Mensch Freiwillige vor!

Ein Pfadfindersprichwort lautet "Jeden Tag eine gute Tat". Doch freiwillige Hilfe kann jeder leisten - auch ohne Pfadfinder zu sein. GEOlino.de zeigt euch, wie ihr selbst aktiv werden könnt

„Ich bin bei der Feuerwehr, um den Menschen, die in Schwierigkeiten stecken, zu helfen.“ Mit diesem Wunsch begann der 15-jährige Denniz vor zwei Jahren seinen Dienst bei der Jugendfeuerwehr im Hamburger Stadtteil Öjendorf. Heute trifft er sich einmal die Woche mit seinen Freunden aus der Jugendfeuerwehr, deren gemeinsames Ziel es ist, andere im Notfall zu retten.

So wie Denniz denken zum Glück viele Jugendliche. Mitmachen kann bei der Freiwilligen Feuerwehr fast jeder. Einzige Bedingung: Ihr seid zwischen 12 und 17 Jahre und wohnt im Umkreis des Einzuggebiets einer Jugendfeuerwehr. Vorkenntnisse sind nicht von Nöten, nur eure Begeisterung für die Feuerwehr. In voller Feuerwehrmontur und Helm lernt ihr so den Umgang mit den Löschgeräten und die Organisation der Feuerwehr kennen. Auch Erste Hilfe und Fahrzeugkunde stehen auf dem Plan eines angehenden Jugendfeuerwehrjungen oder –mädchens.

Freiwillige vor!

Die Jugendfeuerwehr bei der Arbeit

Freiwillige vor!

Denniz und Marcel proben den Ernstfall

Neben der technischen Ausbildung steht bei der Jugendfeuerwehr der Spaß an erster Stelle. Schwimmbadbesuche, Ausflüge und Zeltlager gehören zum festen Programm und belohnen für das Engagement. Auch für Denniz und seine Gruppe der Jugendfeuerwehr geht es in ein paar Wochen in den Freizeitpark. Freiwilliger Dienst hilft Menschen und bringt – und das ist immer wichtig - auch den Helfern etwas.

Die Jugendfeuerwehr ist nur ein Weg, um freiwillig etwas zu bewegen. Schon heute engagieren sich über 70 Prozent der Menschen in unserem Land für einen gemeinnützigen Zweck. Aus Freude und Überzeugung helfen sie anderen und leisten einen Beitrag für die Gesellschaft und unsere Umwelt. Trotz der Verpflichtungen in der Schule und im Beruf nehmen sich viele die Zeit, sich regelmäßig ohne Bezahlung in sozialen Projekten einzubringen.

Um dieses Engagement zu würdigen und das Bewusstsein für den Freiwilligen Dienst zu stärken, hat die Europäische Union in Brüssel 2011 zum „Jahr der Freiwilligentätigkeit“ ernannt. Unter dem Motto „Freiwillig. Etwas bewegen!“ will die EU informieren und die Bedeutung der gemeinnützigen Hilfe aufzeigen. Ziel der Initiative ist es unter anderem, auch den Dialog der Mitgliedsstaaten zu fördern und so einem Europa, in dem sich die Menschen gegenseitig helfen, näher zu kommen.

Gerade das „Freiwillige Soziale“- oder auch das „Ökologisches Jahr“ ist bei vielen Jugendlichen nach der Schule beliebt. Doch auch schon während ihr die Schulbank drückt, könnt ihr in eurer Umgebung Gutes tun. Ein Freiwilliger Dienst beginnt häufig dort, wo Menschen bereits organisiert sind. Beispielsweise veranstalten Sportvereine Flohmärkte, um das Geld für einen guten Zweck zu spenden. Eine tolle Verbindung aus Hobby und einer guten Tat.

Auch ohne Vereinszugehörigkeit habt ihr zahlreiche Möglichkeiten, euch in den unterschiedlichsten Bereichen zu engagieren. Zum Beispiel im Tierschutz. Viele Tierheime haben einen regen Zulauf und große Mühe, sich um alle Tiere zu kümmern. Häufig könnten sie ihre Arbeit ohne die Unterstützung von freiwilligen Helfern gar nicht bewältigen. Denn die Tiere brauchen nicht nur ein Zuhause, sondern vor allem Zeit und Zuneigung. Daher sind die Tierheime für jeden dankbar, der sich um ein Tier kümmern möchte. Ihr könnt zum Beispiel mit den Hunden spielen und Gassi gehen. Zusammen mit einem Freund oder einer Freundin erlebt ihr so tolle Spaziergänge durch Wiesen und Wälder. Könnt ihr selbst kein eigenes Haustier besitzen, wächst euch euer Pflegetier schon bald ans Herz und wartet ungeduldig auf euren nächsten Besuch.

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Hunde aus dem Tierheim genießen einen Waldspaziergang

Wenn ihr einen guten Draht zu euren Großeltern besitzt, könntet ihr auch ältere Menschen aus der Nachbarschaft unterstützen. Auch über das Angebot, ihnen bei der Gartenarbeit zu helfen oder Einkäufe zu erledigen, freuen sie sich bestimmt. Dabei bekommt ihr sicherlich spannende Geschichten aus der Vergangenheit zu hören – wer wohnte früher am Ende der Straße, und was war die Spezialität des Tante Emma Ladens, an dessen Stelle heute der große Supermarkt steht?

Interessante Anekdoten aus der Vergangenheit gibt es auch im Seniorenheim zu hören. Gerade hier werden freiwillige Helfer dringend benötigt, um alleinstehende Senioren zu betreuen. Die Pfleger sind oft überfordert und können für jeden Bewohner in ihrer täglichen Routine nur wenig Zeit aufbringen. Kann auch die Familie nur selten zu Besuch kommen, leiden die älteren Menschen unter der Einsamkeit. Dabei würden sie gerne mit jemanden reden. Ihnen an einem Nachmittag nach der Schule oder am Wochenende Geschichten vorzulesen oder gemeinsam Rätsel zu lösen ist eine freudige Abwechslung im Pflegeheim. Die Senioren können euch bestimmt so manchen Schwank aus ihrem Leben verraten – oder auch Streiche aus ihrer Jugend erzählen. Durch euren freiwilligen Einsatz lernt ihr viel für euer eigenes Leben.

„Ich würde später gerne eine Ausbildung zum Feuerwehrmann machen.“ Für Denniz kann sein Engagement in der Jugendfeuerwehr so zum Sprungbrett für seinen späteren Beruf werden.

Sein größter Wunsch ist es, anderen Menschen zu helfen. Habt auch ihr Lust bekommen, euch freiwillig zu engagieren? Es gibt viele Initiativen, die euch weiterhelfen und vermitteln können. www.engagiert-in-deutschland.de ist die offizielle Seite zum „Jahr der Freiwilligentätigkeit“. Auch www.gute-tat.de oder die Freiwilligenbörse (www.eaktivoli.de) informieren und beraten über Einsatzmöglichkeiten. Wofür ihr euch auch engagiert, es ist der erste Schritt freiwillig etwas zu bewegen.

Ausland: Europäischer Freiwilligendienst
Ausland: Europäischer Freiwilligendienst
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