Beruf Tiertrainer

Tom Gunderson ist Tiertrainer. So verhalf er schon vielen seiner tierischen Gefährten zu Auftritten in Film und Fernsehen. Wir haben ihn zu seinem Beruf befragt und wollten von ihm wissen, wie man Tiertrainer wird
Tiertrainer
Tiertrainer Tom mit Kapuzineräffchen Crystal
Tom Gundersons wohl bekanntester tierischer Trainingspartner ist Crystal - ein 20-jähriges Kapuzineräffchen. Zuletzt war Crystal in dem Kinofilm Nachts im Museum 3 – Das geheimnisvolle Grabmal zu sehen.

GEOlino.de: Kann man jede Tierart trainieren, oder liegt das Training manchen Tieren besonders?

Tom Gunderson: Ich glaube, dass man die meisten Tiere dazu bewegen kann, ein bestimmtes Verhalten zu zeigen - also wie manche Leute sagen würden: Tricks aufzuführen.

Reptilien und Amphibien können aber nur antrainierte Reaktionen auf bestimmte Auslöser umsetzen. Zum Beispiel, dass sie ausgelöst durch ein blinkendes Lichtsignal an einen bestimmten Ort gehen, um dort Futter zu erhalten.

In vielerlei Hinsicht sind Affen, Hunde, Meeressäuger, Elefanten und bestimmte Vogelarten am leichtesten zu trainieren. Obwohl diese Tiere manchmal so clever sind, dass sie einen Weg finden, uns zu trainieren statt anders herum.

Wie viel Zeit verbringen die Tiere mit am Set, wie etwa das Kapuzineräffchen Crystal in "Nachts im Museum 3"? Wie stellen sie sicher, dass es den Tieren dabei gut geht?

Bei all den Jobs, die Crystal schon hatte, waren fast alle Zeiträume dabei: mal einige Stunden, manchmal sogar bis zu 16 Stunden. Das klingt natürlich viel, ist aber die absolute Ausnahme und von der Zeit, die sie am Set ist, arbeitet sie auch nur einen Bruchteil. In der restlichen Zeit kann sie essen, spielen, kuscheln und schlafen. Ich sorge dafür, dass es ihr gut geht, indem ich ihr genug Ruhe, Essen und Wasser gebe und alles von ihr fernhalte, was sie stören oder stressen könnte. Ihre Sicherheit ist für mich das aller Wichtigste.

Leben die Tiere, die Sie trainieren, auch bei ihnen Zuhause?

Ja, fast alle Tiere - wie auch Crystal - leben mit mir zusammen.

In einer Szene von Nachts im Museum 3 küsst Dexter (Crystal) Larry (Ben Stiller) auf die Wange. Wie schaffen Sie es, dass die Tiere vor der Kamera genau das tun, was im Drehbuch vorgesehen ist?

Man braucht einige Erfahrung, um den Tieren beizubringen, was sie genau tun sollen. Man muss wissen, wie sie lernen und wie man sie gut motivieren kann. Außerdem sollte man viel Geduld haben. Und gerade für Filmdrehs müssen die Tiere an jede Art von Ablenkung gewöhnt sein.

Wie wurden Sie Tiertrainer? Gibt es eine Ausbildung dafür?

Es gibt verschiedene Wege, um Tiertrainer zu werden. Manche Leute werden geradezu dazu geboren, wenn zum Beispiel Mutter oder Vater oder sogar beide Elternteile schon Tiertrainer waren. Ich habe den Beruf in Moorpark in Kalifonien, in den USA, erlernt.

Welche Fähigkeiten muss man mitbringen, wenn man Tiertrainer werden möchte?

Ich denke, dass ein wirklich guter Tiertrainer Einfühlungsvermögen, Geduld, Kreativität und die Fähigkeit, das Verhalten der Tiere richtig zu deuten, mitbringen sollte.

Was mögen Sie an ihrem Job am liebsten? Und was gefällt Crystal an ihrem Job am besten?

Ich mag das Naheliegendste am meisten: Die Arbeit mit den verschiedenen Tieren. Und Crystal scheint die geistige Abwechslung am besten zu gefallen, die sie durch all die verschiedenen Erfahrungen im Filmgeschäft hat.

Vielen Dank für das Interview.

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