GEOlino Nr. 04/05 - Auf Streifzug Seite 1 von 4

Buntstifte - Wie kommt die Mine in den Schreiber?

Nirgendwo werden so viele bunte Griffel hergestellt wie im brasilianischen São Carlos. Bis zu fünf Millionen Stück täglich laufen In der größten Buntstiftfabrik der Welt vom Band. GEOlino zeigt euch den weiten Weg vom Baum bis zum fertigen Schreibwerkzeug


Wieder ist eine Stunde um. Die Maschinen werden gestoppt, und aus den Lautsprechern in der Fabrikhalle schallt - fetzige Sambamusik! Darauf haben Rosangela und ihre Kollegen schon gewartet. Sie legen ihr Werkzeug beiseite und beginnen zu tanzen. Drehen sich, klatschen in die Hände und lachen einander zu. Nach drei Minuten ist der Spaß vorbei. Die Fließbänder laufen wieder an, und die etwa 80 Männer und Frauen der Abteilung kehren an ihre Posten zurück, gut gelaunt von der kurzen Musikeinlage. "So ist die Arbeit an den Maschinen weniger anstrengend", sagt Rosangela und lächelt.

Die 38-Jährige arbeitet in der weltweit größten Fabrik für Blei- und Buntstifte. Das Werk steht in São Carlos, einer Stadt im Südosten Brasiliens. Es gehört der deutschen Firma Faber-Castell. Jahr für Jahr laufen hier rund 1,5 Milliarden Stifte vom Band. Dafür sind die Maschinen 20 Stunden am Tag in Betrieb, rattern, klacken und stampfen fast unaufhörlich.


1000 Buntstiftminen fertigt eine Maschine in der Minute - da sammelt sich einiges an (Foto von: Jörg Böthling)
© Jörg Böthling
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1000 Buntstiftminen fertigt eine Maschine in der Minute - da sammelt sich einiges an

Maschinen können nicht alles

Die riesigen Apparate erledigen die meiste Arbeit. Doch Menschen müssen ihnen zuarbeiten. Wie Rosangela, die mit rohen Holzstiften aus einer weißen Plastikbox die Lackiermaschine füttert. Die werden dort im Blitztempo durch einen Sprühnebel aus Farbe geschossen und fallen am Ende auf ein Transportband. Das fährt die nun bunten, aber noch feucht glänzenden Stifte unter Wärmelampen hindurch, damit sie trocknen.

Manchmal aber sorgen kleine Fehler für eine Pause. Jetzt zum Beispiel: Mit lautem Knacken ist in der Lackierstraße ein Stift zersplittert. Rosangela hält die Maschine an, angelt vorsichtig die Holzsplitter heraus und lässt sie auf den Boden rieseln. Der ist schon mit roten, gelben, braunen, grünen Farbklecksen gesprenkelt: In 90 Farben werden die Stifte hier lackiert.



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