Gib Acht! In der Halloweennacht

Die 14-jährige Chantal beschreibt in ihrer Geschichte, wie aus einer harmlosen Halloween-Party plötzlich gruseliger Ernst wurde.

Mit einem leisen Klick, schloss ich die Haustür und überquerte die Straße. Überall konnte ich Hexen, Skelette und Vampire sehen. "Süßes oder es gibt Saures", ertönte es die ganze Straße entlang. Aber ich war zu alt dafür, ich wollte mich wirklich gruseln. Deshalb hatten meine Freundin und ich die geniale Idee, eine Gruselparty im Haus Cunningham zu machen. Dieses Haus stand schon seit fünfzig Jahren leer und der Besitzer Mr. Cunningham soll, so hieß es, ein Nachfahre von Dracula sein. Natürlich glaubten wir das nicht.

Als ich an dem heruntergekommenen Haus ankam, entdeckte ich Jane mit vollgefüllten Säcken vor der Haustür stehen. Ein wenig zitterte ich schon, als ich das Haus erblickte, vor allem als ich den Vollmond am Himmel sah.

"Na hast du Angst, Diana?"- "Auf keinen Fall!", log ich. "Dann darfst du als erstes das Haus betreten."

Ich nahm all meinen Mut zusammen und begann langsam die Tür zu öffnen. Diese begann laut zu knarren, doch darauf hatte ich mich schon vorbereitet. "Klonk!" Mit einem riesen Satz drehte ich mich um und sah … Jane, die ihren Sack abgelegt hatte und ein Teelicht anzündete, welches sie dann auf einen Tisch stellte. "Wie konntest du den Tisch sehen?", fragte ich. "Ich bin halt nicht so blind wie du, Diana!"Wir begannen beide zu lachen und stellten überall Teelichter auf. Jane hatte vor nichts Angst, weswegen ich mich überhaupt traute eine Party in diesem Haus zu machen.

Nachdem wir alles eingerichtet hatten, sah das Haus von innen gar nicht mal so übel aus. "Hoffentlich kneifen die andern nicht!", sagte ich und nahm mir eine Handvoll Chips aus der Schüssel.

Plötzlich spürte ich warme Lippen an meinem Hals und danach zwei Spitze Zähne. Ich war wie gelähmt. Dann begann ich zu quieken, "Jane, lass das, das ist nicht witzig!" Doch die Kreatur packte mich nun um die Taille, drehte mich um und umarmte mich. Dann küsste diese mir auf die Lippen, die spitzen Zähne waren verschwunden und ich erkannte Max.

Im nächsten Moment rief Jane:"It’s partytime!" und all meine Wut war wie verflogen. Ich zog meinen Freund mit auf die Tanzfläche und tanzte mit ihm zur Discomusik.

Gegen Mitternacht lagen wir erschöpft auf dem Sitzkissen und stopften uns mit Süßigkeiten voll.

Jane legte dann eine neue CD ein. Tiefe Basstöne begannen durch den Raum zu hallen. "Das ist ja voll abgefahren!", rief Allie und stopfte sich eine weitere Hand Chips in den Mund. Auch die anderen Gäste nickten zustimmend.

Jane nickte ebenfalls. "Ich hatte vor diese Musik als Begleitung zu der Gruselgeschichte laufen zu lassen." Mit einem Räuspern begann sie zu erzählen:

Halloween. Ich hatte mich mit Diana vor dem Haus Cunningham verabredet. Wie versprochen, sollte ich auf sie warten, bevor ich das Haus betreten sollte. Aber als ich vor dem Haus stand, bemerkte ich erst, dass ich eine Viertelstunde zu früh dort war und wollte noch mal kurz nach Hause laufen, da ich etwas vergessen hatte. Als ich dann auf dem Rückweg durch die Schillergasse lief, trat mir ein Mann entgegen. Er war schwarzgekleidet und sein weißes Gesicht, seine blanken scharfen Eckzähne sowie seine roten Lippen schimmerten im Mondlicht. Ohne es wirklich vorzuahnen, packte mich dieser um die Taille und leckte meinen Hals. Ich wollte den Mann von mir stoßen, doch er war zu stark und ehe ich um Hilfe rufen konnte, hatte er mit seinen scharfen Zähnen meinen Hals durchbohrt. Um mich herum schien alles schwarz zu werden. Im nächsten Moment aber, stand ich, als wäre nichts passiert, wieder vor dem Haus.

"Uh Jane, ist ein Vampir!", sagte ich und begann lauthals zu lachen. Alle andern stimmten in mein Gelächter mit ein.

"Gut aufgepasst!", bemerkte Jane und bleckte ihre weißen Zähne hervor. Sie kam immer näher, packte mich am Hals, ich spürte den Schmerz im Nackenbereich. Ich wollte schreien, doch der Schrei blieb im Hals stecken und das Letzte was ich vernahm, war der Geruch nach faulen Eiern und der metallische Geschmack im Mund.

Zurück zur Übersicht

GEO
Schreibwettbewerb: Alle Einsendungen zum Nachlesen
Wir haben alle gültigen Einsendungen für euch zum Nachlesen zusammengestellt, damit ihr euch die Wartezeit bis zur Entscheidung der Jury vertreiben könnt. Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!
GEOlino-Newsletter
nach oben