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Lieblingsbuch Bibel? Lieblingsbuch Bibel?

Für viele ist die Bibel ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei gelten ihre Geschichten als Grundlage der europäischen Kultur. Warum erfahrt ihr in Christian Nürnbergers Sachbuch "Die Bibel. Was man wirklich wissen muss"

Sachbücher mit dem Untertitel "Was man wirklich wissen muss" können ganz schön abschreckend wirken. Doch im Fall von Christian Nürnbergers kleinem Wissensband "Die Bibel" lohnt ein zweiter Blick. Denn in wirklich unterhaltsamer Weise nähert sich der Autor auf knappen 222 Seiten einer spannenden Frage. Und die lautet: Was macht diesen uralten Schinken eigentlich für viele Menschen noch heute zum Buch der Bücher?

Ein echter Klassiker

Um es gleich vorwegzuschicken: Christian Nürnberger ist kein bekehrungswütiger christlicher Autor. Ganz im Gegenteil! Als sogenannter Agnostiker ist er nämlich der Meinung, dass es sich gar nicht sagen lässt, ob es einen Gott gibt oder nicht. Und dennoch ist sich der ehemalige Redakteur der Frankfurter Rundschau aus Mainz sicher: Die Bibel besitzt eine revolutionäre Botschaft. Ihre Geschichten gelten als Grundlage der europäischen Kultur. Sie haben über viele Jahrhunderte hinweg bedeutende Maler, Schriftsteller und Philosophen beeinflusst. Ein Kanon von insgesamt 66 Büchern, ohne den man heute vieles nicht versteht.

Revolutionäre Botschaft

Also munter angefangen bei Adam und Eva! Ihr werdet staunen, welche "verborgenen" Details Christian Nürnberger selbst der einschlägig bekannten Schöpfungsgeschichte zu entlocken weiß. Zunächst einmal ist dieser Mythos alles andere als uralt. Wurde er doch erst vor 2.500 Jahren von einem Juden in Babylonischer Gefangenschaft ins Leben gerufen. Also rund fünf Milliarden Jahre nachdem die Erde entstanden ist. Woraus schon mal eins klar wird: Dem jüdischen Autor ging es gar nicht darum zu erklären, wie genau der Schöpfer in grauer Vorzeit zu Werke gegangen ist. Viel wichtiger war ihm die Aussage, dass es nur einen einzigen Gott gibt. Eine "Belehrung" all jener Zeitgenossen, die damals dem weitverbreiteten Glauben anhingen, dass die Welt von zahlreichen Göttern bevölkert sei, die sich in Bergen, Meeren oder Sternen abbilden. So heißt es in der Bibel: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde." - Ein Satz ungeahnter Sprengkraft!

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© Rowohlt

Fazit

Christian Nürnberger entfaltet in seinem Sachbuch "Die Bibel. Was man wirklich wissen muss" eine interessante Wirkungsgeschichte über das Buch der Bücher. Dazu erzählt er eine Auswahl an Geschichten aus dem Neuen und Alten Testament in zeitgenössischer Sprache nach, ordnet sie historisch ein und überträgt ihre Aussagen in die Gegenwart. Auf nur 222 Seiten wird in einem sehr persönlichen bis hin zu ironischen Ton erstaunlich viel Wissen vermittelt. So sorgt der Autor auf unterhaltsame Weise dafür, dass die Bibel für euch kein Buch mit sieben Siegeln bleibt. Treffend heißt es auch in der

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