Alles okay?! Wie der Ausdruck "Okay" die Welt eroberte

Wohl kein Ausdruck wird auf der Welt häufiger gebraucht als "okay". Aber was bedeutet er eigentlich – und wo kommt er her? Wir erzählen euch seine Geschichte, o.k.?
Alles okay

Hihi. Das ist witzig!“ März 1839: Ein Journalist der US-amerikanischen Tageszeitung „Boston Morning Post“ hat die Wörter all correct in einen seiner Texte geschrieben. „Alles in Ordnung“, bedeuten die aus dem Englischen übersetzt. Er beginnt, mit den Wörtern herumzuspielen, sie zu verdrehen und abzukürzen. Eine komische Mode ist das damals in amerikanischen Städten. Viele kürzen absichtlich Wörter falsch ab, schreiben „KG“ für know go (statt no go – „geht nicht“) oder „KY“ für know yuse (statt no use –„zwecklos“).

Nun hat auch der Journalist einen Einfall: „All correct“ klingt doch so wie oll korrect – und das könnte man mit „o. k.“ abkürzen! Gedacht, getan: Am 23. März 1839 erscheint sein Text in der Zeitung. So könnte sie sich ereignet haben, die Geburt des wohl meistgebrauchten Ausdrucks der Welt: o. k., ausgesprochen: „okay“.

Als der amerikanische Sprachforscher Allen Walker Read diese Theorie um 1963 in einer wissenschaftlichen Zeitschrift vorstellt, halten sie viele zunächst für Quatsch. Denn es gibt auch andere Erklärungen: Deutsche erzählen, o. k. sei die Abkürzung des Wortes „Oberkommando“. Finnen erinnert sie an das Wortoikea (übersetzt „richtig“), Griechen an das griechische ola kala, das „alles gut“ bedeutet. Und dann gibt es noch die Choctaw-Indianer aus Nordamerika, die Zustimmung mit dem Wort okeh bekundet haben sollen …

Was für ein Chaos! Doch Reads Theorie setzt sich durch, weil der Forscher genau belegen kann, wie sich das o. k. überall auf der Welt verbreitet. Denn das ist ungewöhnlich. Schließlich werden ständig neue Wörter erfunden – die wenigsten aber bleiben. Denkt an korall (cool), Achselkaffee (Schweißfleck) oder guttenbergen (fälschen). Diese Wörter waren vor ein paar Jahren mal in. Heute nutzt sie keiner mehr. Warum setzt sich ausgerechnet das o. k. durch?

Die Bedeutung von "Okay" wird immer vielseitiger

Es ist vermutlich Zufall: 1840 wird in den USA ein neuer Präsident gewählt. Und einer der Kandidaten hat den Spitznamen Old Kinderhook (übersetzt: alter Kinderhooker, weil er aus der Stadt Kinderhook kommt). Dessen Parteifreunde gründen den OK-Club und unterstützen ihn mit Wahlsprüchen wie „Old Kinderhook ist o. k.“ Bald kennt jeder den coolen Ausdruck.

Er wird in Telegramme aufgenommen, erscheint in Büchern und später auch in Filmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangt das o. k. nach Deutschland. Und als 1969 Menschen auf dem Mond landen, funkt der Astronaut Buzz Aldrin zur Erde: „O. k., Engine stop“ (o.k., Maschine stoppt). Die ersten Worte auf dem Mond!

Heute hat sich o.k. auf der ganzen Welt verbreitet. Es taucht geschrieben als Okay, okay, O.K. oder OK auf. Taucher zeigen es unter Wasser, indem sie mit Zeigefinger und Daumen ein „O“ formen.

Sogar die Bedeutung des Wortes wird vielseitiger. „Ich bin o. k.“ bedeutet: Mir geht’s gut. Ein lang gezogenes O-kay eher: aha, echt? Wenn euer Vater sagt: „Du räumst jetzt auf, o. k.?“, meint er damit: Ist das klar? Und mit „o. k., Kinder!“ will euch jemand bitten zuzuhören.

O. k., aber damit haben wir jetzt auch genug erzählt.

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