Facebook: Mit Sicherheit im Netz

Facebook feiert 2014 mit über einer Milliarde Mitgliedern sein zehnjähriges Jubiläum. Das soziale Netzwerk ist erfolgreich, obwohl viele davor warnen. Lest, was davon nur Panikmache ist - und worauf ihr dennoch auf jeden Fall achten solltet
In diesem Artikel
Fakten und Zahlen
Sicherheit im Netz geht vor!
Wie Facebook mit euch Geld verdient
Euer Facebook
Osmo, 15 Jahre, nicht bei Facebook

Fakten und Zahlen

Stellt euch ein hübsches Mädchen vor, eine 13-Jährige, die sich in den Herbstferien auf der Insel Teneriffa am Strand sonnt. Die Schülerin will ihren Freunden zeigen, wie toll der Urlaub ist. Also lädt sie Bikini- Fotos auf Facebook hoch. Die dürfen sicherheitshalber nur ihre Freunde sehen – das sind allerdings etwa 300 Leute. Die meisten kennt sie persönlich. Sagt sie. Und die anderen sind auch von ihrer Schule. Glaubt sie. Wenn sie sehr viel Pech hat, schleicht sich jedoch ein Fremder in ihre Freundesliste ein. Vielleicht hat er ein falsches Foto hochgeladen, das einen gut aussehenden 14-Jährigen zeigt, und vielleicht gibt er in seinem Profil an, auf die- selbe Schule wie das Mädchen zu gehen. Sich als jemand anderes auszugeben ist ganz leicht. Das Mädchen wird seine Freundschaftsanfrage vermutlich annehmen. Und er? Er weiß, dank Facebook, wie sein Opfer aussieht, kennt den Namen der Schule und die Adresse der Schülerin, wenn sie diese auf Facebook freigegeben hat ... Eine unheimliche Geschichte - die schlimm enden kann. Kann, aber nicht muss. Wie im wirklichen Leben sind nur die in Gefahr, die zu freizügig plaudern und damit massenhaft Daten und Informationen über sich preisgeben.

Einigen Fakten rund um Facebook

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

2004 gründete Mark Zuckerberg gemeinsam mit Freunden Facebook, ursprünglich nur als Netzwerk für die Studenten der Harvard- Universität in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts.

Seit 2008 gibt es Facebook in Deutschland.

Der durchschnittliche Facebook-Nutzer hat 130 Freunde.

Pro Sekunde kommen sieben neue Mitglieder hinzu.

2012 ging Facebook an die Börse.

Übrigens findet ihr auch uns auf Facebook, unter www.facebook.de/GEOlino

Sicherheit im Netz geht vor!

Zum Glück wissen das die meisten. Laut der Studie "Jugend 2.0" erlauben deutlich mehr als die Hälfte der unter 18-Jährigen in Deutschland deshalb nur Freunden, auf ihr Profil zuzugreifen. Weitere 20 Prozent gestatten dies sogar einzig ausgewählten Personen. Das bedeutet zum Beispiel, dass Fotos, Kommentare und Freundeslisten bloß von einigen gesehen werden können. Wie unser Beispiel vom Anfang zeigt, können sich dennoch Kriminelle Zugang dazu verschaffen. Nicht zuletzt, weil "Freund" bei Facebook ein schwammiger Begriff ist. Jeder Kontakt zählt nun mal als Freund. Besser ist es deshalb, alles Persönliche bloß für "Enge Freunde" sichtbar zu machen, oder es sogar nur für einzelne, selbst ausgewählte Personen freizuschalten – also "Benutzerdefiniert" (lest dazu die Tipps auf den folgenden Seiten). Damit haltet ihr nicht nur Verbrecher fern. Auch Lehrer oder gar zukünftige Ausbilder und Chefs müssen ja nicht alles wissen! Die schlechte Nachricht ist: Auch wer sein Profil bestmöglich gegen Fremde abschirmt, hat nur eine Gefahr gebannt, nämlich die, von anderen Facebook-Nutzern ausgespäht zu werden. Aber dann ist da noch das Unternehmen Facebook selbst. Ganz gleich, wie wenigen Freunden ihr Einblick gewährt: Facebook liest immer mit und speichert einfach alles über euch. Um zu verstehen, was daran gefährlich ist, muss man sich klarmachen, was Facebook eigentlich ist: eine Firma mit knapp 4000 Mitarbeitern, die ein soziales Netzwerk programmiert und anbietet. Und zwar kostenlos. Hier solltet ihr hellhörig werden: kostenlos? Die Firma muss ihre Mitarbeiter schließlich bezahlen – und will natürlich auch Gewinn machen! Also muss Facebook Geld zu verdienen. Nur womit?

Wichtige Regeln:

1. Um bei Facebook Mitglied werden zu können, müsst ihr mindestens 13 Jahre alt sein.

2. Verratet niemandem euer Passwort. Denn wer Zugriff auf euer Konto hat, kann dieses auch missbrauchen.

3. Bestätigt einzig Freundschaftsanfragen von Menschen, die ihr persönlich kennt.

4. Ladet keine intimen oder sehr privaten Fotos hoch.

5. Seid sparsam mit euren Daten. Belasst es bei den Pflichtangaben, ladet keine Adressen oder Telefonnummern hoch.

Schützt eure Privatsphäre!

Um andere von eurem Profil auszusperren, klickt ihr oben rechts in der Leiste auf das kleine Dreieck und dann auf "Privatsphäre-Einstellungen". Auf der Privatsphäre- Seite solltet ihr eure Verbindungen kontrollieren. Hier legt ihr fest, von wem ihr zu finden seid.

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

Wie Facebook mit euch Geld verdient

Die Antwort ist simpel: mit euren Daten. Guckt mal an den rechten Rand eures Profils: Da seht ihr kleine Werbeanzeigen. Die sind mehr oder weniger perfekt auf euch zugeschnitten. Und zwar, weil Facebook eure Daten an seine Werbekunden verrät, also etwa Alter, Geschlecht und vielleicht spezielle Interessen wie Musik oder Reisen. Dafür zahlen diese wiederum Geld. Schließlich erfahren sie so, bei wem es sich lohnt zu werben und wer sich sowieso nicht für ihr Produkt interessiert. Es ist also kein Zufall, dass Mädchen am Rand ihres Profils eher Schuhmode und Diättipps sehen, bei Jungen dagegen Werbung für Games und Sportgeräte aufpoppt. Für Facebook läuft dieses Geschäft glänzend. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen eine Milliarde USDollar Gewinn, umgerechnet 776 Millionen Euro. Im Mai ging es an die Börse. Seither hat Facebook zwar an Wert verloren, aber noch immer ist die Firma viele Milliarden Euro schwer. Die Frage ist: Muss man Facebook nun meiden? Schließlich ist es doch praktisch, mit Freunden in der Ferne Kontakt zu halten, aus dem Urlaub Postings zu schicken, statt Postkarten zu schreiben, und schnell mal in die Runde zu fragen, ob jemand ein Fahrrad verleihen kann. Dann muss man immerhin nicht alle abtelefonieren oder E-Mails verschicken. Richtig. Unser Fazit: Facebook macht ein Angebot, das man durchaus annehmen darf. Doch man muss sich bewusst sein: Das Angebot ist zwar kostenlos, aber nicht umsonst. Jeder Nutzer sollte wissen, dass er dafür eine Menge Daten hergibt und keinen Einfluss darauf hat, bei wem sie am Ende landen.

Wisst ihr, wie ihr euch bei Facebook richtig schützt? Wir haben einige wichtige Tipps für euch auf der nächsten Seite vorbereitet!

Wer darf eure Freundesliste sehen?

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

Am besten nicht jedes x-beliebige Facebook- Mitglied, sondern nur ausgewählte Benutzer. Um die Sichtbarkeit einzuschränken, klickt in der Chronik auf die "Freunde"- Kachel. Klickt oben auf "Bearbeiten" und dann auf das weiße Dreieck, auf das hier der orangefarbene Pfeil zeigt. Dort könnt ihr wählen, wer eure Freundesliste sehen darf. Unsere klare Empfehlung: Klickt auf "Enge Freunde" oder "Benutzerdefiniert". Auf keinen Fall das Häkchen bei "Öffentlich" machen!

Kontrolliert Anwendungen, alte Beiträge und blockiert im Notfall Mitglieder!

Unter dem dritten der fünf Punkte könnt ihr Anwendungen wie etwa Spiele blockieren. Warum? Weil mit allen Anwendungen, die ihr nutzt, eure Daten an die Anwender-Firma wandern. Mit dem vierten Punkt schaltet ihr ältere Beiträge auf "privat". Schließlich muss niemand sehen, was ihr und andere früher einmal gepostet habt. Und geht euch jemand auf die Nerven, könnt ihr ihn unter dem fünften Punkt blockieren. Wenn ihr sehr viele Freunde habt, sollten nicht alle sehen, was andere an eure Chronik posten.

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

Vorsicht vor Anwendungen!

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

Wählt ihr oberhalb der Privatsphäre- Einstellungen die Konto-Einstellungen an, erscheint links in der Spalte der Titel "Anwendungen". Dort findet ihr Netzwerke und Dienste wie Pinterest, Twitter und Co., die eure Daten ebenfalls nutzen, wenn ihr es ihnen nicht hier mit einem Klick auf ein x am rechten Rand verbietet - hier bereits geschehen.

Auf den nächsten beiden Seiten haben wir zehn junge Facebook-Benutzer nach ihren Gewohnheiten im sozialen Netz gefragt!

Euer Facebook

Was haltet ihr von Facebook und wie nutzt ihr es? GEOlino hat nachgefragt!

Reza, 14 Jahre, 250 Facebook-Freunde

Ich habe mir Facebook als soziales Netzwerk ausgesucht, weil dort erstens alle meine Freunde sind und man zweitens Sachen kommentieren kann. Von meinen Freunden kenne ich natürlich jeden persönlich.

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

Ana-Maria, 14 Jahre, 1543 Facebook-Freunde

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

Ich bin seit zwei Jahren bei Facebook. Es ist Teil meines Lebens geworden. In meinem Profil stehen mein Geburtstag und mein Beziehungsstatus und so. Ich habe auch Fotos hochgeladen. Auf einem küsse ich zum Beispiel meinen Freund. Von meinen Facebook- Freunden kenne ich die meisten auch persönlich. Nur etwa 200 nicht.

Paul, 14 Jahre, 98 Facebook-Freunde

Meistens bin ich mit meinem Handy auf Facebook, nur selten mit dem PC. Gut finde ich, dass man da auch für die Schule Sachen posten kann, Termine und Aufgaben und so. Aber dass die Facebook-Zentrale alle Daten von mir speichert, sehe ich kritisch.

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

Nico, 14 Jahre, rund 400 Facebook-Freunde

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

Ich bin mit meinem iPhone immer online, meistens chatte ich mit Freunden. Über die Sicherheitseinstellungen habe ich mich natürlich informiert. Deshalb erfährt man in meinem Profil weder Geburtstag noch Adresse oder ähnliches über mich.

Lilly-Sophie, 14 Jahre, 586 Facebook-Freunde

Klar habe ich ein paar Fotos auf Facebook. Aber ich lade nicht jeden Lebensaugenblick hoch. Meist gucke ich morgens einmal rein, dann vielleicht ein-, zweimal in der Schule mit dem Smartphone und dann abends am PC. Meine Eltern sind auch dort. Die Sicherheitseinstellungen hat mein Vater für mich erledigt. Und was ich noch sagen wollte: Ich finde es echt nervig, wenn jemand sein ganzes Leben postet.

Weitere fünf Aussagen gibt es auf der nächsten Seite!

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

Osmo, 15 Jahre, nicht bei Facebook

Ich bin nicht bei Facebook, weil solche Seiten nicht sicher sind. Darüber habe ich mich im Internet informiert. Manche Sachen finde ich trotzdem gut. Von meiner Klasse gibt es zum Beispiel ein Klassenforum, in dem man mit anderen reden kann.

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

Diana, 14 Jahre, 350 Facebook-Freunde

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

Natürlich kenne ich alle meine Facebook-Freunde persönlich. Andere Anfragen lehne ich ab. Mit Lehrern bin ich auch nicht befreundet. Es wäre mir peinlich, wenn die sehen, was ich poste. Meine Eltern sind zum Glück nicht bei Facebook.

Sharin, 14 Jahre, etwa 500 Facebook- Freunde

Ich finde gut, dass man mit Freunden, die umgezogen sind, in Kontakt bleiben kann, mit ihnen chatten und so. Blöd finde ich, dass man bei Facebook nie genau weiß, ob es die Person hinter dem Profil wirklich gibt. Deshalb habe ich nur Freunde, die ich persönlich kenne.

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

Alexander, 14 Jahre, etwa 130 Facebook-Freunde

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

Mir gefällt, dass Facebook kostenlos ist. Ich bin seit ein paar Jahren dort, immer ein bis zwei Stunden täglich. Ich kenne alle meine Freunde persönlich. Meine Eltern sind auch dort, mit ihnen bin ich natürlich auch befreundet, die gehören ja zur Familie.

Isabelle, 14 Jahre, mehr als 300 Facebook-Freunde

Auf den Fotos, die ich gepostet habe, bin ich meist allein, manchmal sind Freunde zu sehen. Was ich darauf mache? Posen! Am wichtigsten ist mir, dass ich auf Facebook chatten kann.

Facebook: Mit Sicherheit im Netz

GEOlino-Newsletter
nach oben