Tierlexikon Giraffen: Riesen der Savanne

Giraffen sind mit einer Höhe von bis zu sechs Metern die zugleich größten und langbeinigsten an Land lebenden Säugetiere
Giraffe

Giraffen sind Meister der Tarnung - jedes Tier hat ein einzigartiges Fleckenmuster

Wenn man Giraffen aus der Ferne beobachtet, sehen sie ein wenig zerbrechlich aus: Auf dünnen Beinen stolziert die Mutterkuh vorneweg durch die Savanne, gefolgt von drei, vier staksenden Jungtieren und und gar darauf ausgerichtet, in den trockenen Graslandschaften im Osten und Süden Afrikas zu überleben.

Biologen sind sich bis heute nicht darüber einig, warum sich in vielen Millionen Jahren der lange Hals herausgebildet hat, das auffälligste Merkmal der Giraffen. Ein Zufall? Sicher nicht. Denn er bringt einige Vorteile mit sich: Dank ihres "Aussichtsturms" können die Lulatsche Feinde schon aus weiter Entfernung erkennen und ihnen ausweichen.

Im Verhältnis zu ihren Ausmaßen haben Giraffen durch den Hals zudem eine große Körperoberfläche. So können sie Wärme besser abgeben als zum Beispiel Elefanten. Vor allem aber gelangen sie in fünf oder sechs Meter Höhe prima an ihr Lieblingsfutter, nämlich an das Laub, aber auch die Zweige und Dornen der Savannenbäume.

Allgemeines zur Giraffe

Die Giraffe (Giraffa camelopardalis) gehört zur Ordnung der Paarhufer. Das bedeutet, dass sie eine gerade Anzahl an Zehen hat. Außerdem zählt sie zu den Wiederkäuern wie beispielsweise auch das Rind. Es gibt insgesamt neun Unterartung in der Gattung der Giraffen.

Die Giraffen-Männchen (Bullen) werden bei einer Höhe von etwa sechs Metern bis zu 1600 Kilogramm schwer. Die Weibchen (Kühe) sind etwas leichter. Sowohl die Bullen als auch die Kühe haben je zwei zapfenartige Hörner auf dem Kopf. Die Fellfarbe ist hellbraun mit dunkelbraunen Flecken. Die bekannteste Giraffenart ist die Netzgiraffe. Der Name kommt von der Fellzeichnung. Es sieht aus, als hätte sie ein Netz auf ihrem Fell.

Das einzigartige Giraffenmuster

Jede Giraffe besitzt im Übrigen ein einzigartiges Fellmuster, ähnlich wie der Fingerabdruck des Menschen. An der Farbe und der Musterung lassen sich auch die neun Unterarten unterscheiden.

Nahrung: Was frisst eine Giraffe?

Die Giraffe ist ein Pflanzenfresser. Am liebsten sind ihr die Blätter der Akazienbäume als Nahrung. Außerdem frisst sie junge Triebe von Bäumen und hin und wieder auch Gras. Dank der kräftigen, sehr rauen Zunge machen ihr auch Dornen nichts aus. Eine Giraffe verbringt etwa den halben Tag mit Fressen.

Blaue Giraffenzunge

Giraffen haben eine blaue Zunge

Hilfreich: Die Giraffenzunge

Die Giraffenzunge kann bis zu einem halben Meter lang werden und dient zum Greifen von Blättern und Ästen. Mit ihrer bis zu 50 Zentimeter langen Zunge packen Giraffen zu, streifen ihr Futter von den Ästen ab und zermalmen die vegetarische Kost mit ihren rauen, kräftigen Zähnen.

Bis zu 70 Kilogramm Grünzeug schaufelt ein ausgewachsenes Tier täglich in sich hinein. Für uns Menschen wäre das meiste davon unverdaulich. Doch der Magen der Giraffen besteht aus vier hintereinanderliegenden Kammern, in denen die Mahlzeiten "auseinandergenommen" und alle Nährstoffe herausgelöst werden.

Besonders wichtig sind dabei die Wasseranteile der Nahrung: Je mehr Flüssigkeit die Tiere beim Futtern aufnehmen, desto weniger müssen sie an Tümpeln oder Flüssen trinken. Gut so: Dort lauern schließlich gefährliche Raubkatzen! Gegen die können sich Giraffen zwar zur Wehr setzen– aber dazu später mehr.

Wo leben Giraffen?

Der Lebensraum der Giraffe befindet sich auf dem afrikanischen Kontinent. Die Tiere leben in der Savanne südlich der Sahara-Wüste und in den Grassteppen von Ost- und Südafrika. Giraffen leben in Herden von zwei bis 50 Tieren. Diese bestehen aus Weibchen und Jungtieren.

Die Giraffenbullen sind Einzelgänger und gesellen sich nur zur Paarungszeit zu den Herden. Da gibt es manchmal auch richtig Knatsch – und es sind fast immer die Kerle, die schlagende Argumente austauschen.

Auch deshalb lassen sich Kühe und Bullen recht gut auseinanderhalten. Zwar haben alle ausgewachsenen Tiere vorn kleine Hörner auf dem Kopf, aber nur auf denen der Weibchen sprießen schwarze Haarpuschel. Die rauflustigen Bullen scheuern ihre immer wieder ab.

Der Kampf um die Weibchen

Die Männchen keilen vor allem um die Gunst einer attraktiven Giraffenkuh. Dabei geht es richtig zur Sache, und die Hälse werden zu Waffen. Wie mit einem mittelalterlichen Morgenstern holen die Giraffen-Männer damit aus und lassen sie aneinanderkrachen. Immer und immer wieder, bis einer der beiden Streithähne aufgibt. Der Sieger darf seine Angebetete begatten und wird rund 15 Monate später Vater.

Nachwuchs bei Giraffen

Ein Giraffen-Weibchen bringt im Verlauf ihres Lebens selten mehr als ein halbes Dutzend Jungtiere auf die Welt. Die Giraffenmutter bringt pro Geburt ein einzelnes Kalb zur Welt. Die Mutter steht während der Geburt und das Junge fällt aus zwei Metern Höhe zu Boden. Es ist dann bereits so groß wie ein erwachsener Mann, circa 1,8 Meter. Es bleibt etwa eineinhalb Jahre bei seiner Mutter.

Die Mutter beschützt das Kleine selbstverständlich, wie Eltern das eben tun. Giraffenmütter und ihre Kälber leben in sogenannten "Kindergartengruppen" zusammen. Darin bleibt immer eine Giraffenmutter bei den Kälbern einer Herde, während die anderen Giraffenmütter umherstreifen oder essen.

Erspähen Giraffen ein Löwenrudel, einen Hyänenclan oder einen Leoparden früh genug, nehmen sie Reißaus. Im Sprint schaffen es die Riesen auf bis zu 50 Kilometer in der Stunde, so schnell, wie ein Auto in der Stadt fahren darf. Sind die Räuber schon zu nah, wehren sich Giraffen mit Tritten ihrer schweren Hufe . Davor haben sogar Löwen Respekt!

Giraffen: Riesen der Savanne

Giraffen sind Wiederkäuer wie unsere heimischen Kühe

Wie alt werden Giraffen?

Raubtiere brauchen die Giraffen kaum zu fürchten. Werden sie angegriffen, verteidigen sie sich mit Tritten ihrer kräftigen Beine. Nur der Nachwuchs ist gefährdet. Giraffen werden in der Natur bis zu 25 Jahre alt, im Zoo auch älter.

Was ist das Besondere an Giraffen?

Giraffen sind die größten Säugetiere unserer Erde. Die Beine der Giraffe sind etwa einen 1,80 Meter lang - größer als viele Menschen! Und auch der Hals kann sich sehen lassen.

Doch trotz ihres enorm langen Halses hat auch die Giraffe nur sieben Halswirbel, genau wie wir Menschen. Den Kopf oben zu halten macht der Giraffe nichts aus, es ist für sie eine entspannte Haltung. Anstrengend wird es, wenn sie zum Beispiel etwas trinken möchte.

Den Kopf nach unten zu senken ist mühevolle Muskelarbeit. Der Hals spielt auch bei den Kämpfen der Männchen zur Paarungszeit eine Rolle. Immer wieder schlagen sie sich gegenseitig mit den Köpfen dagegen.

Steckbrief Giraffe:

  • Wissenschaftlicher Name: Giraffa camelopardalis
  • Größe: 6 Meter hoch
  • Gewicht: bis 1600 Kilogramm
  • Lebensdauer: bis 25 Jahre
  • Lebensraum: Savanne und Steppe in Afrika
  • Ernährung: Pflanzenfresser, Triebe von Bäumen, Blätter, Gras
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