Kurioses Die Erde ist eine Scheibe und andere Irrtümer

Dass die Erde rund ist und die Kontinente auf ihrer Oberfläche wandern, ist für uns heute ganz selbstverständlich. Doch Forscher und Denker früherer Zeiten hatten ganz andere Vorstellungen von unserem Planeten. Wir stellen euch einige ihrer verrücktesten Ideen vor
Erde ist eine Scheibe

Die Erde ist eine Scheibe

Wer sagt das?

Vor 2500 Jahren war diese Vorstellung weit verbreitet. In Griechenland glaubte es etwa der Geograf Hekataios von Milet.

Hält sich die Idee?

Nein, schon im 4. Jahrhundert vor Christus liefert der Philosoph Aristoteles Argumente für eine runde Erde – etwa, dass sie bei Mondfinsternissen immer einen runden Schatten wirft. Eratosthenes berechnet gut 100 Jahre später sogar ihren Umfang. Danach zweifelt kaum noch ein Gelehrter an der runden Erde. Ein paar hartnäckige Fans hat die flache Scheibe aber selbst im 21. Jahrhundert noch.

Die Erde ist erst 6000 Jahre alt

Wer sagt das?

James Ussher, der Bischof der englischen Stadt Carlisle, rechnet im Jahr 1650 Zeitangaben in der Bibel zusammen – und kommt zu dem Ergebnis, dass die Erde am 22. Oktober 4004 vor Christus entstand.

Hält sich die Idee?

Jein. Naturforschern, die sich im 18. Jahrhundert mit Fossilien und Gesteinen beschäftigen, kommen die 6000 Jahre viel zu kurz vor. Tatsächlich ist die Erde 4,5 Milliarden Jahre alt. Dies berechnen Wissenschaftler im Jahr 1953 mit der „Uran-Blei-Datierung“. Diese Methode bestimmt das Alter von Steinen mithilfe radioaktiver Stoffe, die darin enthalten sind. Und trotzdem: Viele bibeltreue Christen glauben noch heute an James Usshers Berechnung.

Es gibt vier Elemente

Wer sagt das?

Der Grieche Empedokles lehrt im 5. Jahrhundert vor Christus, dass die Welt aus den vier Elementen Wasser, Erde, Luft und Feuer besteht, die je nach Mischung verschiedene Stoffe ergeben – Flüssigkeiten, Gesteine oder Metalle etwa.

Hält sich die Idee?

Ziemlich lang. Alchemisten teilen Materialien noch im Mittelalter so ein. Erst im 17. Jahrhundert beginnt der Engländer Robert Boyle, Stoffe wissenschaftlich zu untersuchen und begründet damit die moderne Chemie. Bis heute haben Forscher 118 Elemente wie Kohlenstoff, Eisen oder Wasserstoff nachgewiesen: die Bausteine, aus denen sich unsere ganze Welt zusammensetzt.

Der Südkontinent

Wer sagt das?

Europäische Kartografen. Noch um 1600 zeichnen sie auf Weltkarten einen gewaltigen Erdteil ein, der sich vom Südpol bis nahe an Südamerika und Afrika erstreckt.

Hält sich die Idee?

Als Seefahrer im 17. Jahrhundert die südlichen Meere immer besser kennenlernen, schrumpft der fabelhafte Riesenkontinent Stück für Stück zusammen. Übrig bleibt am Ende die viel kleinere Antarktis, die der Brite James Cook im Jahr 1772 als Erster umrundet.

Die Erde ist hohl...

Wer sagt das?

Der Astronom Edmond Halley. Er will 1692 das geringe Gewicht der Erde erklären, das der Physiker Isaac Newton kurz zuvor falsch berechnet hat.

Hält sich die Idee?

Ziemlich. Erst 1798 beweist der englische Forscher Henry Cavendish, dass die Erde schwerer ist als angenommen. Den genauen Aufbau unseres Planeten ermitteln Forscher im 20. Jahrhundert.

... und wir leben darin!

Wer sagt das?

Der amerikanische Arzt Cyrus Reed Teed im Jahr 1869. Er erklärt, dass wir auf der Innenseite einer Hohlkugel leben, in deren Mitte Mond, Sonne und Sterne schweben. Weil sich das Licht im Inneren auf krummen Bahnen bewegt, können wir die Erdteile gegenüber nicht sehen.

Hält sich die Idee?

Erstaunlicherweise findet Teed bis heute Anhänger. Wissenschaftler halten seine Ideen jedoch schon seit jeher für Quatsch.

Das Land versinkt

Wer sagt das?

Naturforscher des 19. und 20. Jahrhunderts. Ihnen fällt auf, dass auf getrennten Kontinenten verwandte Pflanzen und Tiere leben – etwa in Afrika und Südamerika. Sie folgern: Diese waren früher miteinander verbunden, ehe das Land dazwischen im Meer versank.

Hält sich die Idee?

Erst um 1960 setzt sich Alfred Wegeners Theorie des Kontinentaldrifts durch, nach der sich die Kontinente auf der Erdoberfläche bewegen.

Die Erde schrumpft

Wer sagt das?

Der französische Geologe Léonce Élie de Beaumont. Er erklärt die Entstehung von Gebirgen 1829 mit der Abkühlung der Erde. Bei dem Prozess schrumpfe der Planet und werfe Falten wie ein abkühlender Bratapfel. Diese Falten seien die Berge.

Hält sich die Idee?

Bis weit ins 20. Jahrhundert. Dann setzt sich bei Geologen die Theorie durch, dass die Erdkruste beweglich ist und Gebirge wie die Alpen durch den Zusammenprall von Erdplatten entstehen.

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