GEOlino.de - Wie werde ich Journalist? Seite 1 von 2
Artikel vom


Text von

Wie werde ich Journalist?

Politiker, Künstler und Wissenschaftler interviewen? Aus fernen Ländern berichten? Hier erfahrt ihr, was Journalisten sonst noch machen - und wie man einer wird
Mit Porträts von vier Redakteuren


Ob bei einer Zeitung, für das Internet, beim Radio oder Fernsehen – Journalisten befassen sich ständig mit neuen Themen und begegnen so verschiedensten Menschen. Das macht ihren Arbeitsalltag vielseitig und abwechslungsreich.

Ihre Aufgabe besteht aber nicht nur darin, sich mit Menschen zu unterhalten und zu beobachten, was in der Welt passiert – sie bereiten diese Informationen auf. Ziel ist es, zum Teil komplizierte Themen in einfache und klare Worte zu fassen, so dass die Leser, Zuschauer oder Zuhörer verstehen, worum es geht.


Bekannte Persönlichkeiten zu interviewen - wie hier Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko - ist nur ein Teil journalistischer Arbeit (Foto von: Fernando Baptista/ Imago)
© Fernando Baptista/ Imago
Foto vergrößern
Bekannte Persönlichkeiten zu interviewen - wie hier Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko - ist nur ein Teil journalistischer Arbeit

Da es immer deutlich mehr Informationen gibt, als in einem Artikel oder Fernsehbeitrag Platz finden, sollten Journalisten eine schnelle Auffassungsgabe haben – denn sie müssen entscheiden, welche Informationen wichtig sind und welche man weglassen kann.

Um das nach bestem Wissen und Gewissen beurteilen zu können, ist eine gründliche Recherche nötig. Auch deshalb, weil – beispielsweise – ein Artikel die Meinung der Menschen über einen bestimmten Politiker beeinflussen kann. Journalisten tragen damit eine Verantwortung dafür, was sie veröffentlichen.



Viele Wege führen in den Journalismus

Eine vorgeschriebene Ausbildung für Journalisten gibt es nicht. Eines haben aber nahezu alle Redakteure gemeinsam: praktische Erfahrung. Der Einstieg über ein Praktikum bei einer lokalen oder regionalen Tageszeitung ist weit verbreitet. Im Vergleich zu großen Verlagen dürfen Praktikanten dort oft viel schreiben und sich ausprobieren.
Wer sich engagiert und etwas Glück hat, kann nach dem Praktikum als freier Mitarbeiter weiter Erfahrungen sammeln. Denn neben sprachlichem Talent gibt es im Journalismus viele handwerkliche Kniffe. Und Übung macht auch hier den Meister. Also gilt: Schreiben, schreiben, schreiben!


Die klassische journalistische Ausbildung ist das Volontariat. In der Regel dauert das zwei Jahre. Innerhalb dieser Zeit arbeiten die Volontäre jeweils ein paar Monate in den verschiedenen Abteilungen eines Verlages oder Rundfunksenders. So bekommen sie einen Einblick in den gesamten Produktions-Zyklus des jeweiligen Mediums.

Einige Verlage haben auch eigene Journalistenschulen. Zusätzlich gibt es freie Journalistenschulen, die nicht an ein Medienhaus gebunden sind. In Kursen lernen die angehenden Redakteure Theorie und Praxis, wie man journalistisch arbeitet. Die meisten Journalistenschulen testen die Bewerber gründlich, bevor sie diese aufnehmen. Dazu gehört oft ein Wissenstest aber auch das Schreiben von Probetexten.

Bevor sie die Journalistenschule absolvieren, haben die meisten Redakteure studiert. "Ein abgeschlossenes Studium wird fast immer verlangt. Das gilt für alle Fachrichtungen gleichermaßen", weiß Siegfried Weischenberg, Professor für Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Hamburg. Im Anschluss an Geistes- oder Naturwissenschaften studieren manche angehende Redakteure zusätzlich Journalistik. Einige Universitäten bieten hierfür spezielle Aufbaustudiengänge an. Im Vergleich zum Volontariat und den Journalistenschulen vermitteln diese Studiengänge auch Wissen, das über den redaktionellen Alltag hinausgeht. Unter anderem gehören dazu Medienrecht, Ethik in den Medien und kommunikationswissenschaftliche Grundlagen.


Die Mischung macht's!

Sinnvoll ist es, zwei dieser Ausbildungswege miteinander zu kombinieren. Neben Talent sind laut Siegfried Weischenberg Neugier und ein gewisser Enthusiasmus für Aktualität unerlässlich. "Zwischen den einzelnen Medien muss man dann etwas differenzieren: Beim Radio brauchte man eine gute Stimme, im Fernsehen spielt auch Aussehen eine Rolle, für die Print- und Onlinemedien muss man gut mit Sprache umgehen können", so Weischenberg.

Da auch die Medien von der Wirtschaftskrise betroffen sind, gibt es derzeit viel mehr Journalisten als freie Stellen. Wer also auf jeden Fall in die Medien möchte, muss sich gegen viele Mit-Bewerber durchsetzen. Aber wie? "Man sollte in jedem Fall für diesen Beruf brennen!", so Weischenberg.


Mehr zum Thema


Seite 1 von 2


Druckansicht Artikel versenden Deine Meinung Kontakt Sitemap