Redewendung Alter Schwede

Habt ihr schon einmal "Alter Schwede!" gerufen? Wir erklären, wie die Redewendung entstand und was diese mit den Protestanten im Dreißigjährigen Krieg zu tun hat
Alter Schwede - Redewendung

Die Redewendung "Alter Schwede" geht auf den Dreißigjährigen Krieg zurück

Alter Schwede!

Vor einem Jahr zog Johann mit seiner Familie von München nach Berlin. Nun in den Sommerferien besucht sein ehemaliger Schulfreund Lasse ihn. Bei der Begrüßung am Bahnhof sagt Lasse: "Alter Schwede, bist du groß geworden!"

"Alter Schwede? Ich bitte dich, ich bin weder Schwede noch älter als du! Warum hast du es gesagt?", fragt Johann verwirrt. "Weil es eine Redewendung ist, die ich gerade in der Schule gelernt habe", gibt Lasse zurück, "Und wusstest du Geschichtsfreak, dass sie einen historischen Bezug hat?"

"Nein, das wusste ich nicht. Erklär mal!", antwortet Johann interessiert.

Herkunft & Bedeutung: Was die Redewendung "Alter Schwede" bedeutet und wie sie entstand

Für die Protestanten verlief der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) unter König Friedrich Wilhelm nicht sonderlich gut. Da beschloss der große Kurfürst, auf die Hilfe erfahrener schwedischer Soldaten zurückzugreifen.

Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges warb der preußische König viele alte Soldaten aus Schweden dann als Ausbilder für sein preußisches Heer an. Denn diese hatten einen guten Einfluss auf seine Truppe und auf deren Kampfkraft ausgeübt. Meist wurden sie als Unteroffiziere eingesetzt - sie verstanden sich besonders gut auf den Drill.

Aufgrund ihrer Leistung waren die schwedischen Soldaten von nun an bei den preußischen Männern so beliebt und angesehen, dass man sie respektvoll mit "Alter Schwede" ansprach.

So kommt es, dass man auch heute noch, fast 500 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg, zu einem echten Kerl bewundernd "Alter Schwede!" sagt. Daneben konnte sie diese Redensart auch als Ausdruck der Überraschung in der deutschen Sprache ausbilden.

Unter den deutschen Redewendungen gibt es übrigens weitere umgangssprachliche Wendungen, die eine ganz ähnliche Bedeutung haben - zum Beispiel die Redensarten "Mein lieber Scholli!" und "Mein lieber Herr Gesangsverein!".

Redewendung, Sprache, Grammatik
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Redewendungen
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