50 Jahre Mondlandung Als der Mensch den Mond betrat

Genau 50 Jahre ist es her, dass erstmals ein Mensch den Mond betrat: der Astronaut Neil Armstrong. Acht Tage lang zischte er dafür mit seinen Kollegen der Apollo-11-Mission durchs All. Wir erzählen von der Mondlandung und einer mutigen Reise
Mondlandung

An die Arbeit: Bei ihrer Mondlandung genießen die Astronauten nicht nur die Aus- sicht, sie forschen auch. Hier stellt Edwin Aldrin gerade einige Messgeräte auf

Am 12. April 1961 umrundet der Russe Juri Gagarin in einem Raumschiff die Erde – als erster Mensch der Welt. Eine Sensation! Doch in den USA wird dieses Ereignis als Demütigung empfunden: Im Wettstreit der Weltraumrekorde liegt die Sowjetunion nun vorn, vor Amerika. US-Präsident John F. Kennedy reagiert prompt:

„Ich glaube, diese Nation sollte sich selbst das Ziel setzen, vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen zu lassen und ihn sicher zur Erde zurückzubringen“, verkündet Kennedy nur sechs Wochen später – und überrascht damit selbst die US-amerikanische Weltraumagentur NASA.

Die erste Apollo-Mission der NASA ist eine Katastrophe

In Windeseile stellen deren Ingenieure, Astronauten und Wissenschaftler nun das sogenannte Apollo-Programm auf die Beine, das – nach einigen Testflügen – Menschen auf den Mond bringen soll. Doch schon Apollo 1 endet in einer Katastrophe: Als die Besatzung ihre Kommandokapsel am Boden testet, bricht ein Feuer aus. Keiner der drei Astronauten überlebt.

Daher wagt die NASA in der Folge nur unbemannte Flüge, bis sie endlich einen Erfolg verkünden kann: Mit der Mission Apollo 8 gelingt die erste bemannte Mondumrundung! Und das lässt die NASA mutiger werden: Am 21. Dezember 1968 schnallen sich drei Astronauten in ihrer Kapsel fest, die Rakete schießt sie ins All. Auf ihrer sechs Tage langen Reise drehen sie zehn Runden um den Mond und kommen dem Erdtrabanten so nah wie nie ein Mensch zuvor. Jetzt scheint alles möglich!

Und dennoch: Die Zeit rast. Noch ein Jahr, dann ist das Jahrzehnt vorüber, und die NASA möchte das Versprechen John F. Kennedys unbedingt halten. Sie startet die Mission Apollo 11.

US-Astronauten

Gut gerüstet winken die drei Astronauten, bevor sie mit einem Bus zur Startrampe 39A des Weltraumbahnhofs von Cape Caneveral gefahren werden. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Auf ins All: Drei Astronauten wagen 1969 einen neuen Versuch

Am 16. Juli 1969 schließlich treffen Kommandant Neil Armstrong und seine Kollegen Edwin "Buzz" Aldrin und Michael Collins am Weltraumbahnhof von Cape Canaveral in Florida ein. Der Fahrstuhl der Startrampe 39A bringt sie zur Spitze der Rakete, wo die Kommandokapsel, das Raumschiff, sitzt. Diesmal wollen sie es auf den Mond schaffen.

Also zwängen sich die Astronauten in die Kapsel, gehen die Checklisten durch. Sie hören den Countdown „10 ... 9 ... 8 ... 7 ... 6 ... 5 ... 4 ... 3 ... 2 ... 1 ...“ Dann zischt die 2940 Tonnen schwere Saturn-V-Rakete in die Höhe.

Die Mondlandung scheint zum Greifen nah

Michael Collins

Michael Collins

„So eine Rakete ist beim Start wie ein Bleistift, den man auf der Fingerspitze balanciert. Und die Korrekturbewegungen der Triebwerke, die spürt man in seinem Hintern. Man kommt dann in die Erdumlaufbahn, umkreist die Erde anderthalbmal und wenn man die Freigabe zur Zündung der dritten Stufe erhält, geht es direkt zum Mond. Und es kann einen keiner mehr aufhalten“, beschreibt Collins später seine Gedanken beim Start.

Gut drei Tage lang rauschen die Astronauten durchs All, bis die Kommandokapsel samt Mondlandefähre um den Mond kreist. Neil Armstrong und Edwin Aldrin steigen in die Landefähre Eagle (deutsch: Adler), Michael Collins bleibt zu rück. Er sieht, wie die Fähre immer kleiner wird, und lauscht dem Funkkontakt zwischen dem Kontrollzentrum auf der Erde und seinen beiden Kollegen. Das Ziel, die Mondlandung, scheint zum Greifen nah.

Der Flug zum Mond wird zur Nervenprobe

Der Eagle schwebt jetzt 1500 Meter über der Mondoberfläche. Die Fähre soll im „Meer der Ruhe“ landen, einer Ebene nahe dem Mondäquator. Der Autopilot steuert jedoch direkt auf ein Geröllfeld zu, übersät mit Brocken groß wie Autos. Neil Armstrong übernimmt die Handsteuerung, sucht nach einem Landeplatz. Lange zögern darf er nicht. Der Treibstoff ist knapp.

Rakete

Am 16. Juli 1969 um 13.32 Uhr Weltzeit (also 15.32 Uhr nach deutscher Sommerzeit) startet die Saturn-V-Rakete. Die Astronauten befinden sich ganz oben in der Raumkapsel »Columbia«

Doch nun geht im Eagle ein Alarm los: Der Computer meldet Fehler 1202. Die Crew im Kontrollzentrum am Boden gerät ins Schwitzen. Fehler 1202, das bedeutet: Der Computer ist überlastet. Sie können nichts tun, nur hoffen und bangen und hoffen und bangen.

„Noch 60 Sekunden“, verkündet CAPCOM (Abkürzung für Capsule Communicator - Kapsel-Kommunikator. Er ist im Kontrollzentrum am Boden der Verbindungssprecher, also der Einzige, der direkt mit den Astronauten im All redet) über Funk. Die Crew in Houston hält den Atem an. Dann knarzen die erlösenden Worte aus dem Funkgerät: „Der Eagle ist gelandet.“

Neil Armstrong und Edwin Aldrin schaffen die erste Mondlandung

Neil Armstrong

Neil Armstrong

Als der Kommandant knapp sechs Stunden später als Erster die Landefähre verlässt, die neun Sprossen der Leiter hinuntersteigt und den Mond betritt, sagt er: „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.“

Der Ruhm ist den Amerikanern sicher! Gemeinsam stellen Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin die US-amerikanische Flagge auf, und da auf dem Mond kein Wind weht, verstärken sie diese mit Draht, damit sie nicht schlaff herunterhängt. Dann sammeln sie 22 Kilogramm Mondgestein ein, stellen Messinstrumente auf und kehren nach zweieinhalb Stunden in den Eagle zurück. Das Unglaubliche ist gelungen!

Der Eagle nimmt Kurs zur Erde

Mit nur einem Aufstiegstriebwerk verlässt der Eagle den Erdtrabanten. Wäre dieses ausgefallen, hätte niemand die Astronauten retten können. Für einen solchen Notfall hatte US-Präsident Richard Nixon sogar schon eine Rede aufgezeichnet. Doch alles läuft nach Plan: Der Eagle erreicht das Kommandomodul, dockt an, und Neil Armstrong und Edwin Aldrin steigen zu Michael Collins um. Dann wird der Rest der Mondfähre abgestoßen, und das Raumschiff nimmt Kurs auf die Erde.

Rückkehr zur Erde nach der Mondlandung

Acht Tage nach dem Start landen die drei Astronauten wohlbehalten im Pazifischen Ozean – und werden von Schlauchbooten, Hubschraubern und einem Flugzeugträger empfangen

Doch noch einmal wird es brenzlig: Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre entstehen durch die Reibung mit der Luft Temperaturen von rund 2000 Grad Celsius! Der Hitzeschild des Raumschiffs brennt, Teile davon fliegen weg – bis sich schließlich drei Fallschirme öffnen und das Raumschiff in den Pazifik segelt. Die Welt jubelt!

Edwin "Buzz" Aldrin

Edwin "Buzz" Aldrin

Später wird Edwin Aldrin sagen: „Auf einmal bist du der, der seinen Fuß auf den Mond gesetzt hat. Das wirst du nie mehr los.“

Nach Apollo 11 landeten noch fünf weitere Astronauten-Teams auf dem Mond. Das letzte, Apollo 17, schaffte eine Mondlandung im Jahr 1972. Seitdem hat den Erdtrabanten niemand mehr betreten.

Geolino Nr. 07/2019 - Jaguare
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