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Hallo Himmel Was sind Sternschnuppen?

Sternschnuppen am Nachthimmel - doch was sind Sternschnuppen überhaupt?
© Shutterstock
Sternschnuppen faszinieren die Menschen schon immer. Doch was sind Sternschnuppen überhaupt? Wo kommen sie her und wann können wir das nächste Mal welche entdecken? Wir beantworten euch die wichtigsten Fragen zum Naturphänomen.

Unsere GEOlino.de-Rubrik „Hallo Himmel“ entsteht in Zusammenarbeit mit dem Planetarium Hamburg. Hier erklärt euch die Astrophysikerin Dr. Mariana Wagner vom Sternentheater jeden Monat ein aktuelles Himmelsphänomen zum Beobachten, Staunen und Weitererzählen.

Welchen Ursprung haben Sternschnuppen?

In unserem Sonnensystem bewegen sich nicht nur Planeten und ihre Monde um die Sonne. Auch zig andere Brocken und Brösel verschiedener Größen reisen auf ihren Bahnen um unseren Stern. Zu den größten gehören Kometen. Das sind kleine Eiswelten, die ihr euch wie „schmutzige Schneebälle“ – bestehend aus Staub und Eis – vorstellen könnt. Ihre Größe liegt zwischen einigen hundert Metern bis hin zu mehreren Kilometern. Manche von ihnen brauchen nur wenige Jahre für eine Umrundung, während einige deutlich länger auf ihrer Umlaufbahn unterwegs sind oder sogar nur ein einziges Mal in Sonnennähe gelangen. 

Alle Kometen haben gemein, dass sie eine sichtbare Spur hinterlassen. Denn sobald sich einer dieser „schmutzigen Schneebälle“ in Sonnennähe befindet, verdampft das in ihnen enthaltene Eis. Dabei lösen sich auch andere Partikel, wie kleine Staubteilchen oder Splitter. Kometen ziehen also zwei Schweife hinter sich her – einen aus Gas und einen aus Staub. Und dem aus Staub verdanken wir die Sternschnuppen.

Sternschnuppen am Nachthimmel
Planetarium Hamburg

Wie entstehen Sternschnuppen?

Es gibt alljährliche Sternschnuppenschauer, die wir jedes Jahr beobachten können. Das sind zum Beispiel die Leoniden im November, die Geminiden im Dezember oder die Perseiden im August. Sie entstehen, wenn unsere Erde auf ihrer Bahn um die Sonne die Spur eines Kometen kreuzt. Der Staubschweif des Kometen hat nämlich unzählige Staubteilchen auf seiner Spur hinterlassen. Diese treffen auf die Erdatmosphäre, treten als Meteore in sie ein und verglühen zu wunderschönen Leuchtspuren – die wir Sternschnuppen nennen. Jetzt wisst ihr auch, warum Sternschnuppen manchmal auch Meteorschauer genannt werden. Denn die kosmischen Brösel prasseln wie Regentropfen auf unsere Erdatmosphäre.

Warum sehen wir manche Sternschnuppen länger als andere?

Wie lange wir eine Leuchtspur sehen können, hängt zum Beispiel von der Größe und Geschwindigkeit der Meteore ab. Viele von ihnen sind nur so groß wie ein Sandkorn und verglühen rasch. Andere sind aber auch sehr schnell und so groß wie eine Erbse. Wenn letztere in die Erdatmosphäre eintreten, leuchten sie sehr hell als Feuerbälle auf und können viele Sekunden nachglühen. Sie werden auch Bolide genannt. 

Wem verdanken die Leuchtspuren ihren Namen?

Der Leuchtstrahl einer Sternschnuppe scheint an einem bestimmten Punkt des Nachthimmels zu beginnen. Diesen scheinbaren Ausgangspunkt nennen wir auch Radiant. Bei den Leoniden ist es zum Beispiel das Sternbild Löwe, lateinisch Leo.

Wann können wir die nächsten Sternschnuppen sehen? 

Bei klarem Himmel können wir in den Nächten ab dem 17. November 2022 einen regelrechten Ansturm von Sternschnuppen beobachten – es sind die schon erwähnten Leoniden. Sie stammen vom Komet Temple-Tuttle. Japanische und russische Meteor-Experten haben herausgefunden, dass wir in den Morgenstunden des 19. Novembers auch mit zahlreichen Boliden rechnen können. Wir können uns also auf einige außergewöhnlich helle Sternschnuppen freuen.

Grafische Darstellung des Sternbilds Löwe am Himmel
Im November sehen wir Sternschnuppen, die vom Sternbild Löwe – lateinisch "Leo" – zu kommen scheinen. Diese heißen deshalb Leoniden.
© Stellarium Mobile Puls App

Warum gehört Glück und Geduld dazu, Sternschnuppen zu sehen?

Bei der Beobachtung von Sternschnuppen muss natürlich immer das Wetter mitspielen, eine dicke Wolkendecke kann ein richtiger Spielverderber sein. Außerdem haben wir auf dem Land die besten Chancen, Sternschnuppen zu sichten. Das liegt an der Lichtverschmutzung der Städte. In stark bebauten Gebieten mit viel Industrie ist es nämlich selbst nachts vergleichsweise hell. Wer hier in den Nachthimmel blickt, sieht deutlich weniger Sterne – und auch Sternschnuppen. Außerdem kommen Sternschnuppen in Schüben mit längeren Pausen. Ihr solltet euren Augen also Zeit geben, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen und etwas Geduld mitbringen. Am besten sind die Bedingungen, wenn der helle Mond nicht am Himmel steht – so wie in den ersten Nachthälfte des 17. Novembers.

Warum glauben die Menschen, dass Sternschnuppen Wünsche erfüllen?

Früher galten Kometen als Unheilsbringer und auch Sternschnuppen wurden mit Furcht beobachtet. Die Menschen dachten, die Meteore seien vom Himmel herabfallende Sterne. Im christlichen Mittelalter wurden sie auch als Mahnung Gottes gedeutet. Es liegt ganz einfach in der Natur des Menschen, Unerklärliches übernatürlich einzuordnen. So lässt sich auch die schöne Tradition erklären, dass wir uns beim Anblick einer Sternschnuppe etwas wünschen dürfen. Natürlich gibt es dafür keine wissenschaftliche Erklärung, das Ganze ist reiner Aberglaube. Später sahen die Menschen Sternschnuppen auch als eine Art göttlichen Lichtfunken, der ihnen Beistand und Glück versprach. Dabei sind es einfach verglühende Staubteilchen.

Mal abgesehen vom Naturphänomen, was sind Sternschnuppen noch?

Sternschnuppen sind einfach wunderschön und geheimnisvoll. Es ist selbst für uns Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer wieder aufs Neue schön, eine der kosmischen Lichtspuren zu entdecken. Und vielleicht wünschen wir uns ja auch trotzdem etwas – sicher ist sicher, man kann ja nie wissen.

Neugierig auf mehr? In der GEOlino.de-Rubrik „Hallo Kosmos“ klärt Dr. Mariana Wagner alle Fragen rund um Planeten, Monde, Sterne und Galaxien.

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