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Nix wie raus im Oktober

Im Oktober bereitet sich draußen alles auf den Winter vor. Wen und was ihr dabei beobachten könnt und welche Überbleibsel vom Sommer sich noch prima zum Basteln nutzen lassen, erfahrt ihr auf GEOlino.de


Igel und andere Tiere bauen mit Herbstlaub ihr Winterquartier. (Foto von: Imago/Imagebroker)
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Igel und andere Tiere bauen mit Herbstlaub ihr Winterquartier.

Landschaft kunterbunt

Die Blätter der Bäume haben sich gelb oder rot gefärbt und wenn ihr durch die Straßen lauft, könnt ihr mit den Füßen das heruntergefallene Laub aufwirbeln. Das macht Spaß, doch was passiert da eigentlich mit den Blättern? Und was stellt man am besten mit dem ganzen Laub an?


Sinkende Temperaturen und kürzere Tage sind Vorboten des Winters, die den Bäumen anzeigen, dass sie sich auf die kalte Jahreszeit vorbereiten müssen. Denn die Blätter bestehen aus vielen wasserreichen Pflanzenzellen, die bei Frost kaputt gehen würden. Deswegen werfen die Bäume ihr Blattwerk freiwillig und kontrolliert ab, indem sie zuvor das wertvolle Chlorophyll in die Äste und den Stamm zurückziehen. Das ist der Farbstoff, der die Blätter grün färbt, und den der Baum den Sommer über unter großer Anstrengung produziert. Er überdeckt in der warmen Jahreszeit die gelblichen oder roten Farbstoffe, die auch im Blatt enthalten sind, aber so erst im Herbst zum Vorschein kommen.

Wenn der Rückzug des Chlorophylls abgeschlossen ist, bildet sich zwischen Ast und Blatt eine Korkschicht, mit der der Baum das Blatt von der Versorgung der Nährstoffe abschneidet, um sie in der kalten Jahreszeit in anderen Teilen wie dem Stamm oder den Wurzeln einsetzen zu können. Das Blatt verhungert und fällt ab.

Am Boden sammelt sich so ein Meer aus buntem Laub, durch das man hervorragend toben kann. Viele Gärtner packt im Herbst jedoch die Aufräumwut und sie entledigen sich so schnell es geht des lästigen Abfalls. Dabei bieten die heruntergefallenen Blätter Schutz für Tiere und Pflanzen. Besonders für Igel, die ab Mitte Oktober einen Unterschlupf suchen, sind zusammengerechte Laubhaufen eine wertvolle Überwinterungshilfe. Wer sich etwas Mühe machen möchte, kann aus Holz oder Backsteinen ein richtiges Versteck für die Tiere bauen und es mit Laub und Ästen füllen, so dass der Igel es sich darin bequem machen kann. Wichtig dabei ist: Igel gehören nach draußen und nicht ins Haus. Absolute Zerstörer eines igelfreudlichen Umfeldes sind dagegen elektrische Laubsauger, denn sie saugen Jungtiere und "Igelfutter" wie Schnecken sowie Käfer einfach mit auf.


Ketten aus Eicheln, Kernen & Co.


Diese und andere Waldschätze könnt ihr zum Basteln eurer Ketten verwenden. Klickt auf das Bild für eine größere Ansicht! (Foto von: Katja Grundmann)
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Diese und andere Waldschätze könnt ihr zum Basteln eurer Ketten verwenden. Klickt auf das Bild für eine größere Ansicht!

Nicht nur das Laub fällt im Herbst zu Boden, die Bäume werfen auch ihre Früchte ab. Die lassen sich im Wald wie in der Stadt hervorragend sammeln und zum Basteln von Ketten verwenden. Besonders gut eignen sich zum Beispiel Bucheckern der Rotbuche, der meist vertretene Laubbaum in deutschen Wäldern, oder Eicheln und ihre Eichelbecher. Hagebutten bringen außerdem ein bisschen Farbe in den herbstlichen Schmuck. Ihr findet sie in dieser Jahreszeit fast überall an Rosenbüschen am Wegesrand. Für etwas feinere Partien könnt ihr außerdem Apfel- und Birnenkerne benutzen. Aufgefädelt an einer Kette sehen sie aus wie edle Perlen! Verbinden lassen sich die Elemente durch Stroh, das ihr in kurze Röhrchen schneidet.


Und so geht's: Um eure eigenen Ketten und Armbänder herzustellen benötigt Ihr eine spitze Nadel, einen stabilen Faden sowie eure gesammelten Schätze. Wer es ganz perfekt machen möchte, besorgt sich außerdem einen Kettenverschluss aus dem Bastelladen.


So oder so ähnlich könnte das Ergebnis aussehen. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. (Foto von: Katja Grundmann)
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So oder so ähnlich könnte das Ergebnis aussehen. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Ihr fädelt den Faden durch das Loch der Nadel ein und beginnt, in der gewünschten Reihenfolge die Eicheln, Apfelkerne, Hagebutten, usw. aufzufädeln. Aber Achtung, nicht pieksen! Apfel- und Birnenkerne lassen sich am besten auffädeln, wenn Sie noch weich sind, sie also relativ frisch aus dem Apfel kommen oder ihr sie noch einmal angefeuchtet habt. Auch Eicheln sind manchmal relativ schwer mit der Nadel zu durchstechen. Wenn die Nadel in der Eichel steckenbleibt und sich auf der anderen Seite nicht wieder hinausziehen lassen will, müsst ihr eventuell eine Zange zu Hilfe nehmen.

Zum Schluss werden die beiden Enden des Fadens einfach miteinander verknotet oder ihr verwendet einen Kettenverschluss, der sich einfach öffnen und schließen lässt. Er lohnt sich besonders bei kurzen Ketten und Armbändern, die man nicht über den Kopf oder die Hand ziehen kann.


Völkerwanderung der besonderen Art

Von August bis November findet über unseren Köpfen ein faszinierendes Naturschauspiel statt. Millionen von Vögeln verlassen derzeit ihre Brutregionen in unseren Breiten, um sich auf den Weg zu ihren Winterquartieren in Südeuropa oder Afrika machen. Viele von ihnen fliegen nachts und so muss man oft ganz genau hinschauen, um die Schwärme am Himmel zu entdecken.

Für ihren Langstreckenflug bilden die Tiere Formationen wie die lange Kette (z.B. Enten und Haubentaucher) oder die V-artige Keilform (z.B. Gänse und Kraniche). Stets fliegen einige kräftige Tiere voran und wechseln sich wie die Fahrer bei einem Radrennen an der Spitze ab, um ihre Kräfte zu schonen. Denn auf den hinteren Plätzen lässt es sich im Windschatten des Vordermanns leichter fliegen.


Kanadische Gänse fliegen in der typischen V-Formation in wärmere Regionen. (Foto von: Visuals Unlimited/Corbis)
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Kanadische Gänse fliegen in der typischen V-Formation in wärmere Regionen.

Zu den auffälligsten Zugvögeln, die Deutschland überqueren, gehören die Kraniche. Die lauten krächzenden Rufe, die sie beim Fliegen ausstoßen, sind meist schon von weitem zu hören. Erkennen lassen sie sich gut an ihren langen Hälsen. Bevor sie die Reise nach Süden antreten, sammeln sich die Kraniche in den wasserreichen Regionen von Mecklenburg-Vorpommern. Wenn die Witterung günstig ist, brechen sie zusammen auf und überqueren Deutschland auf einer Linie von Nordosten nach Südwesten.

Das Wanderverhalten ist seit Millionen von Jahren in den Genen der Tiere verwurzelt. Da sowohl die Brut- als auch die Überwinterungsgebiete der Vögel nur einige Monate im Jahr optimale Lebensbedingungen bieten, nehmen sie die langen Reisen in Kauf und wechseln zwischen den verschiedenen Landstrichen. Gesteuert von der inneren Uhr legen sie teilweise non-stop-Flüge von mehreren tausend Kilometern zurück. Inzwischen gibt es auch Aufschlüsse darüber, wie sie dabei den richtigen Weg finden: Forscher haben herausgefunden, dass die Tiere das Magnetfeld der Erde wahrnehmen können und ihre Route daran ausrichten.





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