Redewendung Eine Rabenmutter sein

Viele deutsche Redensarten stammen aus dem Tierreich - so auch der Ausdruck der "Rabenmutter". Wir erklären, was es mit diesem Begriff auf sich hat und wie er entstand
Rabenmutter

Raben haben es bei uns nicht gerade leicht: Als heiser krächzende Unglücksboten und schlechte Eltern verschrien, besitzen diese Vögel keinen guten Ruf. Den meisten Menschen sind Raben unsympathisch, mit ihnen werden vor allem Charaktereigenschaften wie böse oder dumm assoziiert. So sind auch die Begriffe wie "Rabeneltern" oder "Rabenmutter" fest in der deutschen Sprache verankert - Bezeichnungen für Eltern und Mütter, die sich schlecht bis gar nicht um ihre Kinder kümmern.

Doch mit diesen Redensarten tun wir den Vögeln Unrecht! Tatsächlich sind Raben ausgesprochen schlaue Tiere und sehr behütende Eltern, die sich gut um ihren Nachwuchs sorgen. Dass in der deutschen Sprache die Bezeichnung "Rabenmutter" trotzdem für eine schlechte Mutter genutzt wird, ist die Folge eines alten Missverständnisses.

Wie lässt sich der Begriff "Rabenmutter" erklären?

Bei den Raben verlassen die Jungtiere recht früh das Nest. Die kleinen Vögel sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht selbständig, können kaum fliegen und sitzen aufgeplustert auf dem Boden oder auf einem Ast. Es scheint so, als wären sie von ihren Eltern ausgesetzt worden oder als seien sie aus dem Nest gefallen. Wer die Tiere genauer beobachtet, stellt jedoch fest, dass sie keinesfalls hilflos sind, sondern weiterhin von ihren Eltern versorgt werden. Man tut den Vögeln mit dem Begriff "Rabenmutter" also Unrecht.

Die Redewendung hält sich jedoch hartnäckig - vielleicht auch, weil sie so hervorragend zu dem sonst eher düsteren Image der Rabenvögel passt...

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