Basteln Musikinstrumente selbstgemacht

Bastelt Euch Euer eigenes Orchester. Mit Regenstab, Bumbaß, Rasseltrommel und Kazoo wird jedes Lied zum Hit! Die Bastelanleitungen zeigen wir euch hier

Wir haben für Euch ein paar verrückte Instrumente wiederentdeckt und variiert - mit denen wird jedes Lied zum Popkonzert!

Der Regenstab

Die Indianer Südamerikas benutzten ihn, um lang ersehnte Wolkenbrüche herbeizuzaubern: den Regenstab. Allerdings wurden diese Instrumente bei ihnen aus toten Kakteen und Wüstensand gefertigt. Da beides in unseren Breiten Mangelware ist, haben wir uns eine andere Variante überlegt.

Ihr braucht:

- 1 Versandrohr aus Pappe (ca. 7 x 70 cm) mit Deckeln

- 500 g Linsen

- etwa 200 bis 250 Nägel (ca. 4 cm lang)

- Hammer

Und so wird der Regenstab gebaut:

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1. Schlagt mit dem Hammer die Nägel in die Papphülle - und zwar in einer Reihe, die spiralförmig um das Rohr verläuft (rot). Der Abstand zwischen zwei Metallstiften sollte etwa anderthalb Zentimeter betragen.

2. Dasselbe wiederholt Ihr, aber um 180 Grad versetzt. Das heißt: Der erste Nagel der zweiten Spirale liegt genau gegenüber dem ersten der ersten Spirale (blau).

3. Verschließt ein Ende der Röhre mit dem Deckel. Nun könnt Ihr am anderen Ende die Linsen einfüllen. Während sie im Inneren durch das Nagelgewirr fallen, klingt das wie prasselnde Tropfen.

Wenn Ihr nun auch auf die zweite Öffnung einen Deckel setzt und Euren Regenstab langsam hin und her schwenkt, ist ein ganzes Platzregenkonzert zu hören.

Die echten Klangbastler unter Euch sollten auch mal andere Füllungen ausprobieren - Reis zum Beispiel rauscht echt gut (ungekocht, versteht sich...).

Der Bumbaß

Der soll Musik machen? Ursprünglich war der Bumbaß tatsächlich eher zum Lärmen als zum Musizieren da. Für den besonderen Krach wurde er in Europa seit dem 17. Jahrhundert mit Schellen und Becken bestückt. Unser Bumbaß dagegen spielt die schönsten Melodien: Wir haben ihn nämlich mit einem Hebel versehen und in ein echtes Solo-Instrument verwandelt.

Ihr braucht:

- 2 Holzleisten (1 x 2 x 150 cm)

- 1 Luftballon als Resonanzkörper

- 1 Stück Bindfaden als Saite (ca. 2 m)

- 1 Zylinderschraube mit Mutter (0,5 x 4 cm)

- Bleistift, Säge und Zollstock

- Schraubenzieher und Leim

- Bohrmaschine und 5 mm Holzbohrer

Und so wird der Bumbaß gebastelt:

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1. Zuerst sägt Ihr aus einer Holzleiste zwei Teile zurecht, von denen eines 1,20 Meter und eines 30 Zentimeter lang ist. Aus der anderen Leiste macht Ihr drei Stücke: eines ebenfalls 1,20 Meter lang, die beiden anderen 20 beziehungsweise 10 Zentimeter - das werden der Hebel und der Steg des Basses.

2. Nun müßt Ihr ein paar Löcher bohren: An je einem Ende der beiden langen Leisten und des Hebels. 6 Zentimeter von seinem bereits durchlöcherten Ende muß der Hebel noch einmal durchbohrt werden. Ein wenig knifflig ist das 30 Zentimeter lange Stück. Es muß auch an einem Ende durchbohrt werden, aber durch seine Schmalseite. Schaut Euch dazu die Zeichnung ganz genau an - und bittet einen Erwachsenen um Hilfe!

3. Jetzt wird geleimt: Das 30-Zentimeter-Stück klebt Ihr zwischen die beiden langen Teile, so wie auf dem Bild zu sehen. Wenn der Leim getrocknet ist, schraubt Ihr den Hebel oben zwischen die langen Leisten, so daß er sich noch gut bewegen läßt, ohne zu wackeln.

4. Als nächstes blast Ihr den Luftballon auf - nicht zu fest, sonst ist er nicht mehr elastisch genug und platzt, wenn Euer Baßspiel zu heftig wird. Fädelt nun den Bindfaden durch das freie Loch im Hebel sowie durch jenes am unteren Ende des Instruments. Knotet das Band fest, so daß sich der Ballon zwischen Faden und Holz klemmen läßt, ohne herauszufallen.

5. Zuletzt schiebt Ihr das kurze Holzstück zwischen Ballon und Bindfaden. Wenn Ihr den Faden - Eure Saite - anschlagt, überträgt dieser Steg die Schwingung auf den Resonanzkörper - den Ballon. Probiert ein bißchen aus: Der Steg soll am Ende so sitzen, daß die Saite nicht schnarrt, wenn Ihr darauf spielt - das heißt, sie darf zwischen Steg und Hebel den Ballon nicht berühren.

6. Nun kann das Spiel beginnen! Haltet den Bumbaß aufrecht. Mit dem Zeigefinger einer Hand schlagt Ihr die Saite an, mit der anderen bedient Ihr den Hebel. Durch seine Bewegung wird die Spannung der Saite verändert und der Ton höher oder tiefer. Ein guter Bumbaß hat einen Tonumfang von mehr als einer Oktave - genug für ein Ständchen unterm Weihnachtsbaum!

Die Rasseltrommel

Trommeln dieser Art gibt es so ungefähr überall auf der Welt. Nur das Baumaterial ist immer verschieden: Schädeldecken, Kokosnüsse - was halt gerade da ist. Für den Anfang empfehlen wir aber unsere Version aus Kork und Pappe. Trotzdem ist es spannend, mit verschiedenen Trommelfellen zu experimentieren: Papier, Plastik- oder Alufolie - alles klingt anders. Probiert es selbst!

Ihr braucht für die Trommel:

- 1 Versandrohr aus Pappe (ca. 8 cm Durchmesser) mit Deckeln

- 1 Rundholz (1 x 30 cm)

- 2 Korken

- 2 Bindfäden (jeweils 15 cm) und eine Schere

- 2 Ringschrauben

- 1 kleine Holzschraube

- Schraubenzieher und Säge

- Bohrmaschine mit 10 mm Bohrer

- eventuell einen Drillbohrer zum Vorbohren

Und so geht das:

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1. Von der Pappröhre sägt Ihr ein 8 Zentimeter langes Stück ab und bohrt ein Loch hinein - so wie auf dem Bild.

2. In dieses Loch steckt Ihr das Rundholz. Das wird der Trommelgriff. Damit er hält, dreht Ihr dort, wo der Holzstab von innen auf die Röhrenwand trifft, von außen die kleine Schraube durch die Pappe und in das Holz. Wenn das zu schwer geht, müßt Ihr den Drillbohrer benutzen.

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3. Seitlich dreht Ihr die beiden Ringschrauben in die Pappe. Damit sie nicht ausreißen, solltet Ihr von innen kleine Korkenstücke dagegensetzen.

Schneidet einen der Korken in der Mitte durch und drückt je ein Stück von innen gegen die Pappwand, während Ihr die Ringschrauben reindreht - dann bohren sie sich automatisch auch in den Kork. Setzt dann die Deckel auf die beiden Öffnungen.

4. Den zweiten Korken halbiert Ihr ebenfalls und bohrt dann jeweils ein Loch durch die beiden Teile. Das geht zum Beispiel mit dem Drillbohrer oder auch mit dem Schraubenzieher. Fädelt jetzt einen Bindfaden durch eines der Korkenstücke und verknotet ihn, so daß er nicht mehr durch das Loch zurückrutschen kann.

Das andere Ende knotet Ihr an einer der Ringschrauben fest. Achtung: Der angebundene Korken muß genau bis in die Mitte der Versandhüllendeckel reichen. Dasselbe wiederholt Ihr mit dem anderen Kork und dem übrigen Faden.

5. Fertig ist die Drehtrommel. Wenn Ihr sie am Stiel haltet und diesen zwischen den Handflächen dreht, werden die Korkenstücke im Takt auf die Hüllendeckel geschleudert. Genau das richtige für heiße Rhythmen in der kalten Jahreszeit!

Instrument Nr. 4: Das Kazoo

Das Kazoo (sprich "Kasuh") heißt genauso komisch, wie es klingt. Das Prinzip, nach dem es funktioniert, ist schon seit Urzeiten bekannt - seit irgendwer auf die Idee kam, auf einem Grashalm zu blasen: Durch Schallwellen vibriert die Membran und gibt dem Ton seinen komischen kratzigen Klang. Unser Kazoo aber ist viel raffinierter als solch ein Halm. Und: Es ist trotzdem kinderleicht zu machen!

Für das Kazoo braucht ihr:

- 1 hohles Bambusrohr (etwa 15 mm Durchmesser; aus dem Baumarkt oder Gartengeschäft)

- Klebefilm

- 1 Zigarettenpapierchen

- Taschenmesser und Säge

- feines Sandpapier und Rundfeile

Und so wird das Kazoo gebaut:

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1. Sägt von dem Bambusrohr ein etwa 20 Zentimeter langes Stück ab. Achtung: Dort, wo der Bambus seine typisch ringförmigen Knoten hat, sind im Rohrinneren Trennwände; Ihr braucht aber ein durchgehend offenes Stück.

2. Etwa 3 und 5 Zentimeter von einem Ende kerbt Ihr das Rohr mit der Säge 3 Millimeter tief ein. Das Holz zwischen diesen Kerben trennt Ihr vorsichtig schichtweise mit dem Messer heraus - bis Ihr ein Loch "geschnitzt" habt. Am Ende soll diese Öffnung ebenmäßig rechteckig sein!

3. Jetzt kommen Sandpapier und Feile zum Einsatz: Mit der Feile glättet Ihr den Innenraum, bis er frei von Fasern ist. Mit dem Sandpapier werden die beiden Enden abgerundet, damit Ihr Euch beim Reinblasen keine Splitter in die Lippen zieht.

4. Dann schneidet Ihr ein Blättchen Zigarettenpapier so zurecht, daß es die eckige Öffnung genau abdeckt. An den Seiten muß es sogar ein Stück überstehen. Denn dort wird das Papier mit dem Klebefilm am Bambusrohr befestigt.

5. Um auf dem Kazoo zu spielen, spitzt Ihr die Lippen und summt eine Melodie in jenes Ende, das näher an der Papiermembran liegt. Dabei muß ein Luftstrom entstehen, der das Papier vibrieren läßt. Habt Ihr erst einmal herausgefunden, wie das geht, klingt das Instrument wie ein Mix aus Saxophon und Motorroller.

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