Winter Warum wir frieren und frösteln

Im Sommer schwitzen wir - gut so! Das kühlt uns runter. Im Winter frieren wir - gut so! Denn das schützt unseren Körper
Frieren

Wim Hof friert nicht. Der Niederländer badete schon mal zwei Stunden in 700 Kilogramm Eiswürfeln, lief allein mit Shorts bekleidet – ohne Schuhe, ohne Strümpfe – einen Marathon nördlich des Polarkreises und durchtauchte einen zugefrorenen See in Finnland. Das ist sehr verrückt und ziemlich merkwürdig. Wenn die Temperaturen fallen, werden uns schließlich fix die Finger klamm, die Nase friert, die Ohren zwicken. Kälte schmerzt…

… zum Glück! Denn das Zwicken und Zwacken ist nichts anderes als ein Alarmsignal des Körpers, das so viel bedeutet wie: „Achtung! Ich friere! Wärme mich auf!“ Was wir dann auch schleunigst tun sollten. Denn genau wie extreme Hitze Verbrennungen hervorruft, schädigt extreme Kälte das Gewebe durch Erfrierungen. Und nur wenn unsere Körpertemperatur rund 37 Grad Celsius beträgt, können Organe wie Herz, Lunge, Gehirn, Leber und Nieren richtig arbeiten.

Frösteln wir, schützt unser Körper darum zuerst unser „Inneres“: Stresshormone drosseln die Durchblutung von Händen und Fingern, Füßen, Nase und Ohren. Dadurch werden
diese zwar kalt, doch den lebenswichtigen Organen wird weiter eingeheizt. Und dann fangen wir auch noch an zu z-z-z-z-z-z-z-z-i-tt-t-t-t-t-t-t-tern. Das ist noch so eine prima Aktion unseres Körpers. Denn wenn die Muskeln bibbern und beben, setzt das Wärme frei und bringt uns auf Touren.

Natürlich können wir da noch ein bisschen nachhelfen: die Hände ballen, die Zehen rollen, auf der Stelle hüpfen. Oder uns ganz grundsätzlich mit Wechselduschen und Bewegung an der frischen Luft – bei jeder Witterung – abhärten. Wim Hof gibt sogar Kältekurse, in denen angeblich jedermann seine Willenskraft trainieren und lernen kann, ein „Eismann“ oder eine „Eisfrau“ zu werden wie er. Aber vielleicht tun es im Winter auch einfach eine dicke Jacke, Wollsocken, Handschuhe und eine Mütze…

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