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Das Team Zwei Männer und ein Boot: Pierre, Boris und die Malizia

Pierre Casiraghi und Boris Herrmann
Pierre (l.) und Boris (r.) möchten mit ihrem Projekt "Ocean Challenge" die Menschen für den Segelsport begeistern und etwas Gutes für die Umwelt und das Klima tun
© Martin Messmer

Das Team: Pierre Casiraghi und Boris Herrmann

Pierre und Boris verbindet nicht nur eine starke Freundschaft, sondern auch ihre große Begeisterung für den Segelsport und das Meer. Gemeinsam haben die Profisegler schon viele Segelrennen gemeistert. Nun möchten die beiden mit ihrer "Ocean Challenge" auch die nächste Generation für den Segelsport begeistern - und nebenbei etwas Gutes für die Umwelt und den Klimaschutz tun!

Ihr Plan: Boris, Deutschlands erfolgreichster Hochseesegler, wird mit der Hightech-Yacht "Malizia" im Jahr 2020 als erster Deutscher überhaupt bei der legendären Vendée Globe starten.

Die Vendée Globe ist eine solo, non-stop Regatta einmal um die Welt - ohne fremde Hilfe. Sie wurde 1989 von Philippe Jeantot erfunden und findet alle vier Jahre statt. Die Regatta beginnt und endet in Les Sables-d'Olonne in Frankreich und gilt als die schwierigste sportlichte Herausforderung der Welt! Während der Regatta reisen die Seglerinnen und Segler den Atlantik hinunter zum Kap der Guten Hoffnung und weiter Richtung australischen Kap Leeuwin, dem chilenischen Kap Hoorn auf der Backbordseite (links) und dann wieder zurück nach Frankreich.

Es ist das erste Mal, dass ein deutscher Segler an dieser Regatta teilnimmt. Boris bereitet sich seit 4 Jahren vor.

Während der Fahrt sammelt das Boot wertvolle Daten für die Klimaforschung: Ein Sensor an Bord der "Malizia" misst zum Beispiel den Kohlendioxid- und den Salzgehalt im Meer sowie die Temperatur des Wassers und überträgt diese Daten dann per Satellit nach Deutschland. So sollen Klimawissenschaftler bei der Erforschung des Klimawandels unterstützt werden.

Auf der Malizia, Team Ocean Challenge
Die Freunde Pierre und Boris besprechen die kommende Route
© Martin Messmer

Pierre Casiraghi

  • Alter: 31
  • Wohnort: Monaco
  • Beruf: Unternehmer und Profisegler
  • Was ich am liebsten mache: neue Ideen entwickeln
  • Das ist mir wichtig: der Schutz des Ozeans
  • Das kann ich besonders gut: Segeln
  • Ich träume von: wilden Raftingtouren und mittelalterlichen Kämpfen
  • Mein Lieblingsessen: Zitronenhühnchen
  • Mein Lieblingsort auf der Welt: Corsica

Boris Herrmann

  • Alter: 37 Jahre
  • Wohnort: Hamburg, Deutschland
  • Beruf: Profisegler
  • Was ich am liebsten mache: Segeln, Kiten
  • Das ist mir wichtig: der Schutz des Ozeans
  • Das kann ich besonders gut: Segeln
  • Ich träume von: meiner Teilnahme am Vendée Globe Rennen um die Welt 2020/2021
  • Mein Lieblingsessen: Vanilleeis
  • Mein Lieblingsort auf der Welt: Sankt Peter-Ording

Das Boot: Die Malizia

Boris Herrmann auf der Malizia
Profisegler Boris Herrmann wird als erster Deutsche an der Vendée Globe Regatta teilnehmen und mit der Malizia die Welt umsegeln
© Jean-Marie LIOT - www.jmliot.com

Das Malizia Boot ist ein extrem schnelles Rennboot. Seine roten Tragflügel wirken wie Tragflächen im Wasser und heben das Boot an - so kann die Malizia fast fliegen! Die Flügel entwickeln eine nach oben gerichtete Hebekraft von fünf bis sechs Tonnen. Damit das Boot möglichst leicht, aber trotzdem stabil ist, baut man solche Boote mit dem Werkstoff Karbon.

Malizia gehört zu der Bootsklasse IMOCA 60(International Monohull Open Class Association, 60 Fuß lang). Mit diesem Bootstyp umrunden die Segler bei der Vendée Globe Regatta die Welt. Viele Designer und Ingenieure haben getüftelt, um ein solch schnelles Boot zu entwerfen. Insgesamt wurden 32.000 Stunden an dem Boot gearbeitet!

Steckbrief: Die Malizia

  • Länge: 60 Fuß (18,3 m) - wie etwa fünf Autos
  • Masthöhe: 27 m - wie sechs Doppeldeckerbusse
  • Gewicht: 8.000 kg - wie acht große weiße Haie
  • Größtes Segel: 400m² - etwa so groß wie ein Basketballfeld
  • Maximale Geschwindigkeit: 35 Knoten (65 km/h) - etwa so schnell wie ein Leopard
  • Gewicht des Kiels: 3.000 kg - etwa so schwer wie zwei Nashörner

Wo kommt der Bootsname "Malizia" her?

Das Boot wurde nach Francesco Grimaldi benannt - einem italienischen Wissenschaftler, der den Spitznamen "Malizia" trug. Im Jahre 1297 eroberte Grimaldi mit einer List den berühmten Felsen von Monaco: Als Franziskaner-Mönch verkleidet, gelang es Malizia, unbemerkt Einlass in die auf dem Felsen thronende Festung zu erhalten. Unter seinem Mönchs-Gewand hatte er jedoch Schwerter versteckt und so eroberte er damit bei Nacht die Burg. Noch heute steht der Palast des Staates Monaco, Pierres Heimatland, auf diesem Felsen.

Malizia bedeutet übersetzt etwa so viel wie "der Schlitzohrige" oder auch "der Geschickte". Geschickt und mit einer bestimmten Strategie vorgehen - das kann auch beim Segeln von Segelrennen von Vorteil sein! So entstand die Idee und der der Name für das Boot war geboren.


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