Kochtipp Faschings-Krapfen

Voll fett: Süßes Schmalzgebäck gab es schon in der Antike. Aber auch ihr könnt Krapfen, Berliner, oder wie man sie sonst noch nennt selber herstellen! Wir zeigen euch, wie's geht
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Berliner, Krapfen, Kreppel oder Pfannkuchen?

Die Berliner sagen Pfannkuchen, die Rheinländer Berliner. Die Ruhrpottler ergänzen das Ganze zu Berliner Ballen. Die Hessen wiederum preisen Kreppel oder Kräppel an, die Bayern Krapfen. Und allerorten meinen sie ein und dasselbe - dieses luftige Schmalzgebäck mit Marmeladenfüllung, das vor allem zu Fasching auf den Tisch kommt.

Und das hat Tradition: Früher nämlich, a ls die Fastenzeit noch streng eingehalten wurde, verbrauchten die Menschen an Fasching die restlichen Eier und das restliche Fett im Haus. All das war schließlich in den vierzig Fastentagen bis Ostern verboten, Süßes sowieso. Also buken die Narren ganz närrisch Naschkram und gönnten sich damit ein fettes Vergnügen: Der süße Hefeteig schwimmt zum Ausbacken in Öl.

Die Geschichte des Krapfens

Auf diese Weise bereiteten wohl schon die alten Ägypter Schmalzgebäck zu. Und auch die Römer kannten Fettgebackenes, sie nannten es "Globuli", übersetzt "Kügelchen". Im Mittelalter dann formten die Menschen eine längliche Leckerei mit zwei Spitzen, die sie "Crapho" oder "Krapfe" nannten - was etwa Kralle bedeutet, und wohl der Namensgeber für die Krapfen war.

Richtig rund wurden diese erst später, vermutlich im 18. oder 19. Jahrhundert. Zwei schmalzige Legenden ranken sich darum: Zum einen heißt es, eine Wiener Bäckerin mit Namen Krapf habe zu festlichen Bällen am Hofe Teigkugeln in Fett gebacken. Zum anderen soll ein Berliner Zuckerbäcker die Heerscharen Friedrichs des Großen mit köstlichen "Kanonenkugeln" versorgt haben. Die schlugen richtig ein - und das tun die Pfannkuchen, Berliner, Krapfen, Kreppel noch heute. Probiert es aus - Helau!

Ihr braucht für 15 Stück:

  • 125 ml Milch
  • 100 g Butter
  • 500 g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 30 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 3 Tropfen Bittermandelöl
  • 1 TL Salz
  • 2 Eier
  • Fett zum Ausbacken
  • Marmelade für die Füllung
  • Zucker zum Wälzen oder Puderzucker für einen Guss
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Die Berliner sagen hierzu Pfannkuchen...

Zubereitungszeit: 60 Minuten

Ruhezeit: 60 bis 90 Minuten

1. Mischt Mehl und Hefe in einer Schüssel. Erhitzt die Milch in einem kleinen Topf und zerlasst die Butter darin.

2. Gebt die Milch-Fett- Mischung und die übrigen Zutaten in die Schüssel, verrührt alles und verarbeitet es mit den Knethaken des Handrührgeräts zu einem glatten Teig. Deckt die Schüssel mit einem Tuch ab und lasst den Teig mindestens 40 Minuten an einem warmen Ort gehen.

3. Knetet den Teig nach der Ruhezeit noch einmal mit den Händen durch. Teilt ihn dann in 15 etwa gleich große Teile und rollt aus diesen Bällchen. Die Oberflächen sollten möglichst keine Risse haben! Legt die Stücke zwischen zwei mit Mehl bestäubte Tücher und lasst sie noch einmal mindestens eine halbe Stunde gehen.

4. In einen hohen, breiten Topf füllt ihr Öl, etwa zwei Zentimeter hoch. Erhitzt das Fett , aber Vorsicht: Es darf nicht zu heiß werden! Schwache bis mittlere Hitze ist ausreichend! Haltet als Test einen Kochlöffel ins Fett: Steigen um den Stiel Bläschen auf, ist die Temperatur richtig.

5. Gebt nun die Teigstücke mit einem Schaumlöffel portionsweise in das Öl. Achtung - verbrennt euch nicht! Lasst die Kugeln von beiden Seiten jeweils etwa drei bis vier Minuten goldbraun backen. Dann nehmt ihr sie mit dem Schaumlöffel heraus und lasst sie auf Küchenpapier gut abtropfen.

6. Für die Füllung streicht ihr etwas Marmelade durch ein Sieb (oder verwendet Gelee ohne Fruchtstückchen) und füllt sie dann in einen Spritzbeutel mit Lochtülle. Damit spritzt ihr in jeden Berliner seitlich ein wenig Marmelade hinein. Ihr könnt auch eine Einwegspritze aus der Apotheke nutzen. Dann stecht ihr aber besser vorher mit einem Stäbchen ein Loch in den Berliner (bis zur Mitte), bevor ihr die Marmelade hineinpresst.

7. Wälzt die Berliner noch heiß in Zucker - oder lasst sie abkühlen und bestreicht sie mit Zuckerguss. Unser Tipp: Auch Nussnougat- Creme oder Vanillepudding machen sich als Füllung gut. Dazu passt ein Schokoladenguss!

Das große Karnevals-Extra

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