Beruf Revierjäger

Wie viel Wild im Wald lebt und wie es ihm geht, hat Revierjägerin Tatjana Puchmüller, 34, immer im Blick

Alltag:

Revierjäger
Tatjana Puchmüller sucht mit ihren Jagdhunden verletzte Wildtiere auf
Ich kümmere mich um die Wildhege und lege das ganze Jahr über Wildäcker an, pflanze also Mais oder Hafer. Wildschweinen, Fasanen oder Hasen dient das als Nahrung. Außerdem finden sie hinter den Pflanzen Schutz vor Feinden.

Natürlich schieße ich auch mal ein Wildschwein oder spüre mit meinem Jagdhund "Luchs" angefahrene Tiere auf, um sie mit einem gezielten Schuss von ihren Leiden zu erlösen.

Zeit im Wald:

Ein Revierjäger ist eigentlich rund um die Uhr draußen unterwegs, tagtäglich. Bei mir ist es etwas weniger, weil ich noch an der Jagdschule unterrichte.

Besonders bemerkenswert:

Ich erhielt einen Anruf von einer Tierschützerin. Sie beschimpfte mich nach dem Motto: "Man müsste die Jäger selbst erschießen." Ich habe ihr dann erklärt, warum wir jagen. Wir schießen nicht einfach drauflos. Wir Jäger wollen ja selbst, dass auch in Zukunft genügend Wild in der Natur lebt. Wenn wir gar nicht eingreifen, vermehren sich etwa Rehe stark; es gibt bei uns ja fast keine großen Räuber mehr wie Bären oder Wölfe. Und wenn zu viele Rehe beieinander leben, können Krankheiten viel schneller übertragen werden. Früher oder später bricht dann eine Seuche aus. Auch deshalb müssen wir manchmal Tiere erlegen. Das hat dann auch die Tierschützerin verstanden.

Ausbildung

Die Ausbildung zum Revierjäger dauert drei Jahre. Im ersten Jahr lernt man an einer Schule, wie man etwa Wildäcker anlegt oder einen Hochsitz baut. Außerdem übt man, Tierstimmen nachzuahmen. Diese Wildlockrufe sind ganz praktisch, wenn ich ein Tier zum Stehen bringen oder anlocken will, damit ich es genauer betrachten kann. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr folgt dann der praktische Teil.

Tipp:

Man sollte wissen, dass Revierjäger zur Jagd früh rausmüssen. Im Hochsommer geht es dann schon um drei Uhr los. Das gehört dazu!

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