Namen Die beliebtesten Vornamen und ihre Bedeutung

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) veröffentlicht jedes Jahr ein Ranking der beliebtesten deutschen Vornamen. Dabei wertet diese die häufigsten Namen der Neugeborenen aus und stellt auf diese Weise die Liste zusammen. Wir stellen euch die jeweils fünf beliebtesten Mädchen- und Jungennamen vor. Ist euer Vorname dabei?
Die beliebtesten Vornamen und ihre Bedeutung
In diesem Artikel
Die beliebtesten Vornamen für Mädchen
Die beliebtesten Vornamen für Jungen

Die beliebtesten Vornamen für Mädchen

1. Maria und Marie

Maria ist die griechische Form des hebräischen Namens Miriam. In der lateinischen Bibel wird sowohl Miriam als auch Maria durchgängig als Maria wiedergegeben. Entscheidend für die Namengebung bis heute ist Maria, die Mutter Jesu. Ihr Namenstag ist der 1. Januar, aber auch alle Marienfeste, etwa Mariä Lichtmess oder Mariä Himmelfahrt.

In Deutschland ist der Name zwar schon seit dem 12. Jahrhundert belegt, findet zuerst aber kaum Verbreitung. Ähnlich wie bei dem Namen Jesus scheuen sich Eltern zunächst aus Ehrfurcht davor, den Namen der Gottesmutter für ihre Kinder zu verwenden.

Diese Einstellun wandelt sich jedoch mit der Zeit und im 16. und 17. Jahrhundert gehört der Vorname Maria schließlich zu den beliebtesten Mädchennamen, in katholischen wie auch evangelischen Gebieten. Auch heute sind Maria und Marie die beliebtesten Mädchennamen.

2. Sophia und Sophie

Sophía ist im Griechischen die "Weisheit". Diese stand bei den Griechen hoch im Kurs als Lebensklugheit und Urteilskraft. Die frühen Christen nahmen den Vornamen auf und so verbreitete sich der der Name Sophia als christlicher Name im 2. und 3. Jahrhundert.

In Deutschland taucht der Vorname dann im 11. Jahrhundert auf, teilweise auch als "Sophie". Populärer wird der Name dann ab dem 17. Jahrhundert, bis er im 20. und 21. Jahrhundert zum Modenamen wird: Seit Anfang der 90er-Jahre belegt der Name "Sophia" zusammen mit "Sophie" meist Spitzenplätze. Ihr Namenstag ist der 30. September.

3. Emilia

Emilia" ist die weibliche Form von Emil (lateinisch: "eifrig"). Vereinzelte Belege gehen zurück bis ins 16. Jahrhundert. Seit der Wende zum 21. Jahrhundert taucht der Vorname Emilia immer in den Top 20 der beliebtesten Mädchennamen auf. Ihr Namenstag ist der 5. Januar.

4. Emma

Emma ist eine Kurzform von Namen, die mit Erm- oder Irm- (groß, allumfassend) beginnen, zum Beispiel "Ermengard" oder "Irmhild". Auch eine Tochter Karls des Großen hieß Emma. Zum Modenamen wird "Emma" schließlich Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts gibt es einen echten "Emma-Boom", wohl beeinflusst durch die ungebrochene Beliebtheit des Namens in Schweden und England sowie durch Vorbilder wie Emma Thompson oder Emma Watson. Im Jahr 2017 ist Emma einer der beliebtesten Mädchenname in Deutschland.

5. Hannah und Hanna

Der biblische Name Hannah leitet sich aus dem Hebräischen ab. Denn in der hebräischen Bibel lautet der Name Channa, was so viel bedeutet wie "Gnade, Barmherzigkeit, Anmut". In der Bibel gibt es zwei bedeutende Frauen, die diesen Namen tragen.

Der Vorname Hanna ist im Mittelalter in Deutschland zwar bekannt; allgemein üblich wird er jedoch erst im 18. Jahrhundert. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist der Name Hanna relativ beliebt; nach einem Tief um 1970 herum steigt er bis zur Jahrtausendwende raketenartig und hält sich seitdem meist unter den Top 10 der beliebtesten deutschen Mädchennamen.

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Die beliebtesten Vornamen für Jungen

1. Maximilian

Der Name Maximilian kommt aus dem Lateinischen und geht zurück auf den Namen Maximilianus, was so viel wie "der Größte" bedeutet. Der Name Maximilian war bis zum 15. Jahrhundert in Deutschland äußerst ungewöhnlich. Doch dann breitet sich der Name Maximilian über Adel und Bürgertum rasch aus und gehört im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu den beliebtesten Jungennamen.

Im Jahr 1993 schafft es der Voname Maximilian auf Platz 3 und hält sich seitdem weit oben auf den Hitlisten. Sein Namenstag ist der 14. August.

2. Alexander

Der Name Alexander bedeutet so viel wie "der Männer Abwehrende" oder "Beschützer". Der berühmteste Namensträger ist sicher Alexander der Große, der als König von Makkedonien im 4. Jahrhundert ein Weltreich eroberte, Persien überrollte und mit seinen mehrjährigen Feldzügen bis nach Indien gelangte.

Seit dem Hochmittelalter erfreut sich der Name in Deutschland großer Beliebtheit. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wird Alexander dann zu einem richtigen Modenamen: Zwischen Anfang der 70er bis Ende der 90er ist der Vorname immer wieder unter den Top 10 zu finden. Auch heute gehört der Vorname Alexander zu den beliebtesten Jungennamen in Deutschland.

3. Paul

Der Vorname Paul kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "klein, niedrig, gering" oder auch "der Kleine" oder "der Geringe". Ursprünglich wurde der Name einem kleinen Menschen als Beiname gegeben, erst später wurde es zum Vornamen.

Berühmter Namesträger ist der Apostel Paulus aus dem Neuen Testament. In den sogenannten Paulusakten aus dem 2. Jahrhundert wird er als "Mann von kleiner Statur" bezeichnet. Sein Namenstag ist der 29. Juni.

In Deutschland erscheint der Name seit dem 14. Jahrhundert als Paulus, vor allem im Osten. Erst zur Zeit der Reformation findet er weite Verbreitung. Bis zum 1. Weltkrieg gehört Paul zu den Top 10, verliert danach bis in die 60er-Jahre stetig an Beliebtheit, um bald darauf auf der Beliebtheits-Skala wieder nach oben zu schießen. Anfang des 21. Jahrhunderts ist der Name wieder jedes Jahr ganz oben in den Top 10 der beliebtesten Vornamen zu finden.

4. Elias

Der Vorname Elias ist eine griechische Form des hebräischen Namens Elijáhu, zu Deutsch: "Gott ist der Herr". Der Name ist also ein Bekenntnis zu dem einen Gott Jahwe, dem der Vorzug zu geben ist gegenüber anderen Göttern. In deutschen Bibeln steht meist "der Herr", wo man in der hebräischen Bibel "Jahwe" liest.

Seit dem 11. Jahrhundert ist der Name in Deutschland durchgängig zu finden. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wird er zum Modenamen und seit etwa 2007 nimmt "Elias" jedes Jahr einen festen Platz unter den 25 beliebtesten Jungennamen ein. Sein Namenstag ist der 20. Juli.

5. Ben

Der Vorname Ben ist eine Kurzform des hebräischen Vornamens Benjamin ("Sohn des Südens / Sohn des Glücks") oder Benedikt (lateinisch: "gesegnet"). In England wird Ben zuweilen auch als Kurzform von Ruben gebraucht, in den Niederlanden von Bernhard.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist der Name in Deutschland zu finden, doch seit etwa 1990 geht die Beliebtheitskurve des Vornamens steil nach oben. Seit 2009 ist der Vorname Ben schließlich in den Top 10 zu finden.

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  • Autor: Andras Brosch
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  • Erschienen: 2018
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