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Antarktis: Nachrichten von der Neumayer-Station III
GEOlino.de hat eine Korrespondentin im Gefrierfach der Erde: Heidi Turpeinen von der "Neumayer-Station III" beantwortet hier regelmäßig eure Fragen über ihre große Antarktis-Expedition
Es gibt einen Ort auf der Welt, von dem die letzten Sommergäste dieses Jahres bereits abgereist sind: Die Antarktis! Sie haben im März noch schnell den letzten Eisbrecher bestiegen, der sie sicher nach hause bringt. Denn inzwischen ist die Antarktis von einem 1000 Kilometer breiten Gürtel aus Packeis umgeben, den noch nicht einmal die modernsten Schiffe passieren können. Hinzu kommt, dass von Mai bis Juli in der Antarktis die Polarnacht herrscht: Das heisst, es gibt nur wenige Stunden am Tag etwas Dämmerlicht, den Rest der Zeit über ist es dunkel.
Für das Team der Neumayer-Station III setzt jetzt ein langer Winter ein: Die nächsten Monate werden sie in anhaltender Dunkelheit, umgeben von Schneestürmen und in völliger Abgeschiedenheit vom Rest der Welt verbringen. Erreichbar nur über Funk, Satelliten-Telefon oder Internet.
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Fräulein Heidis Gespür für Schnee
Eine der zwei Frauen im Team ist die finnische Geophysikerin Heidi Turpeinen. Sie hat sich direkt nach ihrem Studium bei der Neumayer-Station III beworben. Bereits seit mehr als einem halben Jahr sammelt Heidi jetzt schon in der klirrenden Kälte der Antarktis Klimadaten und untersucht die unterirdischen Bewegungen der Erdplatten. Damit unterstützt die junge Forscherin ein weltweites Programm zur Vorhersage von Erdbeben. Überhaupt eignet sich die Antarktis hervorragend als Labor: Denn auf einige Teile dieses riesigen Kontinents hat noch kein Mensch einen Fuß gesetzt.
Überwintern im ewigen Eis
Für ihren Einsatz im Eis wurde Heidi bei einem Gefahrentraining in den Alpen vorbereitet. Dort hat sie zum Beispiel gelernt, wie sie sich im Notfall aus einer Gletscherspalte befreien kann. Denn die Antarktis ist durchzogen von metertiefen Rissen im Eis, die häufig von Schneewehen verdeckt werden. An manchen Tagen fällt in der Antarktis bis zu einem halben Meter Schnee. Die Temperatur an der Küste sinkt teilweise bis auf minus 40 Grad, im Inland sogar bis auf minus 80 Grad.
Die Müllabfuhr kommt per Schiff
Natürlich hofft Heidi, dass auf der Forschungsstation während der Wintermonate niemals der Strom ausfällt: Denn Heizung und Duschen werden von Dieselmotoren betrieben. Heidi ist darauf eingestellt, sechs Monate in völliger Wildnis zu überleben. Die nächste Forschungsstation ist über 500 Kilometer entfernt. Eine Müllabfuhr gibt es natürlich auch nicht. Und so werden die Forscher ihren Müll sechs Monate lang sammeln, bis sich im Dezember der Eisbrecher "Polarstern" einen Weg zu ihnen bahnt. In der Zwischenzeit sind nur die gelegentlichen Besuche von Pinguinen, Robben und Walen zu erwarten.
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