Buchtipp Buchtipp: Einladung zum Fantasieren

Was gibt es Schöneres, als auf einem Baum zu sitzen und die Welt zu beobachten? Träumend betrachtet die zehnjährige Mina die Welt und fliegt deswegen von der Schule

Mina ist wirklich sehr eigen: Sie liebt es zu fantasieren, eigene Geschichten zu erfinden und über die Welt nachzudenken. Doch gerade wegen ihrer Eigenheiten hat sie es im Leben schwer. Sie hat kaum Freunde und selbst ihre Lehrer verstehen ihre Gedanken nicht. Als sie dann bei einer wichtigen Schularbeit eine Geschichte abgibt, die alle für puren Nonsens halten, fliegt sie von der Schule. Fortan wird sie von ihrer Mutter zu Hause unterrichtet. Über den Rauswurf ist Mina keinesfalls traurig. Im Gegenteil, sie freut sich, so viel Zeit für sich zu haben, wie sie sich wünscht. Die füllt sie mit Geschichtenschreiben und Nachdenken.

Buchtipp: Einladung zum Fantasieren

Mina ist ein Mädchen, das anders als alle anderen ist, eine Person, die sich nicht an die allgemeinen Geflogenheiten anpasst. Sie braucht vor allem Zeit, um ihr Leben zu leben und ihre Träume zu verwirklichen. Auch wenn sie von der Schule geflogen ist, ist Mina bestimmt nicht auf den Kopf gefallen. Denn in Wirklichkeit schreibt sie keinen Nonsens, sondern gut durchdachte Geschichten, die man doppelt oder dreimal lesen muss, um sie zu verstehen.

David Almond, Autor des Buches, kennt sich gut mit scheinbaren Nonsens-Geschichten aus. Selbst ergehe es ihm beim Schreiben so. „Manchmal aber erscheint der Nonsens auf den zweiten Blick gar nicht so schlecht“, verrät er. Und eine weitere Gemeinsamkeit verbindet ihn mit Mina: Beide tragen immer Notizbüchlein mit sich herum: "Schließlich weiß man nie, wann ein guter Einfall kommt", sagt Almond.

Mina kommen die Einfälle beim Träumen auf dem Baum, dort schreibt sie auch am liebsten Geschichten. Auf den Ästen fällt sie dann eine bedeutsame Entscheidung: Sie beschließt, Freunde zu finden. Letztendlich geht sie sehr gestärkt aus der Zeit des Alleinseins heraus.

Mit dieser anrührend geschriebenen Geschichte zeigt der Brite David Almond, der für sein Lebenswerk den Hans-Christian-Andersen-Preis bekam - das ist die höchste Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur -, das Anderssein ganz normal ist. Hierfür muss man sich nicht schämen. Im Gegenteil, Anderssein hat sogar große Vorteile. Für Mina auf alle Fälle: Die Zeit der Freiheit festigt sie auf ihrem Weg zum Erwachsen werden.

Erzählt wird der Roman Mina aus der Perspektive des Mädchens, wodurch man einen besonders nahen Einblick in ihre Lebenswelt bekommt. Selbstverständlich sind all ihre ausgedachten Geschichten ebenfalls mit eingebunden. Insgesamt bereitet Mina einfach eine ganz große Menge Lesespaß und lädt einen geradezu zum Fantasieren und Träumen ein.

David Almond: Mina; aus dem Englischen von Alexandra Ernst, Ravensburger Buchverlag, ab 10, 14,95 Euro

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