Chaos im Netz Zu Besuch im Synchronstudio

Für den Animationsfilm "Chaos im Netz" hat uns Disney ins Synchronstudio nach Berlin eingeladen. Dort durften wir einen Tag in der Sprecherkabine verbringen und Figuren in einigen Szenen des Films unsere Stimme leihen
Disney - Chaos im Netz

Zu schnell? Zu laut? Zu hoch? Bis die richtige Aufnahme gelungen ist, muss man einen Satz oft viele Male sprechen

Die Stimme macht uns zu Tonkünstlern

Unsere Stimme ist ein richtiger Klangakrobat: Mit ihr können wir schreien oder flüstern, singen und verschiedenste Geräusche machen, ja sogar selbst die kompliziertesten Wörter aussprechen. Je nach Stimmung reden wir mal lauter und mal leiser, mal schneller und mal langsamer: Wenn wir ärgerlich sind, klingt unsere Stimme oft hart und deutlich.

All das ist mehr, als Tiere mit ihren Stimmorganen anstellen können: Hunde bellen, Affen kreischen und Vögel locken mit ihrem Gezwitscher Artgenossen an. Viele Tiere haben sogar überhaupt keine Stimme. Wenn Grillen zum Beispiel zirpen möchten, müssen sie mühsam ihre Flügel aneinander scheuern.

Auf unsere Stimmleistung können wir Menschen uns also schon einiges einbilden! Und je mehr wir unsere Stimme trainieren, desto facettenreicher wird sie. Besonders geübt mit ihrer Stimme sind sogenannte Synchronsprecher - also Menschen, die anderen Figuren (etwa in Filmen oder Computerspielen) ihre Stimme leihen. Die meisten Synchronsprecher haben eine abgeschlossene Schauspielausbildung und arbeiten nicht selten auch im Radio oder im Fernsehen.

Große Film- und Medienunternehmen wie Disney engagieren regelmäßig Synchronsprecher, um zum Beispiel amerikanische Filme ins Deutsche zu synchronisieren oder um den Trickfilmhelden in den Animationsfilmen Stimmen zu geben.

Doch nicht nur die großen Filmrollen werden synchronisiert, sondern auch alle Nebenrollen und die ganzen anderen Hintergrundgeräusche, die im Film zu hören sind!

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Mein Tag im Synchronstudio

Als Disney anfragte, ob ich Lust hätte, bei der Synchronisation für den Film "Chaos im Netz - Ralph reichts 2" mit dabei zu sein, habe ich mich gefreut: "Einen Disneyfilm synchronisieren? Toll! Das bringt bestimmt richtig Spaß!" Also sagte ich zu und fuhr wenige Wochen später mit weiteren Journalisten-Kollegen nach Berlin.

Im Gebäude des Synchronstudios angekommen, bin ich mächtig beeindruckt. Ein kurzer Blick auf die Projekte zeigt: Hier werden regelmäßig die großen Hollywoodproduktionen und Animationsfilme vertont. "Alice im Wunderland", "Christopher Robin", "Baymax" oder "Die Schöne und das Biest" sind nur eine kleine Auswahl von Filmen, die in den Berliner Studios für das deutsche Kinoprogramm synchronisiert werden.

Eine grobe Vorstellung davon, was heute auf mich zukommen würde, habe ich schon: Sprechen natürlich! Doch wie genau ein Tag in einem solchen Studio abläuft und was es alles zu beachten gilt, das weiß ich noch nicht. Auch meine Kollegen warten gespannt auf die Anweisungen des Ton-Regisseurs, der für die deutsche Synchronisation von "Chaos im Netz" zuständig ist.

Synchronstudio

Im Regie-Studio arbeiten Tontechniker und Regisseur an den Aufnahmen

Heute stehen eine Reihe von Gruppenszenen auf dem Programm, die vertont werden müssen. Wir werden in mehrere Kleingruppen aufgeteilt und in das Aufnahmestudio gebracht. Dieses besteht aus einer großen Sprecherkabine und einem Regiestudio, in dem ein Techniker und der Ton-Regisseur hinter einem großen Fenster sitzen und dem Sprecher über ein Mikrofon Anweisungen geben.

Nachdem der Ton-Regisseur uns kurz die jeweilige Szene erklärt und uns den Filmausschnitt auf einem großen Monitor gezeigt hat, geht er in das Regiestudio. Dann bekommen wir ein Zeichen und sobald die Szene auf dem Monitor abgespielt wird, sind wir dran.

Wir stellen alle schnell fest: So einfach, wie man sich die Synchronisation vorstellt, ist sie bei Weitem nicht! Im Gegenteil: Die Arbeit ist wirklich anspruchsvoll und man muss ganz genau aufpassen, dass jeder Laut exakt zur Filmszene passt.

Das Timing, die Lautstärke und natürlich die Wortwahl aller Personen müssen stimmen. Phrasen, die auf bestimmte Religionen anspielen ("Oh mein Gott!") oder auch Schimpfwörter und Flüche ("Zum Teufel nochmal!") sowie Anspielungen auf bestimmte Marken und Produkte sind streng verboten - es handelt sich schließlich um einen Kinderfilm.

Wenn auch nur eine Kleinigkeit bei der Aufnahme nicht stimmt, wird sie wiederholt. Am Ende des Tages sind wir alle müde, aber glücklich! Jeder ist gespannt, in welcher Szene er die eigene Stimme hören wird. Auch ich freue mich auf den Film - und ganz besonders natürlich auf die Szenen, bei denen ich mitsprechen durfte!

Ihr möchtet noch mehr erfahren? In unserer Instagram-Story nehmen wir euch mit ins Synchronstudio!

Trailer: Chaos im Netz

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