Weltveränderer Loriot

Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot, war einer der größten deutschen Humoristen. Mit seinen lustigen Zeichnungen, Geschichten und Filmen begeisterte er ganz Deutschland

Bürgerlicher Name:

Bernhard-Viktor Christoph Carl von Bülow

Lebensdaten: 12. November 1923 bis 22. August 2011

Nationalität: deutsch

Zitat: "Es ist sonderbar, aber Eltern sind auch Menschen, und sie sind, was die Herstellung und Aufzucht von Nachwuchs betrifft, so etwas wie ungelernte Arbeiter."

Loriot

Loriot prägte den Humor vieler Menschen

Wie Loriot lebte

Bernhard-Viktor Christoph Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow, wurde am 12. November 1923 in Brandenburg geboren. Die Familie von Bülow ist seit Generationen adelig. Der Name Loriot, unter dem Vicco von Bülow bekannt wurde, ist französisch für Pirol. Das ist eine Singvogelart, die das Familienwappen der von Bülows ziert.

Loriot wuchs in Berlin auf, zog aber 1938 - nach der Scheidung seiner Eltern - mit seinem Vater und dem jüngeren Bruder nach Stuttgart. Dort besuchte er das Gymnasium. In alter Familientradition begann er nach dem Abitur die Ausbildung zum Offizier bei der Bundeswehr. Nach mehreren Jahren im Einsatz erreichte er die Stellung des Oberleutnants, also den zweitniedrigsten Dienstgrad.

Spieltipp: Das verrückte Loriot-Legespiel
Brettspiel
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Wer kennt ihn nicht: Loriot und seine berühmten Figuren mit den Knollnasen. Beim Spielen des Legespiels findet ein Wiedersehen mit Loriots witzigen Charakteren statt

Als der zweite Weltkrieg zu Ende ging, arbeitete er zunächst als Holzfäller. Wenig später begann er auf Wunsch seines Vaters ein Studium der Malerei und Grafik in Hamburg. 1949 schloss er dieses ab und versuchte sich erstmals als Grafiker und Cartoonist. In dieser Zeit entstand das bekannte Knollennasenmännchen, das seitdem durchgehend in seinen Comics auftauchte.

Loriot widmete sich in seinen Zeichnungen den Menschen und ihren Beziehungen zueinander. Seine Zeichnungen zeigen meist alltägliche Situationen im Familien- oder Arbeitsleben, stets versehen mit kurzen Sätzen wie "Bitte sagen Sie jetzt nichts.", "Früher war mehr Lametta!" oder "Das Bild hängt schief". Damit ließ er dem Leser viel Platz für Interpretationen, es kann also jeder selbst entscheiden, wie er die Aussage des Bildes deutet.

Wie Loriot die Welt veränderte

Loriots Karriere lief zunächst nur schleppend. 1954 dann veröffentlichte ein Schweizer Verleger endlich Loriots Buch "Auf den Hund gekommen: 44 lieblose Zeichnungen". Aus dieser Erstveröffentlichung entstand eine lebenslange Zusammenarbeit. Auch die Zeitschrift Stern, für die Loriot bereits gezeichnet hatte, kam wieder auf Loriot zurück: Für die Kinderbeilage entwarf er fortan siebzehn Jahre lang die Serie "Reinhold das Nashorn". Weitere Aufträge bekam er vom großen Buchverlag Weltbild.

Fast zeitgleich wendete sich der Zeichner auch dem Fernsehen zu. Die Sendung "Cartoon", die im Süddeutschen Rundfunk bis 1972 lief, moderierte er. Für die ZDF-Sendung "Drei mal Neun" durfte er das Maskottchen Wum entwerfen. Es folgten eigene Fernsehserien bei anderen großen Sendestationen.

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Ein alter Klassiker neu aufgelegt: Das Loriot-Mühlespiel

Auch Musik und Film interessierten den Ausnahmekünstler immer stärker. So dirigierte er zum 100. Geburtstag der Berliner Philharmoniker 1982 und drehte 1988 den Film "Ödipussi". Er hatte großen Erfolg, konnte sich vor Aufträgen kaum noch retten und gewann viele Preise.

Bis zu seinem Tod am 22. August 2011 zeichnete er das bekannte Knollennasenmännchen und den Hund Wum. Loriot prägte den Humor vieler Deutschen und gilt als Legende.

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