Redewendung Gang nach Canossa

Der Gang nach Canossa fällt niemandem leicht. Lest hier, woher diese Redewendung stammt
Gang nach Canossa

Canossa

In der großen Pause geht der Mathelehrer zu Leon und Dennis: "Leon, der Rektor möchte dich sehen!", sagt Herr Apel. Leons Freund erschrickt: "Zum Rektor? Hast du was angestellt?" Leon ist gelassen: "Nein, das ist kein Gang nach Canossa. Er hat nur meine Nachschreib-Arbeit korrigiert." Dennis ist erst recht verwundert: "Warum Canossa, ist Canossa nicht in Italien?"

Der Gang nach Canossa ist kein Vergnügen. So ging es schon dem deutschen König Heinrich dem Vierten, vor fast tausend Jahren. Im Jahr 1077 hatten König Heinrich und Papst Gregor der Siebte einen Konflikt. Sie stritten darum, wem von beiden die Macht zusteht, Bischöfe zu ernennen. Die Lage wurde ernst, als viele Gefolgsleute König Heinrich untreu wurden. Er fürchtete um seine Krone. Es gab keinen anderen Weg - um eine Lösung zu besprechen, musste er persönlich zu Papst Gregor gehen. Also zur Burg Canossa, in der sich der Papst damals gerade aufhielt.

Seitdem spricht man von einem "Gang nach Canossa", wenn man jemand anderem etwas beichten und seine Reue zeigen muss.

Redewendung, Sprache, Grammatik
Sprache
Redewendungen
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