Interview Interview: Giovanni Zarrella

Der Musiker und Moderator Giovanni Zarella ist die deutsche Synchronstimme des Manolo im Fantasy-Film "Manolo und das Buch des Lebens". Für ihn ist diese Rolle sein zweiter Ausflug an das Synchronsprecherpult

Giovanni, als Sänger der Band Bro'Sis sind Sie berühmt geworden. Wie sind Sie dann zum Synchronisieren gekommen?

Das war eigentlich Zufall. Ich habe schon immer ein großes Interesse am Schauspiel und am Synchronisieren gehabt. Manchmal werden für das Synchronisieren eines Films Menschen gesucht, die eine gewisse Medienkraft und Talent mitbringen.

Vor zwei Jahren war ich dann beim Casting für Turbo, den ersten Film den ich synchronisiert habe. Dort waren alle sofort begeistert. Und dann habe ich ziemlich schnell die zweite Rolle bekommen, die mir sogar noch mehr gefällt und noch viel besser zu mir passt: Manolo.

Sie sprechen in "Manolo und das Buch des Lebens" die Rolle des Manolo. Was hat Ihnen denn besonders an der Rolle gefallen?

Ich sehe bei Manolo wirklich viele Charakterzüge, die ich bei mir wiederfinde. Manolo ist ein junger Mann, der für seine Ideale kämpft und eine große Liebe zur Musik hat. Er ist ein herzensguter Kerl, der es nicht über das Herz bringt einen Stier zu töten, sondern der für die Musik und seine Liebe zu Maria kämpft. Und dass ich in der Rolle des Manolo singen durfte, war natürlich ein phantastisches Geschenk für mich!

Gab es besondere Herausforderungen beim Synchronisieren des Manolo?

Eine besondere Herausforderung waren zwei Songs, die ich unter anderem für den Film gesungen habe und die sehr anspruchsvoll waren. Es war natürlich eine riesige Freude für mich, dass ich auch singen durfte. Aber die beiden Songs sind von der Tonlage her einfach sehr hoch und deshalb musste ich mich wirklich lange auf sie vorbereiten. Das hat dann auch etwas länger gedauert, als mir lieb war, aber am Ende waren wir alle glücklich! lacht

Und es war auch teilweise schwierig, immer in der eigenen Sprechrolle zu bleiben. In meinem Fall habe ich zum Beispiel als Manolo mit einem mexikanischen Akzent gesprochen. Und da war es die Kunst, diesen Akzent während der Aufnahmen nicht zu verlieren. Ich habe mich zum Beispiel zwischendurch plötzlich angehört wie ein Grieche und nicht mehr wie ein Mexikaner. lacht

Nun sind Sie ja schon ein bisschen auf die technischen Details eingegangen. Wie läuft die Synchronarbeit denn technisch genau ab?

Zuerst habe ich den Film einmal komplett auf Englisch gesehen, um mich genau in die Rolle und die Geschichte einzufühlen. Dann ging es auch schon auf direktem Weg ins Studio und dort wird dann Szene für Szene – ein riesiges, dickes Buch mit Texten –durchgearbeitet. Jeder Part, den ich einsprechen soll, ist dabei markiert. Auf einem Bildschirm sehe ich einen Countdown, der von 5 auf 0 runterzählt und dann kommt schon die Szene. Ich musste mich dabei sehr auf den Mund der Figur und ihre Emotion konzentrieren, damit ich auch im richtigen Moment spreche und die Synchronisation echt wirkt.

Wie schaffen sie das? Wo haben Sie gelernt, verschiedene Rollen mit der Stimme darzustellen?

Meine Gefühle zum Ausdruck zu bringen oder mich in verschiedene Emotionen hineinzuversetzen, fällt mir als temperamentvoller Italiener und Musiker nicht schwer. Ich hatte immer schon ein Talent dafür, Menschen nachzuahmen - ob das jetzt Prominente waren oder unsere Nachbarn oder meine Freunde.

Könnten Sie sich vorstellen, in Zukunft wieder als Synchronsprecher zu arbeiten?

Klar! Das Synchronisieren ist eine Arbeit, von der ich auch in Zukunft gern mehr machen möchte. Es macht mir sehr viel Spaß und es ist für mich ein fantastisches Gefühl, wenn ich einer Rolle meine Stimme leihen darf. Wenn der Film dann zu Ende ist und man danach sieht, wie schön alles im Film zusammen passt, dann ist das ein ganz besonderer Moment.

Welche Tipps können Sie den GEOlino-Lesern geben, die gern selbst Synchronsprecher werden möchten?

Es hilft sehr, bei sich zu Hause vor dem Spiegel ein bisschen zu üben. Denn die Mimik (der Ausdruck des Gesichts) hat großen Einfluss auf die eigene Aussprache. Wenn ich zum Beispiel ein trauriges Gesicht mache, dann höre ich mich auch gleich viel trauriger an. Und wenn ich lache, dann klinge ich auch automatisch fröhlicher!

Außerdem sollte man sich den betreffenden Film in Ruhe anschauen und sich in die Wunschrolle hineinversetzen. Am besten ist es natürlich, wenn man sich auch ein bisschen in die Rolle verliebt. Das ist auf jeden Fall eine große Hilfe.

Vielen Dank für das Interview.

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