Buchtipp Malalas Geschichte

Als 2007 die Taliban in Pakistan an die Macht kommen, wehrt sich Malala Yousafzai. Sie kämpft für ihre Rechte - und wird zur Strafe von den radikalen Islamisten angeschossen. In ihrem Buch erzählt das mutige Mädchen die ganze Geschichte

Malala - Meine Geschichte

Gemeinsam mit der berühmten Autorin Patricia McCormick schrieb Malala in den vergangenen Monaten ihre Gedanken nieder. In " Meine Geschichte" lässt sie ihre Leser Anteil an den Geschehnissen in Pakistan nehmen. Sie erzählt von Gefühlen, Erlebnissen und Begegnungen und beschreibt sie, als sei man selbst dabei.

Mit ihrem ersten Buch möchte die Freiheitskämpferin Mut machen: "Für alle Kinder auf der ganzen Welt, die nicht in die Schule gehen können. Für alle Lehrer, die trotz großer Widerstände den Mut haben, zu unterrichten. Und für alle, die für ihre Menschenrechte und ihr Recht auf Bildung kämpfen."

Malalas Geschichte

"Malala - Meine Geschichte" ist im S. Fischer Verlag erschienen, 270 Seiten, 12,99 Euro

"Ich bin Malala, ein Mädchen wie jedes andere..." Mit diesen Worten beginnt Malala Yousafzi das erste Kapitel ihres Buches. Es handelt von ihrem Leben in ihrer Heimat Pakistan - vor, während und nach der Herrschaft der Taliban.

Die Geschichte der Taliban

Pakistan wird 1947 als erstes Heimatland der Muslime gegründet und steht von Beginn an in Feindschaft zum benachbarten, hinduistischen Indien. Gleich dreimal führen die Parteien bis 1971 Krieg gegeneinander. Sie kämpfen um die Landesgrenzen und ihre Religionen. Auch in Afghanistan wütet zur selben Zeit ein Bürgerkrieg zwischen Anhängern und Gegnern der muslimischen Traditionen. 1996 bilden sich aus einer Gruppe strenger Muslime die Taliban, die zunächst die Herrschaft in Afghanistans Hauptstadt Kabul übernehmen. Später marschieren sie auch in Pakistan und Malala Yousafzais Heimatregion, dem Swat-Tal, ein.

Nach dem Attentat auf das World Trade Center am 11. September 2001 überschlagen sich die Ereignisse. Die US-Armee beginnt, Afghanistan zu bombardieren, um die Taliban-Herrschaft zu stürzen. Pakistan verbündet sich im Kampf gegen den Terrorismus zwar mit den USA, kann dem Einfluss der Taliban im eigenen Land aber nicht lange entkommen. Die Scharia, so nennt sich das islamische Recht, wird in Folge in weiten Teilen des Landes eingeführt. Das Ziel der Taliban ist es, hier einen Gottesstaat zu errichten. Malala schreibt: "Schulen für Mädchen sind niedergebrannt worden, und man zwang allen Frauen die strengste Form der Burka auf, einen Schleier von Kopf bis zu den Füßen, der sogar die Augen hinter einem Gitter aus Stoff verbarg. Frauen durften nicht laut lachen oder Nagellack tragen, und sie wurden geschlagen oder eingesperrt, wenn sie das Haus ohne männliches Familienmitglied verließen."

 

Malalas Geschichte

Malala Yousafzai machte bereits im Alter von elf Jahren auf sich aufmerksam. Für die Webseite des britischen TV-Senders BBC führte sie ein Blog-Tagebuch, in dem sie über die Gewalttaten der Taliban (eine terroristische Gruppe) berichtete

Im Februar 2009, Malala Yousafzi ist elf Jahre alt, lässt sie sich von einem Kamerateam der New York Times begleiten. Die Dokumentation zeigt das Leben unter all diesen Verboten und auch, wie sich Malala entgegen der Herrschaft der Taliban für ihre Rechte einsetzt. Sie wird über Nacht auf der ganzen Welt bekannt - und leider auch bei den radikalen Islamisten. Im Mai verschlimmert sich die Lage in Pakistan weiter und Malala wie 800.000 andere Pakistani fliehen aus ihrem eigenen Land.

Nachdem sich die Lage scheinbar beruhigt hat und sie zurückkehren, arbeitet Malala unter falschem Namen als Autorin für den Blog "Gul Makai" (Kornblume) des britischen TV-Senders BBC. Dort schreibt sie zehn Wochen lang über ihr Leben unter der Herrschaft der Taliban. "Man bat mich, über die Neuigkeiten zu schreiben. Aber für mich war das, was ich jeden Tag erlebte, nichts Neues mehr. Es war, als wäre ich immun gegen die Angst geworden." Sie spricht vor allem von Mädchen wie sich selbst, die keinerlei Rechte mehr haben. Und sie schafft Hoffnung, in dem sie trotz des Verbots zur Schule geht. "So lange Frieden war - nun ja, mehr oder weniger. Es kam nur noch zwei- oder dreimal im Jahr zu Bombenangriffen."

 

Am 9. Oktober 2012 wird Malala in Folge vieler Drohungen der Taliban auf dem Heimweg von der Schule angeschossen. Doch sie überlebt - und zieht mit ihrer Familie von Pakistan ins sichere britische Birmingham. Von hier aus setzt sie sich nun noch stärker für die Rechte junger Mädchen ein. Malala gilt heute nicht nur als Freiheitskämpferin, sondern auch als Symbolfigur für Freiheit und Bildung. Sie sagt: "Ich bin Malala. Meine Welt hat sich verändert, doch ich bin dieselbe geblieben."

In Pakistan herrscht seit 2013 das erste Mal in der Geschichte des Landes eine Demokratie. Malala erhielt 2014 als jüngste Preisträgerin denn je den Friedensnobelpreis.

Malala - Meine Geschichte

Erschienen im S. Fischer Verlag

Mit exklusiven Fotos, Karten, einem Stichwortverzeichnis sowie einer umfangreichen Zeittafel zur Geschichte Pakistans und der Taliban.

270 Seiten, 12,99 Euro

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