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Beruf Hufschmied


Menschen tragen Schuhe und Pferde Hufeisen. Anders als Schuhe kannst du Hufeisen aber nicht im Laden kaufen, die fertigt ein Hufschmied an. Doch wie wird man eigentlich Hufschmied? GEOlino.de hat sich für euch umgehört
Beruf: Damit das Eisen geformt werden kann, muss es der Schmied im Ofen erhitzen
Damit das Eisen geformt werden kann, muss es der Schmied im Ofen erhitzen
© Bezirksregierung Münster

Die Arbeit des Hufschmieds

Winnis gespitzte Ohren drehen sich. Nach links, wo Bernhard Niehoff ihren Vorderhuf in der Hand hält und mit der anderen Hand der Stute beruhigend über die Schulter streichelt. "Ganz ruhig, meine Kleine", sagt er. Niehoff ist Hufschbeschlagmeister. Ein Job für Pferdeflüsterer.

Neue Schuhe aus Eisen

Wenn es zischt und raucht im Pferdestall, dann ist der Hufschmied meistens nicht weit. Regelmäßig kommt er vorbei, um Winni und ihren vierbeinigen Kollegen neue Schuhe aus Eisen zu formen. Aus Eisen? Das ist doch unbequem, denkt ihr vielleicht. Aber der Hufschmied hämmert und biegt so lange an den "Pferdeschuhen" herum, bis sie den Rössern wie Handschuhe passen.

Ohne Feingefühl geht's nicht

Wenn Bernhard Niehoff das Eisen rot glühend aus dem Schmiedeofen holt, ist es viel heißer als kochendes Wasser. Und schon an dem kann man sich ordentlich die Finger verbrennen. Ein Schmied muss also sehr vorsichtig sein. Viel Feingefühl muss er auch für seine "Kunden" haben, denn einige Pferde haben Angst vor dem Beschlagen und bleiben nicht so ruhig stehen wie Winni. Oder sie haben einfach einen schlechten Tag. Das soll auch bei Pferden vorkommen.

Muckis sind auch wichtig

Beruf: Zuerst muss das alte und zu lange Horn abgeschnitten werden
Zuerst muss das alte und zu lange Horn abgeschnitten werden
© Bezirksregierung Münster

Ohne Muskeln geht's aber auch nicht, denn Pferdehufe können mächtig schwer werden, wenn man sie lange festhalten muss. Vielleicht gibt es deshalb viel mehr männliche als weibliche Hufschmiede. Aber keine Angst: Muckis sind nicht die Hauptsache. "Man muss den Pferdevirus haben", erklärt Bernhard Niehoff, der im westfälischen Münster die Lehrschmiede Niemerg leitet und jungen Menschen seinen Beruf beibringt. Nur wer pferdeverrückt ist, kann verstehen, dass Winni sauer ist, wenn sie beide Ohren flach anlegt und ängstlich, wenn du das Weiße in ihren Augen sehen kannst. Oder, dass sie schmusen will, wenn sie dich mit ihrer weichen Nase anstupst.

Wie bei den Fingernägeln

Bevor ein neues Hufeisen angenagelt werden kann, müssen die Hufe ausgeschnitten werden. Das ist so ähnlich wie mit deinen Fingernägeln. Die wachsen auch von selber und müssen regelmäßig gekürzt werden. Und weil Fingernägel und Hufe aus demselben Material (Horn) bestehen, tut es den Pferden auch nicht weh, wenn sie der Hufschmied vorsichtig und nicht zu tief ausschneidet.

Maßarbeit für den Pferdehuf

Erst dann kann das Hufeisen, das mittlerweile abgekühlt ist und silbern glänzt, mit kleinen Nägeln in den Huf gehämmert werden. Dafür braucht man viel Erfahrung, denn die Nägel dürfen nur da hingeschlagen werden, wo keine Nerven liegen. Und weil jedes Pferd andere Hufe hat, muss ein Schmied immer ganz genau hinschauen und Maßarbeit abliefern.

Zum Schluss kommt die Prüfung

Um das alles zu lernen, musst du zuerst eine Lehre im Metallbereich abschließen. Wenn du dann noch ein einjähriges Praktikum bei einem Hufschmied absolviert hast, kannst du dich für einen viermonatigen Lehrgang anmelden. Zum Beispiel bei Hufbeschlaglehrmeister Niehoff in Münster. Zum Schluss kommt wie an der Schule die Prüfung. Erst dann kannst du dafür sorgen, dass es zischt und raucht im Pferdestall.

Viel zu tun

Winni schnaubt zufrieden, als alle Hufeisen sitzen und silbern glänzen. "Prima gemacht", lobt sie Hufschmied Niehoff und tätschelt ihr den Hals. Er hat noch viel zu tun, aber auf Winni wartet ein Trog voller Leckerchen.


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