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Upcycling Neues aus Altem - so motzt ihr Abfall auf


611 Kilogramm Müll werfen die Deutschen jedes Jahr weg! Dabei sind die meisten Sachen viel zu schön für den Müll. Nun beginnen Menschen damit, Dinge nicht nur zu recyceln, sondern zu upcyceln. Sechs Ideen, was sich aus Müll noch alles machen lässt

Inhaltsverzeichnis

Körnerspender aus einer PET-Flasche

Wer einen Fleecepulli Made in China kauft, trägt mit einiger Wahrscheinlichkeit die alten PET-Flaschen am Leib, die er Monate zuvor im Supermarkt abgegeben hat. Denn ein Großteil der 16 Millionen PET-Flaschen, die jedes Jahr hierzulande in den Umlauf kommen, werden nach China verschifft und dort wiederverwertet - etwa als Pullis. Wir hingegen haben eine Vogel-Futterstelle daraus gebastelt.

Ihr braucht:

  • 1 leere PET-Flasche
  • 2 Holzlöffel
  • 50 cm Schnur
  • ein Teppichmesser
  • einen Haken oder eine Schrauböse
  • etwa 500 g trockenes Vogelfutter
Upcycling: Neues aus Altem - so motzt ihr Abfall auf
© Eva Pradel und Amin Huschi für GEOlino Extra

So wird's gemacht:

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© Eva Pradel und Amin Huschi für GEOlino Extra

1.: Ritzt mit dem Teppichmesser etwa 5 cm vom Flaschenboden entfernt ein sternförmiges Muster in die Flasche. Schneidet exakt gegenüber ebenfalls in die Flasche ein - dort allerdings einen etwas breiteren Stern; hier sitzt der Löffelkopf. Achtung: Das Plastik ist sehr widerspenstig! Lasst euch darum von einem Erwachsenen helfen.

Wiederholt diesen Schritt und ritzt um 90 Grad versetzt und um einige Zentimeter höher ein zweites Lochpaar in die Flasche. Für die Futterlöcher schneidet ihr direkt über den breiteren Löffellöchern Dreiecke aus dem Plastik heraus. Kantenlänge: etwa 1 cm. Prüft, ob auch die größeren Körner hindurchfallen können. Wenn nicht, solltet ihr die Dreiecke noch ein wenig vergrößern.

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© Eva Pradel und Amin Huschi für GEOlino Extra

2.: Schiebt - den Stiel voran - die beiden Holzlöffel durch die Löcher. Und zwar so, dass die Löffelköpfe in den breiteren Löchern klemmen.

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© Eva Pradel und Amin Huschi für GEOlino Extra

3.: Dreht nun - mit Kraft und vielleicht der Hilfe eines Erwachsenen - die Schrauböse in den Flaschendeckel. Befestigt den Bindfaden an der Öse; daran lässt sich der Futterspender aufhängen. Befüllt schließlich euren Spender mit Vogelfutter - dann können die Piepmätze kommen.

Lichterkette aus Joghurtbechern

Billig, bunt und praktisch ist Plastik. Doch auch giftig und kaum verrottbar. 450 Jahre vergehen, ehe eine Plastikflasche zerfallen ist. Unsere Erde ist darum zum Plastikplaneten geworden. Meere und Müllkippen sind voll von dem Kunststoff.

Und weiterhin stellt die Menschheit jährlich mehr als 200 Millionen Tonnen Plastik her. Darum: Plastikmüll vermeiden - oder in ein anderes Licht setzen…

Ihr braucht:

  • eine Lichterkette
  • viele kleine Joghurtbecher
  • ein Teppichmesser
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© Eva Pradel und Amin Huschi für GEOlino Extra

Und so wird's gemacht:

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1.: Trocknet die gewaschenen Becher gründlich. Schneidet dann mit dem Teppichmesser vorsichtig ein in die Böden der Joghurtbecher.

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© Eva Pradel und Amin Huschi für GEOlino Extra

2.: Drückt die Becher - mit der Unterseite voran - vorsichtig über die Lämpchen. Geschafft!

Untersetzer aus Altpapier

Diese Zahlen sind nicht von Pappe: Pro Jahr wirft jeder von uns fast 200 Kilogramm Papier und Karton in den Container - das sind fast 4000 DIN-A5-Schulhefte. Immerhin: Mittlerweile wird fast das gesamte Altpapier wiederverwertet und zu neuem Papier verarbeitet. Kaum ein anderer Abfall kann so gut recycelt werden! Darum: Altpapier immer schön vom Müll trennen. Oder zu hübschen Untersetzern verwickeln - wie wir!

Ihr braucht:

  • viele bunte Zeitschriften
  • eine Schere
  • einen Klebestift
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© Eva Pradel und Amin Huschi für GEOlino Extra

So wird's gemacht:

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© Eva Pradel und Amin Huschi für GEOlino Extra

1.: Reißt aus einer Zeitschrift ein paar möglichst bunte Seiten und faltet sie zu etwa 1 cm breiten Streifen. Knickt dazu die lange Kante einer Seite vier-, fünfmal um. Klebt die Schlusskante fest und schneidet den Rest der Papierseite ab. Faltet auf diese Weise etwa 40 Streifen.

Schnappt euch dann einen Streifen und bestreicht eine Seite mit Klebstoff. Rollt den Streifen zu einer eckigen Schnecke zusammen - die Klebefläche liegt natürlich innen. Dann legt einen zweiten mit Kleber bestrichenen Streifen am Ende der Schnecke an. Die Streifen sollten nicht überlappen, sondern direkt anschließen. Versucht, mit diesem zweiten Streifen allmählich ein Quadrat um die Schnecke zu legen.

Wickelt nach dieser Methode weiter, bis euch das Quadrat groß genug ist. Wir haben für ein Quadrat mit etwa vier Zentimeter Kantenlänge zehn Streifen verwendet. Schneidet das Ende des letzten Streifens so ab, dass er genau an einer Ecke endet.

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© Eva Pradel und Amin Huschi für GEOlino Extra

2.: Wickelt vier oder - wie wir - neun Quadrate und klebt sie zu einem Untersetzer zusammen.

Ein Tipp: Der Untersetzer sieht schöner aus, wenn die letzte abgeschnittene Kante der Quadrate nicht nach außen zeigt.

Schneekugel aus Altglas

Die Fakten sind glasklar: Jedes Jahr werden in Deutschland fast vier Millionen Tonnen Glas zu Flaschen und Einmach- oder Schraubgläsern verarbeitet. Viele landen später im Altglascontainer. Unter Einsatz von Energie können heute schon 85 Prozent des Altglases wiederverwertet werden. Am Ende hat man dann dasselbe wie am Anfang: Flaschen und Gläser. Bei unserer Weiterverwertung kommt hingegen etwas Neues heraus…

Ihr braucht:

  • 1 Marmeladen-, oder Einmachglas mit Schraubverschluss
  • wasserfester Kleber
  • Glitzerpulver
  • Kunstschnee
  • Spülmittel
  • Plastikfigürchen oder Minimodell
  • destilliertes Wasser
  • eventuell Korken
  • Unterteller
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So wird's gemacht:

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1.: Klebt auf die Innenseite des Deckels euer Figürchen oder Modell, das später im Schneesturm stehen soll. Achtet darauf, dass es nicht zu nah am Rand befestigt ist. Ist die Figur sehr klein, könnt ihr sie auf einem "Podest" aus einem Stück Korken befestigen. Lasst den Kleber gut trocknen.

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2.: Stellt euer Glas auf eine Untertasse, gebt etwas Glitzerpulver und Kunstschnee hinein und füllt es dann randvoll mit dem destillierten Wasser. Gebt einen Tropfen Spülmittel hinzu und verrührt alles vorsichtig miteinander.

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3.: Verschraubt nun Glas und Deckel. Quillt dabei etwas Wasser aus dem Glas? Prima! Dann ist keine Luft eingeschlossen. Und nun: umdrehen, schütteln - fertig!

Laterne aus Konservendose

Wir Deutschen sind Dosenfutter-Fans: Jedes Jahr werden hierzulande allein 40 Millionen Dosen Ravioli verspeist, dazu Hunderttausende Konserven voll Suppe, Bockwürstchen, geschälter Pfirsiche und Mandarinen. Weiß- und Aluminiumblech, die Materialien, aus denen Dosen gefertigt sind, lassen sich zum Glück gut pressen, einschmelzen und dann neu verarbeiten. Oder ihr verwandelt die Dose in eine Laterne

Ihr braucht:

  • 1 leere Konservendose
  • einen wasserfesten Stift
  • einen Hammer
  • 1 mittelgroßer Nagel
  • Acrylfarbe
  • einen Pinsel
  • 50 cm Draht
  • 1 Teelicht
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So wird's gemacht:

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1.: Spült die Dose gründlich aus. Entfernt die Banderole und deren Klebereste. Zeichnet nun mit dem wasserfesten Stift ein Muster aus Punkten auf die Dose: Sterne, Linien, Kreise - was euch gefällt.

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2.: Durchstoßt mit Hammer und Nagel vorsichtig die angezeichneten Löcher. Achtung: Setzt die Löcher nicht zu dicht auf ein und derselben Querrille, die Dose dellt dann ein.

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© Eva Pradel und Amin Huschi für GEOlino Extra

3.: Jetzt kommt Farbe ins Spiel - wenn ihr mögt! Bemalt die Dose mit Acryl- oder anderer wasserfester Farbe. Tragt lieber viele zarte Farbschichten als eine dicke auf, da die Farbe sonst die Löcher schließt. Wollt ihr die Laterne aufhängen, zieht zum Schluss den Draht durch zwei gegenüberliegende Löcher und verdreht diesen an den Enden. Lasst das angezündete Teelicht vorsichtig hineinfallen.

Eine Tasche aus einem T-Shirt

12 Kilogramm Kleidung - das entspricht zum Beispiel 14 Jeans oder fast 80 T-Shirts. Es ist die Menge an Klamotten, die ein durchschnittlicher Deutscher jedes Jahr aussortiert, weil sie zerschlissen, zu klein geworden, unpraktisch oder einfach nur uncool sind. Die allermeisten Sachen, die in Altkleidertonnen oder -sammelstellen landen, sind noch tragbar. Oder wenigstens weiterverarbeitbar. Etwa zu todschicken Taschen!

Ihr braucht dafür:

  • ein altes Trägershirt
  • etwas Nähgarn
  • eine Nähmaschine
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So wird die Tasche gemacht:

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1.: Wendet das Shirt auf links und näht es dann an der Unterkante zusammen. Näht noch einmal an der Naht entlang, sie wird dann stabiler.

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2.: Soll die Tasche einen Boden haben, näht noch eine Quernaht. Stülpt dazu die cken zu einem Dreieck aus und näht - wie im Bild zu sehen - etwa 7 Zentimeter unter der Spitze eine quer verlaufende Naht.

Mehr zum Thema Upcycling findet ihr hier:

GEOLINO EXTRA Nr. 50 - Wie wir die Welt retten

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