Interview Klexikon.de - Wikipedia für Kinder

Das Klexikon funktioniert wie Wikipedia, befasst sich aber besonders mit Themen, die für euch spannend sind. Wir haben mit dem Administrator der Webseite gesprochen. Mit Interview
Klexikon.de - Wikipedia für Kinder

Das Klexikon - das Nachschlagewerk für Kids

Ihr braucht Infos für euch oder die Schule, aber die Erklärungen, die ihr im Netz findet, sind einfach viel zu kompliziert und unverständlich? Dann klickt euch doch in das Klexikon. Das ist nämlich ein neues Online-Lexikon nur für Kinder. Es bietet nicht nur verständliche Inhalte in verschiedenen Kategorien, sondern jeder kann auch aktiv dabei sein. Wenn ihr mitmachen wollt, könnt ihr das auf viele verschiedene Arten: Ihr könnt Artikel schreiben oder verbessern, Bilder hinzufügen, neue Mitmacher begrüßen und und und.

Momentan sind schon über 250 Artikel online und bis Ende des Jahres sollen es mit Hilfe von fleißigen Mitmachern bereits 1000 sein. Wie das Ganze genau funktioniert, erfahrt ihr unter der Rubrik Mitmachen. Das Klexikon wird ausschließlich von Ehrenamtlichen geschrieben. Damit sind nicht nur Kinder gemeint, sondern auch Erwachsene können dabei sein. Natürlich muss man dafür kein Schreib-Profi sein. Im Gegenteil: Jeder Artikel entsteht erst einmal als Entwurf und wird von anderen dann gemeinsam bearbeitet und fertig gestellt.

Jeder, der also Lust hat, dabei zu sein, wenn das Klexikon wächst, darf gerne mitmachen.

Die Idee zum Klexikon kam im Mai 2013 von Michael Schulte, der unter anderem viele Jahre Redakteur der Kindersendung Kakadu des Deutschland-Radios war. Wir haben mit ihm über das neue Kinder-Lexikon gesprochen:

Herr Schulte, wie sind Sie auf die Idee zum Klexikon gekommen?

Mir hat ganz einfach eine Wikipedia (also ein Lexikon) für Kinder gefehlt. Wenn ich mit meinen beiden Kindern unterwegs bin und die mir Fragen stellen, suche ich häufiger in der Wikipedia nach Antworten. Aber für Kinder geschrieben ist die nicht. Manchmal ist es auch mir zu kompliziert und zu umfangreich. Also habe ich mir gedacht: Es müsste doch möglich sein, auch eine Wikipedia für Kinder auf die Beine zu stellen.

Haben Sie die Erfahrung gemacht, dass viele Kinder sich so etwas wünschen?

Bisher habe ich schon mit 100 Kindern ausführlich über das Klexikon gesprochen und über ihre Erfahrungen mit der Wikipedia. Die meisten davon waren so zehn oder elf Jahre alt. Alle nutzen die Wikipedia regelmäßig, oft auch mehrmals pro Woche. Richtig zufrieden sind sie aber nicht, weil Wikipedia-Artikel eben nicht "kindgerecht" sind. Viele Fremdwörter werden nicht erklärt, die Artikel sind oft nicht einfach und verständlich geschrieben.

Wie kam es zu dem Namen "Klexikon"?

Mit dem Namen soll schnell klar werden, dass es sich um ein Lexikon handelt. Das K am Anfang steht für Kinder. Aber natürlich sollen auch Jugendliche und Erwachsene etwas lernen im Klexikon. Meine Überzeugung ist, dass leicht verständliche Artikel mit den wichtigsten Infos zu einem Begriff wie Altertum oder Zunge für alle Altersgruppen geeignet sind. Wenn es Kinder verstehen, kommen hier auch Eltern zurecht.

Was muss man machen, um selbst dabei sein zu können? Gibt es eine Altersgrenze, bestimmte Sachen, die man können muss?

Wir möchten, dass auch Kinder mitmachen. Deshalb haben ein paar Kinder ein Benutzerkonto, mit dem sie eigene Artikel anlegen und alle Texte im Klexikon verbessern können. Die Eltern dieser Kinder sind aber auch "Mitmacher" im Klexikon, damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Was uns im Moment auch sehr hilft, sind neue Vorschläge für unsere Wunschliste, die man im Klexikon links unter "1000 Artikelwünsche" findet.

Uns interessiert: Welche Artikel sollten auf jeden Fall bald im Klexikon zu finden sein? Kinder können uns ihre Vorschläge per E-Mail an kontakt@klexikon.de schicken, auch wenn sie kein Benutzerkonto haben.

Wer hat die Artikelwünsche zusammengestellt? Lief das in Zusammenarbeit mit Partnerschulen?

Die ersten 700 Artikelwünsche habe ich zusammengestellt. Dabei habe ich überlegt, mit welchen Themen Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren zu tun haben. Dann habe ich mit vielen Kindern und Erwachsenen darüber gesprochen, welche Begriffe aus ihrer Sicht noch fehlen. Bis heute sind deshalb noch über 500 Begriffe dazu gekommen, allein 200 von Kindern aus Projektschulen.

Was genau haben die Projektschulen zur Entstehung des Klexikons beigetragen?

Die Projektschule in Berlin hat neue Begriffe beigesteuert, viele Artikel kritisch durchgelesen und verbessert und dann auch heftig über den besten Namen für ein Kinderlexikon im Internet diskutiert. Ein Lieblingsname war Aidepikiw - das ist Wikipedia rückwärts geschrieben.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Wie soll es mit dem Klexikon weiter gehen?

Bis Weihnachten wünsche ich mir 1000 Artikel im Klexikon, die alle mindestens so lang sind wie in einem gedruckten Kinderlexikon. Dann ist das ein wunderbares Geschenk für alle Kinder im deutschsprachigen Raum. Also nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz, in Österreich oder in Südtirol in Italien. Denn auch dort haben wir Projektschulen, genauer gesagt in Bern, Wien und Brixen.

Vielen Dank für das Interview

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