Wildtier Hyäne

Bekannt sind die Hyänen für ihr lautes Lachen - damit verständigen sich die Raubtiere. Wieso Hyänen gar nicht so schlecht sind wie ihr Ruf, lest ihr im Tierlexikon
Hyäne in Afrika

Hyänenrudel in Afrika

Allgemeines: Was genau ist eine Hyäne?

Die Hyänen, wissenschaftlich Hyaenidae, sind eine Säugetierfamilie und gehören zur Ordnung der Raubtiere. Die Tiere sind in Afrika sowie im Westen und Süden Asiens beheimatet. Die bekannteste und größte Art ist die Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta).

Bei den Hyänen werden zwei Unterfamilien unterschieden. Zur Unterfamilie der eigentlichen Hyänen (Hyaeninae) gehören die Tüpfelhyäne, die Streifenhyäne und die Schabrackenhyäne; zu der zweiten Unterfamilie gehören die Erdwölfe (Protelinae).

Körperbau, Größe, Gewicht: Wie sehen Hyänen aus?

Auf den ersten Blick sehen Hyänen den Hunden ähnlich, besonders dem afrikanischen Wildhund. Sie sind jedoch nicht mit diesem verwandt, sondern stammen tatsächlich von den Schleichkatzen ab. Das Fell ist am Kopf und am Nacken sehr lang, wodurch die Hyänen Schmutz mit einem kräftigen Schütteln leicht loswerden können. Der Schwanz hingegen ist hinten ziemlich kurz .

Besonders auffallend ist ihr "buckeliger" Gang, an dem die hohen Schultern der Hyänen Schuld sind. Im Laufe der Evolution wurden die Vorderbeine der Hyänen nämlich immer länger. Der gesamte Vörderkörper ist sehr stark entwickelt, besonders die Kiefer- und Halsmuskeln der Hyänen sind sehr ausgeprägt. Wegen ihres starken Kiefers sind Hyänen sogar dazu imstande, sehr große und schwere Beutestücke wie Hüftknochen weit zu tragen.

Auch Augen, Ohren und Nase sind bei den Raubtieren extrem gut entwickelt. Aas können die Tiere zum Beispiel aus vielen Kilometern bereits riechen. Ausgewachsen erreichen Hyänen ein Gewicht von bis zu 50 Kilogramm.

Tüpfelhyäne

Tüpfelhyäne mit Jungtier

Tüpfelhyänen

Tüpfelhyänen (Crocuta crocuta) haben, wie der Name schon erahnen lässt, ein gelblich bis grau und dunkel getupftes Fell. Die Ohren sind rund und behaart. Tüpfelhyänen können eine Körperlänge von bis zu bis zu 1,80 Metern erreichen und ausgewachsen ein Gewicht von 40 bis zu 86 Kilogramm auf die Waage bringen. Bei der Geburt wiegen sie gerade mal ein Kilogramm. Weibchen und Männchen unterscheiden sich kaum voneinander.

Streifenhyäne

Streifenhyänen (Hyaena hyaena) sind etwas kleiner als die Tüpfelhyänen. Sie werden ausgewachsenen nur 1,20 Meter lang und sie wiegen auch nur bis zu 54 Kilogramm. Ihr Fell ist jedoch deutlich länger.

Streifenhyäne

Streifenhyäne

Streifenhyänen haben braunes, schwarz gestreiftes Fell und unbehaarte, spitz zulaufende Ohren. Ihr unverkennbares Merkmal ist ihre dicke Mähne, die bis zu 30 Zentimeter lang werden kann. Ihre dicke Haarpracht, die vom Kopf über den Nacken bis hinunter zum Rücken reicht, können die Streifenhyänen aufstellen.

Schabrackenhyänen

Schabrackenhyänen (Hyaena Brunnea), auch Braune Hyänen genannt, unterscheiden sich von den anderen Hyänenarten durch ihre hellere Rückenmähne.

Schabrackenhyäne

Schabrackenhyäne

Außerdem sind sie größer als die Streifenhyänen, aber etwas kleiner als die Tüpfelhyänen. Ihr Körper wird bis zu 1,36 Meter lang und sie bringen ausgewachsen ein Gewicht zwischen 28 und 48 Kilogramm auf die Waage.

Lebensraum & Verbreitung: Wo leben Hyänen?

Die Tüpfelhyänen kommen in Teilen Afrikas südlich der Sahara vor, wo sie in Steppen und Savannen sowie auf Grasflächen und am Waldrand in Höhen von bis 3900 Meter leben. Die Streifenhyänen leben in Vorder- und Mittelasien, in Indien sowie in Regionen von Nordafrika bis Kenia. Die Schabrackenhyänen gibt es nur noch selten, am ehesten findet man sie in Südafrika und Mosambik.

Nahrung: Was fressen Hyänen?

Hyänen sind, bis auf den Erdwolf, typische Allesfresser. Die Tiere fressen jedoch auch Pflanzenteile, Eier und Fleisch. Mit ihrem kräftigen Kiefer können Hyänen sogar Knochen verspeisen.

Gemeinsam mit Geiern erledigen die Hyänen eine wichtige Aufgabe in der WIldnis: Sie beseitigen das Aas, wodurch Seuchen und Krankheiten unter Tieren vermieden werden.

Wie jagen Hyänen?

Die Hyänen sind erfolgreiche, nachtaktive Jäger und jagen im Rudel Gnus, Zebras und Büffel. Ausgewachsene Hyänen können schwerfällige Gnus allein oder zu zweit erlegen, doch bei der Jagd auf Zebras und Büffel müssen schon fünf bis zwanzig Hyänen zusammenarbeiten, um die Beute zu erlegen.

Haben die Hyänen ihre Beute geschnappt, müssen sie diese jedoch nicht allzu selten an die stärkeren Löwen abgeben, welche die Beute gern übernehmen. Den Hyänen bleibt dann nichts anderes übrig, als in großem Abstand abzuwarten, bis sich die Löwen satt gefressen haben.

Hyäne Baby

Junge Hyäne

Fortpflanzung & Nachwuchs

Hyänen haben keine bestimmte Paarungszeit im Jahr, sondern bringen das ganze Jahr über Junge zur Welt. Meist werden zwei bis drei Jungtiere geboren, die von der Mutter fast 1,5 Jahre gesäugt werden. Ihre Fellfärbung bildet sich erst nach einigen Monaten aus.

Tier-Steckbrief: Hyäne

  • Name: Hyäne
  • Wissenschaftlicher Name: Hyaenidae
  • Ordnung: Raubtiere
  • Größe: bis zu 1,5 Meter Körperlänge
  • Gewicht: um die 50 Kilogramm
  • Lebensraum: bis zu 25 Jahre
  • Ernährung: Aas, außerdem Früchte, Pflanzenteile, Eier und Fleisch
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