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Video: Der erste künstliche Quallenschwarm
Ein faszinierendes Projekt wurde in Hannover der Öffentlichkeit präsentiert. GEO-Autor Jürgen Bischoff hat es sich angesehen
Sie schweben durchs Wasser und wirken in ihrer Transparenz und mit ihren fließenden Bewegungen fast lebendig: Künstliche Quallen, blau leuchtende Geschöpfe aus Kunststoff, Gummi und Metall. Es sind Roboter
Genauer: Es ist ein Schwarm von quallenartigen Unterwasserrobotern - der bislang einzige weltweit. Das Besondere daran ist, dass sie komplett autonom sind. Niemand steuert sie fern, kein Programm schreibt ihnen vor, wohin sie sich bewegen sollen. Und trotzdem stimmen sie sich untereinander ab.
Die Software für diese einzigartigen Demonstrationsobjekte entwickelten Wissenschaftler vom Institut für Parallele und Verteilte Systeme an der Stuttgarter Universität, das Geld kam vom schwäbischen Maschinenbauer Festo AG. Das Unternehmen präsentierte den tauchenden Roboterschwarm erstmals an seinem Stand auf der Hannover-Messe 2008.
Das Übertragen von natürlichem Schwarmverhalten auf technische Prozesse ist noch ein relativ junges Feld der Bionik - und zwar eines, auf dem vor allem die Europäer Experten sind. Erste brauchbare Theorien wurden in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von Forschern der Freien Universität Brüssel veröffentlicht, inzwischen gibt es eigenständige Forschungsbereiche dazu an vielen Universitäten; führend auf dem Gebiet sind neben den Belgiern auch Deutschland, die Schweiz und Großbritannien.
Auf praktische Anwendungen in großem Maßstab wird man allerdings noch einige Jahre warten müssen. Bislang dienen alle derartigen Projekte - so faszinierend sie auch sein mögen - noch der Grundlagenforschung und der technischen Erprobung.
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