Tierwelt Die erstaunlichsten Paarungsrituale der Tiere

Frühlingszeit ist Paarungszeit. In der Tierwelt müssen sich dann vor allem die Männchen ins Zeug legen und mit ihren Verführungskünsten überzeugen. Sie protzen, prügeln, tanzen, tricksen, singen… Ach, lest selbst
Kampf der Feldhasen

Feldhasen-Männchen müssen im Kampf bestehen

Feldhasen: Erst Hiebe, dann Liebe

Voll auf die Löffel! Feldhasen müssen zur Paarungszeit ordentlich einstecken. Männchen liefern sich auf Wiesen und Äckern Duelle in drei Disziplinen: Laufen, Springen, Boxen. Dafür stellen sie sich auf die Hasenfüße und prügeln mit den Vorderpfoten aufeinander ein!

Der Gewinner kommt eine Runde weiter: Er muss sich zusätzlich von der Häsin vermöbeln lassen. Im Kampf trommelt sie mit den Pfoten auf das Männchen ein und testet dessen Kraft und Ausdauer. Besteht der Auserwählte den Härtetest, wird das Weibchen friedlicher und gibt ihm endlich zu verstehen: Lass uns Babys machen, Hase.

Listspinnen werben mit Snacks

Listspinnen möchten mit Snacks verführen

Listpinnen: Eingewickelt!

Geschenke kommen immer gut an – das wissen auch männliche Listspinnen. Wollen sie ein Weibchen verführen, bringen sie ihm darum einen Snack mit. Und der wird auch noch selbst verpackt: Beliebt sind etwa tote Fliegen, die das Männchen in eine dicke Schicht aus Spinnweben wickelt. Und die Bestechung funktioniert!

Während die Spinnendame das Mitbringsel auspackt und den Inhalt verspeist, darf sich das Männchen mit ihr paaren. Oft hat der Achtbeiner das Geschenk möglichst kompliziert eingewickelt, um Zeit zu schinden. Wenn am Ende noch ein Stückchen Fliege übrig ist – umso besser. Dann schnappt sich das Männchen die Reste, verpackt sie neu und versucht damit sein Glück bei der Nächsten.

Paarungsrituale bei den Buckelwalen

Buckelwal-Männchen geben Konzerte

Buckelwale geben ein Riesen-Konzert

In Buckelwalen steckt nicht nur ein großes Herz (es kann über 200 Kilogramm wiegen), sondern auch ein Sinn für Romantik: Kaum ein anderes Tier singt so schön wie sie. Allerdings geben nur die Männchen Unterwasserkonzerte. Und: Ihre Hits erklingen nur zur Paarungszeit.

Um im weiten Ozean Weibchen anzulocken, schmettern, quietschen und grunzen die Bullen mit bis zu 190 Dezibel – das ist lauter als ein Presslufthammer. So schallen ihre Liebeslieder viele Kilometer weit. Stunden- und tagelang wiederholen die Meeressäuger ihre Strophen und Melodien. Wale aus derselben Gegend singen ähnliche Lieder und komponieren jedes Jahr neue Passagen hinzu, um ihre weiblichen Fans zu begeistern.

Paarungsritual beim Seidenlaubenvogel

Seidenlaubenvögel mögen es blau

Seidenlaubenvögel machen blau

Mancher Seidenlaubenvogel arbeitet jahrelang an seinem Liebesnest: Er säubert den Boden, sammelt Halme, biegt sie zurecht. Fertig ist die Laube – aber noch nicht hübsch. Deswegen verwandeln die Tiere den Platz vor der Hütte in ein Kunstwerk und schmücken ihn mit Blüten, Beeren, Federn, Schneckenhäusern oder Käferpanzern. In der Nähe von Menschensiedlungen stibitzen manche sogar Wäscheklammern, Plastikfetzen, Papierschnipsel.

Wichtig ist: Sämtlicher Deko-Schnickschnack muss blau sein, denn bei dieser Farbe werden die Weibchen schwach. Die Damen inspizieren mehrere Lauben, bevor sie sich für einen Kandidaten entscheiden. Um zu gewinnen, flattern manche Männchen darum sogar bei den Nachbarn vorbei und räumen ihnen die blaue Bude leer.
 

Neugierig geworden? Wie Pandabären, Tintenfische, Flamingos und Winkerkrabben um die Gunst der Weibchen buhlen, lest ihr im GEOlino Magazin Nr. 05/2018 "Mahlzeit".

Fuchs, Konsta Punkka
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