


 (Foto von: dt03mbb/Vetta/Getty Images)
© dt03mbb/Vetta/Getty Images
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Die Erlösung

Jana guckte aus dem Fenster des Autos auf die Straße. Es regnete. Ganz anders als bei ihrem alten zu Hause. Da schien fast immer die Sonne. Bei ihrem alten zu Hause hatte Jana sich wohlgefühlt, sie hatte Freunde und einen riesigen Garten. Sie hatte keine Ahnung warum ihre Mutter also umziehen wollte.
"Schatz, das wird ganz toll!" rief ihre Mutter vom Fahrersitz.
"Ja, ja", murmelte Jana. "Regen und ein altes Haus zum wohnen – wie toll!"
"Das ist nicht einfach nur ein Haus, Jana", meinte ihre Mutter. "Das ist fast schon ein kleines Schloss! Ich bin mir sicher es wird dir dort gefallen!"
"Da bin ich mir nicht so sicher", dachte Jana. Regen und ein steinaltes "Schloss", das war ja echt toll!

Gerade fuhren sie an einem Ortsschild vorbei. Münsdorf stand darauf. "Wir sind da", quietschte ihre Mutter fröhlich. Und einige Straßen später tauchte auch schon das besagte "Schloss" auf. Gerade schlug ein Blitz ein.
"Das muss es sein!" sagte ihre Mutter die sich auch von einem Gewitter und einem alten unheimlichen Schloss nicht die Laune verderben ließ.
"Na dann lass uns mal reingehen", sagte Janas Mama, die übrigens Isabell hieß.
Jana schleppte ihre Umzugskartons ins Haus. "Wo ist denn mein Zimmer?" fragte sie.
"Auf dem Dachboden!" erwiderte ihre Mutter.
Jana war sonst eigentlich nicht besonders ängstlich, doch in so einem alten unheimlichen Schloss alleine auf dem Dachboden zu wohnen, das fand Jana nun doch nicht so toll.
"Auf dem Dachboden?!" fragte Jana. "Meinst du das ernst?"
"Natürlich Jana!" sagte ihre Mutter. "Oder fürchtest du dich etwa?"
Gerade wollte Jana "Ja!" sagen, doch dann dachte sie, wenn sie DAS jetzt sagen würde, würde sich Isabell noch lange darüber lustig machen. Also nahm sie nur murrend ihre Kartons und schleppte sie auf den Dachboden. Auf dem Dachboden hingen Spinnweben und Staub bedeckte die Fenster, sodass nur fahles Licht in den Raum fiel. Der Fußboden war ebenfalls mit Staub bedeckt und Jana sah ihre Fußspuren auf dem Boden. Dahinten stand sogar ein Bett. Da sollte sie also drin schlafen. Das Bett sah eigentlich sogar recht hübsch aus, aber wer weiß wer da schon einmal drin geschlafen hatte. Jana lief eine Gänsehaut über den Rücken. Schnell stellte sie die Kartons ab und lief wieder nach unten.
"Und, wie ist es da oben?" fragte ihre Mutter.
"Schon ein bisschen unheimlich." gab Jana zu.
"Du Mama, darf ich mal ein bisschen im Dorf herumlaufen?"
"Na gut", seuftzte Isabell. "Aber zum Abendessen bist du wieder da!" mahnte sie.
"Jahaa", stöhnte Jana und lief ins Dorf.



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