GEOlino.de - Berufsbild: Meeresforscher Seite 1 von 2

Text von

Berufsbild: Meeresforscher

Mit Schleppnetzen und Tauchrobotern erkundet der Meeresbiologe Uwe Piatkowski die Ozeane. Sein Spezialgebiet: Tintenfische. Er sucht nach unbekannten Arten - mit Erfolg! Eine wurde sogar nach ihm benannt!


Über 27 Kilo wiegt dieser Riesenkrake, der Uwe Piatkowski im Südpolarmeer ins Netz gegangen ist  (Foto von: Uwe Piatkowski / ifm-geomar)
© Uwe Piatkowski / ifm-geomar
Foto vergrößern
Über 27 Kilo wiegt dieser Riesenkrake, der Uwe Piatkowski im Südpolarmeer ins Netz gegangen ist

Was für ein Fang! Uwe Piatkowski kann sein Glück kaum fassen. Der antarktische Riesenkrake, den er mit seinen Kollegen aus dem Südpolarmeer gefischt hat, wiegt über 27 Kilogramm. Nie zuvor ist Wissenschaftlern ein so großes Exemplar ins Netz gegangen!

Uwe Piatkowski ist "Teuthologe", ein Tintenfischforscher. Er möchte herausfinden, wie viele Arten von Tintenfischen es gibt, wo sie vorkommen, was sie fressen, von wem sie gefressen werden und wie sie leben. "Das sind wirklich extrem spannende Viecher", sagt er, "Tintenfische sind die pfiffigsten und am besten entwickelten Weichtiere der Welt".

Geheimnisvolle Meeresbewohner

Tintenfische wie die zehnarmigen Sepien und Kalmare oder die achtarmigen Kraken und Vampirtintenfische geben der Forschung bis heute viele Rätsel auf. Die Vielfalt der wirbellosen Meeresbewohner reicht von nur wenigen Zentimeter großen Zwergtintenfischen bis zu 22 Meter langen Riesenkalmaren. Rund 800 bis 1000 verschiedene Arten soll es geben. Uwe Piatkowski glaubt, dass es in Wirklichkeit noch viel mehr sind. Er selbst hat bei seinen Expeditionen schon einige neue Arten entdeckt. Ein Krake trägt seither sogar seinen Namen: "Adelieledone piatkowski".


Unterwegs mit dem Forschungsschiff

Als Meeresforscher kommt man ganz schön rum! Zahlreiche Expeditionen hat Uwe Piatkowski schon unternommen und ist mit Forschungsschiffen in die entlegensten Regionen der Weltmeere gereist.


Während weiße Flecke auf der Landkarte schon lange verschwunden sind, fängt für die Meeresforscher das Zeitalter der Entdecker gerade erst an. Denn nur ein verschwindend kleiner Teil unserer Meere, nicht einmal fünf Prozent, wurde bisher erkundet. Sogar über die Oberfläche des Mondes wissen wir besser Bescheid, als über die Tiefen der Ozeane. Um das zu ändern, haben sich rund 1700 Meeresforscher aus aller Welt ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Bis zum Jahr 2010 wollen sie herausfinden, welche Lebewesen die Ozeane bevölkern.


Auf der Suche nach neuen Arten

An dieser "Volkszählung der Meere" beteiligt sich auch Uwe Piatkowski. Die Suche nach neuen und bereits bekannten Arten führte ihn nicht nur in die Antarktis, sondern auch zum größten Unterwassergebirge der Ozeane, dem Mittelatlantischen Rücken. Gemeinsam mit sechzig Kollegen aus dreizehn Nationen untersuchte der Tintenfischexperte an Bord des norwegischen Forschungsschiffes "G.O.Sars" das Unterwasserleben zwischen Island und der Inselgruppe der Azoren.


Mehr zum Thema

  •  (Foto von: Uwe Piatkowski / ifm-geomar)

    Fotoshow: Kraken

    Mythen und eine Menge Seemannsgarn ranken sich um diese Meeresbewohner. Kraken sind nicht nur äußerst clever, sie können auch die Farbe wechseln und sind biegsam wie Gummi
     

Seite 1 von 2


Druckansicht Artikel versenden Deine Meinung Kontakt Sitemap