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Roboter: Lehrerin unter Strom


Stellt euch vor, es geht morgens die Tür zu eurem Klassenzimmer auf, und herein spaziert ein Roboter! So ging es den Kindern einer Grundschule in Tokio. Roboter-Frau Saya übernahm dort probeweise den Unterricht

Die Kinder einer Grundschule in Tokio heben erstaunt die Köpfe: Auf dem Stundenplan steht Technikunterricht, aber auf dem Stuhl vorne am Lehrerpult nimmt gerade eine unbekannte junge Frau Platz. Sie stellt sich der Klasse mit einer schnarrenden Stimme als Saya vor. Die Kinder staunen noch mehr, als sie erfahren, dass ihre neue Techniklehrerin selbst ein vollautomatischer Roboter ist.

Saya ist kaum größer als ihre japanischen Schüler selbst und hat ein hübsches Puppengesicht. Ihre kurzen rötlichen Haare und schmalen Schultern lassen sie fast kindlich aussehen. Aber in ihrem weißen Mäntelchen, das bis unter das Kinn zugeknöpft ist, wirkt Saya merkwürdig steif. Und durch ihre starre Mimik sieht sie sogar ein bisschen unheimlich aus. Kein Wunder, denn Sayas Lächeln wird von 18 Motoren erzeugt, die sich unter ihrer Gummihaut verstecken!

Lachen und Weinen auf Knopfdruck

Wie zu erwarten war, verläuft Sayas erste Unterrichtsstunde nicht ganz reibungslos: Als sie die Schüler ermahnt, "still zu sein" und dabei ein ganz böses Gesicht macht, fangen sogar einige Kinder vor Schreck an zu weinen. Doch für Mitgefühl fehlt Saya das passende Programm. Ihr Erfinder Hiroshi Kobayashi hat Saya zwar programmiert, Überraschung, Angst, Empörung, Wut, Trauer und Freude zu mimen. Doch im Grunde lassen Saya ihre Schüler kalt.

Ein echtes Vorbild ist Saya also nicht. Und so freuen sich die Kinder am Ende der Stunde, als sie aufstehen und ihrer Lehrerin zum Abschied in die Nase kneifen dürfen!


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