Buchtipps Die besten Bücher in diesem Herbst

Wer meint, Bücherlesen sei im Zeitalter von Apps und Internet nicht mehr angesagt, der liegt völlig daneben! Wir haben die Buch-Neuheiten im Herbst gelesen und stellen euch hier unsere Lieblinge vor
In diesem Artikel
Mich kriegt ihr nicht
Wo ein bisschen Zeit ist...
Freds sensationelle Spinnereien
Schwarze Häuser

Das Blubbern vor Glück

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Candice ist zwölf und mit einer großen Mission betraut: Sie möchte, dass die Welt blubbert vor Glück. Und das, obwohl oder gerade weil in ihrer direkten Umwelt so viel Unglück lauert. Ihre Mutter: deprimiert seit dem Tod der älteren Tochter. Ihr Vater: im sinnlosen Bruderstreit. Ihr superkluger Freund Douglas: komisch. Und Erdferkel Fisch, ihr Goldfisch, hat wohl eine ernsthafte Krise. Candice macht sich an die Arbeit, beherzt, mit List und unschlagbarer Logik …

Warum: Weil Candice eine so witzige Herzensbrecherin ist, die man nicht vergisst.

Barry Jonsberg: Das Blubbern von Glück, cbt, 256 Seiten, 14,99 Euro

Queen of Clouds

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Ganz oben, da ist der junge Adlige Valentin, der auf den Wolkentürmen aufwächst, verwöhnt und verhätschelt wird. Und unten, da ist Elster, ein Kind vom Stamme der Schluchten, aufgewachsen, den Wesen in den Wolkentürmen zu dienen. Doch dann muss dieses ganz und gar gegensätzliche Paar zusammenhalten, eine große Mission bestehen, von der viel abhängt – oben wie unten.

Warum: Tolle Hauptfiguren, ungewöhnlicher Schauplatz, spannende Geschichte. Ein dicker Schinken, der seine Leser sofort gefangen nimmt – und aus unserer Welt ins Reich der Fantasie entführt.

Susanne Gerdom: Queen of Clouds, bloomoon, 511 Seiten, 14,99 Euro

Die Bademattenrepublik

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Lust, ein eigenes Land zu gründen? Wohlan! Was ihr dazu braucht? Erstens: einen Flecken Erde, zur Not reicht auch die Badematte. Zweitens: Name, Nationalhymne, Flagge – mit Quietscheentchen wäre vielleicht ganz passend. Drittens: eine Regierung, die Gesetze erlässt – zum Beispiel: Lavendel-Badeöl-Verbot … Und dann, viertens, trefft euch mit den Nachbarländern, schließt Bündnisse. Man weiß nie, wofür.

Warum: Politikbücher können so verschnarcht sein. Dies ist es ganz und gar nicht. Es erklärt im Kleinen, wie die große Welt funktioniert. Oder warum eben nicht. Ein kurioses, kluges Buch – und darum unser Emys-Preisträger im Buchmesse-Monat Oktober.

Valerie Wyatt: Die Bademattenrepublik, Klett Kinderbuch, 41 Seiten, 12,95 Euro

Mich kriegt ihr nicht

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Es beginnt mit einer Pizza. Später klaut der junge Harrison Fahrräder, Motorräder, Autos, ein Flugzeug. Und die Polizei? Ist immer einen Schritt hinter ihm. Eine unfassbar aufregende Banditen- und Abenteuergeschichte, die teilweise auf wahren Ereignissen beruht.

Warum: Spannend, spinnert und schön schnoddrig geschrieben. Macht Spaß!

Pascale Maret: Mich kriegt ihr nicht, Mixtvision, 224 Seiten, 12,90 Euro

Klär mich auf

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Niemand spricht richtig gern darüber – obwohl es alle gern wissen wollen. Etwa, ob jedes Mal Sex ein Baby macht. Wie groß denn die Gebärmutter ist. Und ob ein Kind im Mutterleib schon pupsen kann. Drei von über 100 Kinderfragen, die Katharina von der Gathen ernsthaft, ehrlich und humorvoll beantwortet – und Anke Kuhl illustriert hat.

Warum: Ein anderes Aufklärungsbuch, das kein bisschen verschämt und peinlich ist.

Katharina von der Gathen, Anke Kuhl: Klär mich auf, Klett Kinderbuch, 101 Seiten, 14,95 Euro

Galgenmädchen

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Ende des 16. Jahrhunderts. Die Niederlande liegen mit Spanien im Krieg: Wer hat die Macht über die Meere? Gitte kommt den Niederländern da gerade recht – auch wenn sie ein Teufelsmädchen ist: mutter- und manierenlos, klaut wie ein Rabe, wes- wegen ihr der Galgen droht. Um ihre Taten zu sühnen, soll sie nun für den Prinzen von Oranien einen spanischen Herzog ausspionieren und Seekarten stehlen. Eine brandgefährliche Aufgabe, zumal, als Gitte sich am spanischen Hof verliebt …

Warum: Ein historischer Roman, wie er im Buche steht: backsteindick, superspannend, gut recherchiert und so genau beschrieben, dass man beim Lesen glaubt, selbst durch die wuseligen Märkte zu wandeln, und dabei den Geruch von fauligem Fisch in der Nase hat. Toll!

Jean-Claude von Rijckeghem, Pat van Beirs: Galgenmädchen, Gerstenberg, 496 Seiten, 19,95 Euro

Wo ein bisschen Zeit ist...

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Einsteigen und gut festhalten, denn dieser Roman gibt mächtig Gas. Man sitzt im Auto mit Jack, einem kaum volljährigen Philosophen, der gerade seinen kleinen Sohn entführt hat, um ihn noch schnell seiner kranken Oma zu zeigen. So rast er mit Baby an Bord kreuz und quer durch die USA und versucht, dem Winzling nebenher diese herrlich verrückte Welt zu erklären.

Warum: Ein Buch, das den Älteren von euch jede Menge Spaß machen wird, weil es so leicht und locker die ernsten Dinge des Lebens anspricht.

Emil Ostrovski: Wo ein bisschen Zeit ist…, FJB, 304 Seiten, 16,99 Euro

Endres - der Kaufmannssohn

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Lübeck, Ende des 14. Jahrhunderts. Die Handelsstadt blüht, ist eine der bedeutendsten in Europa. Dieses Buch nimmt uns mit dorthin. Wir begleiten den jungen Endres und dessen Freund Jos auf ihren Streifzügen durch das mittelalterliche Gängeviertel Lübecks und schließlich auf eine Schiffsreise nach Riga, wo Endres bei seinem Onkel in die Kaufmannslehre geht. Eine so lesenswerte wie lehrreiche Geschichte, in der man ganz nebenbei vieles über das Spätmittelalter erfährt.

Warum: Weil Anke Bär wieder ein wunderschönes Geschichts-Bilderbuch gelungen ist.

Anke Bär: Endres – Der Kaufmannssohn, Gerstenberg, 64 Seiten, 14,95 Euro

Der Ursuppenprinz

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Doro ist einigermaßen schlau. Fürs Leben reicht’s. Ihren Eltern reicht es nicht. Die sind aber auch Wissenschaftler, der Vater Professor für Mathematik, die Mutter Evolutionsbiologin. Als Doro mit der Ursuppe ihrer Mutter experimentiert, macht es Knall! Puff! Peng! und – ein waschechter Prinz steht da. Nun muss Doro Köpfchen beweisen, um den goldlockigen Gast und ihr Experiment vor den Eltern zu verheimlichen.

Warum: Eine Prinzengeschichte, die nicht rosig und peinlich ist, sondern durchgeknallt, witzig und voller überraschender Wendungen.

Christina Ebertz: Der Ursuppenprinz, Beltz & Gelberg, 224 Seiten, 12,95 Euro

Freds sensationelle Spinnereien

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Fred ist ein echter Spinner: Nur ein Wort, ein Gedanke (Mama kaut wie ein Kamel) – und Fred spinnt seine Geschichten fort (reitet etwa als Gesandter auf einer Kamelkarawane durch Afrika). Richtig schräg wird die ganze Geschichte, als Fred nach Berlin zieht (eine geheimnisvolle Umgebung) und dort Helena kennenlernt (die es zu retten gilt) …

Warum: Weil Freds Gedanken(- sprünge) so herrlich albern, manchmal auch blöd, oft bezaubernd und erleichternd sind. Denn spinnen wir nicht alle?

Christian Seltmann: Freds sensationelle Spinnereien, Arena, 151 Seiten, 9,99 Euro

Eine Messerspitze voll Magie

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Willkommen in Cadys Welt, in der alle ein besonderes Talent haben: gut spucken, verschwinden oder rekordmäßig stricken können. Cadys Talent: Sie backt jedermann den perfekten Kuchen, persönliches Seelenfutter sozusagen. Und Miss Mallory, Leiterin eines Waisenheims, findet für all ihre Kinder die richtige Familie, eigentlich. Nur bei Cady gelingt das nicht. Die gerät immer an höchst komische Menschen. Es dauert 215 spannende wie verrückte Seiten, bis sich alles entwirrt.

Warum: Wäre dieses Buch ein Kuchen, lautete das Urteil: originell, leicht und fluffig!

Lisa Graff: Eine Messerspitze voll Magie, Ueberreuter, 215 Seiten, 12,95 Euro

Sternenritter - die Festung im All

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Wer konnte schon wissen, dass die alte Villa, diese Bruchbude vor der Stadt, ein Tor zu einer anderen Welt ist? Jedenfalls wagen sich Ben, Sammy und Mia hinein – und landen durch allerhand Vor- und Zufälle im Weltraum. Dort gibt es viel zu tun. Der finstere Graf Atrox und die Robotroxe bedrohen das Universum, wollen ihm all sein Licht nehmen. Es ist der erste Fall für die drei, die bald Sternenritter heißen werden. Folge zwei und drei sind schon im Druck.

Warum: Echtes Lesefutter, vor allem für Jungs: spannend und galaktisch gut.

Michael Peinkofer: Sternenritter – Die Festung im All, Carlsen, 128 Seiten, 3,99 Euro (Einführungspreis)

Schwarze Häuser

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: In den 1960er-Jahren wird Uli – wie Dutzende andere Kinder ihrer Zeit – aus der Stadt in ein Kinderheim an der Nordsee „verschickt“. Zur Erholung heißt es. Stattdessen erwarten sie Gängelei, Strenge und eine Buttercremetorte, von der Uli und die anderen essen müssen, bis sie ihnen aus den Ohren und anderswo wieder herauskommt. Über die Zeit hilft nur eines hinweg: Freundschaft.

Warum: Autorin Sabine Ludwig hat all das so oder so ähnlich selbst erlebt. Das merkt man diesem Buch an, das aufwühlt und anrührt!

Sabine Ludwig: Schwarze Häuser, Dressler, 352 Seiten, 14,99 Euro

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Ziemlich unwahrscheinlich, „Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ nicht zu mögen. Darin geht es um Zac. Um Mia. Um Zac und Mia. Um Mia und Zac. Die sich zufällig kennenlernen, auf der Krebsstation im Krankenhaus. Denen es dreckig geht, mal abwechselnd, mal gleichzeitig. Die aufgeben wollen und dann doch nicht. Und die irgendwann erleben, dass die Liebe in ihrer Situation vielleicht unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich ist.

Warum: Weil der Roman berührend ist, nicht rührselig, manchmal rotzig, manchmal trotzig, niemals kitschig.

A.J. Betts: Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe, Fischer KJB, 336 Seiten, 14,99 Euro

Die furchtlosen zwei von Bahnsteig 3

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Sie heißen Billy und Pommes und sind – die furchtlosen zwei von Bahnsteig drei. Andere Tauben schlagen sie im Vorbeigehen in die Flucht, und mit nervigen Bahnhofswärtern kommen sie auch locker klar. Stichwort: Kack-Attack. Alles prima also, bis eines Tages plötzlich alle Tauben vom Bahnsteig verschwunden sind. Wo sind sie? Im Sturzflug machen sich die Super-Tauben auf die Spur der Entführer.

Warum: Ein Buch mit Schlapp-Lach- Garantie!

Joachim Friedrich: Die furchtlosen zwei von Bahnsteig 3, Thienemann, 160 Seiten, 9,99 Euro

Als Opapi das Denken vergaß

Die besten Bücher in diesem Herbst

Was: Sonst ist Mia mit ihrer Familie immer zum Urgroßvater, „Opapi“ genannt, in den Süden gefahren. Doch dieses Jahr kommt er zu ihnen, für immer, sagt Mama. Denn Opapi vergisst zunehmend – etwa, seine Schuhe zu binden oder dass man Zähne mit Zahn-, nicht mit Handcreme putzt. Mia versteht gar nicht, warum das ihre Eltern so beängstigt: Ist doch lustig. Und außerdem kann sie doch helfen. Nur dieser Berti, von dem Opapi immer häufiger erzählt, der kommt ihr komisch vor. So altmodisch, wie er wirkt …

Warum: Weil Uticha Marmon ein schweres Thema – Demenz – so leicht und fein erzählt, ohne es zu verulken oder zu verharmlosen.

Uticha Marmon: Als Opapi das Denken vergaß, Magellan, 159 Seiten, 13,95 Euro

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