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Redewendung Honig ums Maul schmieren

Redewendung: Eine klebrige Angelegenheit: Wer Honig ums Maul geschmiert bekommt, dem wird stark geschmeichelt
Eine klebrige Angelegenheit: Wer Honig ums Maul geschmiert bekommt, dem wird stark geschmeichelt
© RubberBall Productions/the Agency Collection/Getty Images
Kann man Honig ums Maul schmieren, ohne zu kleckern? Ja, kann man: Als Redewendung nämlich. Aber was bedeutet es, jemandem sprichwörtlich Honig ums Maul zu schmieren?

Als Tina in die Klasse kommt, sieht sie, wie ihre beste Freundin Sandra gerade mit Karin redet. Das ist seltsam, weil Karin normalerweise gar nicht nett zu den beiden Freundinnen ist. Tina spricht Sandra bei Stundenbeginn darauf an: "Was war denn da los? Seit wann ist Karin denn so freundlich?" Sandra verdreht genervt die Augen: "Ach, die wollte mir nur Honig ums Maul schmieren, damit ich sie zu meiner Geburtstagsparty im Freibad einlade. Aber das kann sie vergessen."

Was die Redewendung "Honig ums Maul schmieren" bedeutet

Wer einem anderen "Honig ums Maul (oder um den Bart) schmiert", will sich bei ihm oder ihr einschmeicheln - meist mit dem Ziel, etwas von dem "Beschmierten" zu bekommen. Für die Herkunft der Redensart gibt es verschiedene Erklärungen.

Die wohl Bekannteste stammt aus der Bärendressur in den vergangenen Jahrhunderten. Damals war es üblich, Bären für gelungene Übungen mit Honig zu belohnen. Dieser wurde den Tieren ums Maul geschmiert. Etwas unbekannter ist der - vorwiegend chinesische - Brauch, an bestimmten Tagen einer Götterfigur Honig auf die Lippen zu schmieren. So wollte man den Gott gnädig stimmen.

Sandra hat sich von Karins Schmeicheleien jedenfalls nicht beeindrucken lassen: Sie feiert ihren Geburtstag ausschließlich mit ihren Freunden, die nicht nur dann nett sind, wenn sie etwas wollen.


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