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Hallo Himmel Darum seht ihr in diesem Sommer weniger Sternschnuppen

Sternschnuppen am Nachthimmel
© Shutterstock
Eigentlich erwartet uns jeden August mit den Perseiden das größte Sternschnuppenfeuerwerk des Jahres. Doch in diesem Jahr wird das Naturschauspiel von einem besonders großen Vollmond überstrahlt. Wie ihr trotzdem einen Blick auf die Sternschnuppen erhascht, lest ihr hier.

Unsere GEOlino.de-Rubrik „Hallo Himmel“ entsteht in Zusammenarbeit mit dem Planetarium Hamburg. Hier erklärt euch die Astrophysikerin Dr. Mariana Wagner vom Sternentheater jeden Monat ein aktuelles Himmelsphänomen zum Beobachten, Staunen und Weitererzählen.

Ab wann sieht man die ersten Perseiden?

Die ersten Perseiden schauern schon Ende Juli über den Himmel. Denn am 28. Juli ist Neumond – der Mondschein ist also kaum zu sehen. Mehr zu den Mondphasen haben wir euch in diesem Artikel erklärt:

Außerdem erleben wir zum Monatsende das Sternschnuppenfeuerwerk der Südlichen Delta Aquariden. Es findet vom 28. bis zum 31. Juli seinen Höhepunkt. Danach zeigen sich immer mehr Perseiden, bis sie nach der dritten Augustwoche wieder verschwinden.

Wann sieht man besonders viele Sternschnuppen?

Normalerweise lohnt es sich ganz besonders, in der Nacht vom 12. auf den 13. August wach zu bleiben. Denn dann erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. In diesem Jahr steht aber zeitgleich ein besonders großer Vollmond am Firmament – um Sternschnuppen entdecken zu können, muss es aber dunkel sein. Ein Vollmond, der wie ein Scheinwerfer am Himmel steht, ist da alles andere als hilfreich.

Nutzt also besser die Zeit des langsam zunehmenden Mondes für eure Beobachtungen. Die besten Chancen, Sternschnuppen zu entdecken, habt ihr auf dem Land. Dennoch müsst ihr auch hier Geduld mitbringen, denn die Leuchtspuren zeigen sich in Schüben. Außerdem brauchen eure Augen mindestens 20 Minuten, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.

Wie entstehen die Perseiden?

Auf ihrer Bahn um die Sonne kreuzt unsere Erde jedes Jahr im August die Bahn des Kometen Swift-Tuttle. Dabei durchqueren wir auch die von ihm zurückgelassenen Staubteilchen. Die Kleinkörper treffen auf unsere Erdatmosphäre und verglühen in 100 bis 80 Kilometern Höhe zu funkelnden Leuchtspuren – die als Sternschnuppen unseren Himmel zieren. Ihr könnt euch die kosmischen Brösel wie Regentropfen vorstellen, die auf die Windschutzscheibe eines Autos prasseln. Ganz passend sprechen wir auch von Meteor- oder Sternschnuppenschauern.

Sternschnuppenschauer am Nachthimmel über einem Wald
Die Perseiden sehen wie ein heller Regenschauer am Nachthimmel aus. Den Erdboden erreichen sie allerdings nicht – die kleinen Staubteilchen aus dem All verglühen in der Atmosphäre.
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Woher kommt der Name „Perseiden“?

Die Sternschnuppen eines Meteorschauers scheinen alle den gleichen Ausgangspunkt zu haben. Dieser Punkt am Himmel wird auch „Radiant“ genannt. Dem Sternbild, in dem der Radiant sich befindet, verdanken die Sternschnuppenschauer in der Regel ihren Namen.

Bei den Perseiden ist es Perseus nahe des auffälligen „Himmels-W“. Dieses besteht aus den fünf Hauptsternen der Kassiopeia.

Sowohl Perseus als auch Kassiopeia sind Namen aus der griechischen Mythologie. Lest doch mal die Geschichte um den Helden Perseus nach, der die an einen Felsen gebundene Andromeda vor dem Meeresungeheuer Ketos rettet! Die Königstochter soll einem zerstörerischen Wal geopfert werden, weil ihre eitle Mutter Kassiopeia zu sehr mit ihrer Schönheit prahlte und damit die Meeresnymphen verärgerte. Hinterher könnt ihr einige Figuren der Legende am Himmel finden – aber: nicht alle zeigen sich im Sommer. Am besten seht ihr sie in ein paar Monaten, im Herbst und Winter.

Das Sternbild Kassiopeia, auch "Himmels-W" genannt
Beim Beobachten der Perseiden wird euch wohl auch dieses Sternbild ins Auge fallen: Kassiopeia, wegen seiner Form auch "Himmels-W" genannt
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Neugierig auf mehr? In der GEOlino.de-Rubrik „Hallo Kosmos“ klärt Dr. Mariana Wagner alle Fragen rund um Planeten, Monde, Sterne und Galaxien.


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