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Das Science Center in Bremen besteht aus 40.000 Edelstahlschindeln  (Foto von: Universum Science Center Bremen)
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Das Science Center in Bremen besteht aus 40.000 Edelstahlschindeln

In der Expedition "Mensch" durch den Geburtskanal rutschen

Gut durchgeschüttelt und mit Druck auf den Ohren klopfe ich den Sternenstaub von meinen Kleidern und begebe mich weiter auf Entdeckungstour. Zu ergründen gibt es drei Ausstellungsschwerpunkte: den Mensch, die Erde und den Kosmos. Eine komplette Runde durch alle drei Gebiete dauert etwa vier Stunden. Man muss sich eben Zeit nehmen, wenn man wirklich etwas sehen will. Denn die insgesamt 250 Ausstellungsstücke im Science Center sind nicht nur zum Angucken und Bestaunen gedacht. Bei den meisten Experimentierstationen geht es darum, alles selbst auszuprobieren.


Und das sieht dann zum Beispiel so aus: Die begehbare Gebärmutter in der Wissenschaftslandschaft "Mensch" will den Besucher in die Zeit vor seiner Zeugung zurück versetzten. Er soll sich vorstellen, wie sich ein ungeborenes Kind im Bauch seiner Mutter fühlt. Um das weibliche Hohlorgan möglichst wahrheitsgetreu nachzuempfinden, sind die gewölbten, niedrigen Wände mit schwarzem Kunstleder ausgekleidet. Rötlich leuchtende Zellophanfenster stellen durchblutetes Gewebe dar. Und es vermittelt tatsächlich ein Gefühl von Schutz und Geborgenheit. In der tiefen Höhle kann man, etwas gebückt, die Verschmelzung zwischen Eizelle und Samenzelle beobachten. Ein Mensch wird gezeugt.


Bei den meisten Ausstellungsstücken kann man selbst Hand anlegen (Foto von: Universum Science Center Bremen)
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Bei den meisten Ausstellungsstücken kann man selbst Hand anlegen

Neun Monate in fünf Minuten

Ich nehme Platz auf der Schleimhaut-Sitzfläche aus schwarzem Leder und sehe auf dem im Muskelgewebe eingebauten Monitor dem Embryo beim Wachsen zu. Im Hintergrund gluckert es gedämpft, wie es in einem Bauch blubbert, wenn man das Ohr darauf legt. Was in der menschlichen Natur neun Monate dauert, durchlaufe ich in fünf Minuten. Bis die Geburtsstunde schlägt: Wie das Baby rutsche ich - vorbei an reellen Fotos einer Niederkunft - durch den Geburtskanal. Als ich den Kopf herausstrecke, lande ich nicht wirklich im Kreißsaal, sondern am Ende der Gebärmutter-Ausstellung. Vor mir baut sich ein riesiges Bild von einem Neugeborenen auf und Babygeschrei plärrt mir entgegen.



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