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Redewendung Von etwas Wind bekommen

Redewendung: Das Reh wittert Gefahr
Das Reh wittert Gefahr
© Machill, O/picture alliance / Arco Images GmbH
Sicher habt ihr von dieser Redewendung schon einmal "Wind bekommen", oder? Sonst wärt ihr schließlich nicht auf dieser Seite gelandet! Wie erklären euch, wie die deutsche Redensart entstanden ist und was sie bedeutet

Als Jens nach Hause kommt, erzählt er von den Hausaufgaben, die noch zu machen sind, und vom Fußballtraining. Seine Mutter hakt nach: "Du, ich habe davon Wind bekommen, dass ihr schon vor ein paar Tagen die Mathearbeit zurückbekommen habt. Frau Schmidt erzählte mir davon. Na sag schon - wie ist sie ausgefallen?"

Jens verdreht nur die Augen und dreht sich zum Fenster. "Ach komm", ermuntert ihn seine Mutter, "Ich werde dir schon nicht den Kopf abreißen." - "Ich hab eine Vier geschrieben. Zufrieden?", platzt es aus Jens heraus.

"Ach, das ist doch nicht schlimm, mein Schatz!", antwortet seine Mutter und legt ihm einen Arm um die Schulter, "Für die nächste Mathearbeit schaust du dir einfach mit Papa nochmal die Übungen an und dann wirt du bestimmt auch wieder besser abschneiden."

Warum sagt man eigentlich "Von etwas Wind bekommen"?

Vermutlich stammt die Redewendung "Von etwas Wind bekommen" aus der Sprache der Jäger. Denn Wind ist für die Jagd äußerst ungünstig. Durch den Wind werden Gerüche von Menschen und anderen Lebewesen transportiert. So sind die Tiere, zum Beispiel Wildschweine oder Rehe, in der Lage diese Gerüche zu wittern.

Auf diese Weise sind sie vor dem Feind gewarnt und können flüchten. Jäger haben es also durch Wind schwerer, erfolgreich zu wildern. Wenn man also heute sagt, man habe "von etwas Wind bekommen", so ist gemeint, dass man von etwas erfahren hat, was eigentlich geheim bleiben sollte. Wie eben die Note einer schlecht ausgefallenen Mathearbeit...


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