Arabien Arabischer Aufbruch in die Demokratie

Lange Zeit herrschten in vielen arabischen Ländern undemokratisch regierende Staatsoberhäupter. Jetzt lehnen sich die Bevölkerungen verschiedener Nationen dagegen auf und fordern mehr Demokratie und Menschenrechte. Wie es dazu kommt, erfahrt ihr hier

In vielen arabischen Ländern herrschen Diktatoren. In einer Diktatur schreibt eine Person oder eine kleine Gruppe dem Volk vor, was sie machen dürfen und was verboten ist. Oft werden den Menschen strenge Regeln auferlegt. Diktatoren setzen Armeen ein, um diese Regeln zu überwachen und um ihre eigene Macht zu sichern. Die Menschen in einer Diktatur dürfen beispielsweise nicht frei reden. Sprechen sie dennoch etwas an, was dem Herrscher nicht recht ist, kann es sein, drohen ihnen Strafen. Teilweise wird in den Gefängnissen gefoltert, um die Leute einzuschüchtern. Im schlimmsten Fall werden sie verschleppt oder gar umgebracht. Die Menschen, die unter diesen Umständen leben müssen, fühlen sich unterdrückt

Arabischer Aufbruch in die Demokratie

Libyer demonstrieren gegen Machtinhaber Muammar al-Gaddafi

Wie kam es also in Ägypten, Tunesien, Libyen und anderen arabischen Ländern zu Protesten, die die Macht der Despoten angriffen? Angefangen hat es mit Tunesien. Dort waren die Menschen so wütend über diese Lebenssituation, dass sie es nicht mehr ertrugen. Im Dezember 2010 verbrannte sich ein junger Mann sogar, weil er keine andere Perspektive mehr sah. Er hatte an der Universität studiert und einen Abschluss in der Tasche. Doch er fand keine Arbeit. Daher wollte er in seinem Dorf Obst und Gemüse verkaufen. Weil er hierfür aber eine Genehmigung brauchte, diese aber nicht bekam, verzweifelte er und wusste nicht mehr weiter. Sein Tod bewegte die Tunesier, sie gingen auf die Straße und protestierten. Mit Erfolg: Innerhalb von wenigen Tagen stürzten sie durch Demonstrationen und Märsche den Machthaber Sajn al-Abadin Ben Ali. Er regierte über 23 Jahre lang das tunesische Volk. Dieser Umsturz geht als Jasminrevolution in die Geschichtsbücher ein.

Über die Medien erfuhren die Menschen in anderen arabischen Staaten, was in Tunesien passierte. Die Tunesier zeigten ihnen, dass man mit den Protesten etwas verändern kann.

In Ägypten hatten sie Erfolg: 18 Tage lang protestierten sie gegen ihren Staatschef Hosni Mubarak. Dann gab dieser seinen Rücktritt bekannt.

In dem Staat Libyen hingegen schlug Machtinhaber Muammar al-Gaddafi mit aller Härte gegen Regime-Gegner ein. Es kam zu einem Bürgerkrieg zwischen der Bevölkerung und den regime-freundlichen Truppen. Daraufhin beschloss die UNO am 17. März 2011, dem Konflikt nicht länger tatenlos zuzusehen und in den Machtkampf einzuschreiten. Die Kämpfe dauern immer noch an. Bislang starben vermutlich über 10.000 Menschen.

Arabischer Aufbruch in die Demokratie

Demonstranten verbrennen Bilder von Machtinhaber Muammar al-Gaddafi

Auch in Syrien protestieren unzufriedene Bürger. Da der Präsident Baschar al-Assad die Presse nicht frei über Geschehnisse berichten lässt, ist die Situation unklar. Bekannt ist, dass Assad auf Grund der Volksproteste geringe Zugeständnisse machte. Er entließ sein Kabinett und setzte ein Reformkomitee ein. Doch den mutigen Demonstranten reichen die Schritte nicht und fordern weiterhin Assads Rücktritt. Nun geht auch er, wie Libyens al-Gaddafi mit Gewalt gegen seine Kritiker vor.

Auch in weiteren arabischen Ländern entflammten in den letzten Monaten Protestbewegungen. Ob es dort zu Veränderungen kommt und wie viel das Volk bewegen kann, bleibt abzuwarten. Doch klar ist: die Bürger der arabischen Welt möchten eine Veränderung. Sie wollen mehr Freiheit erlangen und kämpfen dafür.

Staatsformen der Welt

Es gibt verschiedene Staatsformen. Die verbreiteten sind Demokratie, Diktatur und Monarchie.

Demokratie:

  • das Wort stammt aus dem griechischen und bedeutet übertragen Volksherrschaft
  • die Idee der Demokratie stammt aus dem Altertum, genau gesagt aus dem 6. Jh v. Chr.
  • in Demokratien gibt es eine Ordnung, die festlegt, wer bestimmen darf
  • die Bürger der Demokratie wählen die Regierung, die Bürger leihen den Politikern die Macht
  • durch Wahlen entscheiden die Bürger, wem sie die Macht übertragen
  • die Wahlen sind frei und geheim
  • in Demokratien kann jeder seine Meinung frei sagen
  • Deutschland ist ein demokratischer Staat, auch beinahe alle anderen europäischen Länder sind demokratisch organisiert, ebenso die USA
  • Diktatur:

  • in einer Diktatur herrscht eine Person oder eine kleine Gruppe alleine
  • der Machthaber legt seinem Volk strenge Regeln auf
  • häufig hat er eine Armee, damit sich die Menschen nicht gegen ihn erheben
  • die Bevölkerung einer Diktatur darf nicht frei sprechen, tun sie es dennoch, drohen schwere Strafen
  • in der Welt gibt es noch einige Diktaturen, wie zum Beispiel Kuba, Simbabwe, Weißrussland, Nordkorea oder China
  • Monarchie:

  • Die Monarchie kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Alleinherrschaft
  • eine einzige Person, der Monarch, regiert das Land
  • er wird nicht gewählt, das Amt wird vererbt
  • Monarchen können die Titel König, Scheich, Fürst oder andere Adelstitel tragen
  • es gibt nur noch wenige Länder, in denen Könige alleine herrschen, wie zum Beispiel in Saudi-Arabien, Monaco und Brunei
  • in Europa gibt es zwar einige Länder die einen König haben: Großbritannien, Dänemark, Schweden, Norwegen oder Belgien. Diese besitzen aber faktisch keine Macht

Wegen der Umruhen in Libyen floh Mohammed nach Tunesien. Hier erzählt er seine Geschichte

Mohammeds Flucht aus Libyen
Libyen
Mohammeds Flucht aus Libyen
Mohammed lebte bis vor Kurzem in Tripolis, der Hauptstadt Libyens. Doch seit Mitte Februar kommt es überall im Land zu blutigen Kämpfen. Daher floh Mohammed mit seiner Familie ins Nachbarland Tunesien
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