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Astronaut Reinhold Ewald antwortet auf eure Fragen

Ein echter Astronaut hat viel zu erzählen. Bei GEOlino.de hattet ihr die Möglichkeit, dem ESA-Astronauten Reinhold Ewald Fragen zu stellen. Hier sind seine Antworten


Im All bestimmt die Schwerelosigkeit den Alltag (Foto von: Esa)
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Im All bestimmt die Schwerelosigkeit den Alltag

Reinhold Ewald ist ein alter Hase im Weltraum. Der 47-Jährige arbeitet für die Europäische Weltraumorganisation, die Esa. Vor ein paar Jahren verbrachte der Physiker fast drei Wochen an Bord der russischen Raumstation "Mir" - ein unvergessliches Erlebnis. Dabei war das Leben im All alles andere als einfach. Ewalds Körper veränderte sich, das Essen schmeckte fad, und geschlafen hat der Astronaut in der Schwebe.


Mareike (14), Nick (9) und Ole (7) aus Herborn bei Idar-Oberstein wollen wissen:

Wie fühlt man sich, wenn man nach drei Wochen im schwerelosen All auf die Erde zurückkehrt? Ewald: Ich war erleichtert, nach all der Verantwortung, die ich während des Flugs für die Experimente hatte, endlich wieder Hilfe zu bekommen. Die ersten Stunden wollte ich den Kopf nicht viel bewegen und möglichst sitzen. Als ich meine Familie wiedertraf, habe ich mich natürlich besonders gefreut und extra zusammengerissen. Nach etwa sechs Tagen war die Rück-Anpassung geschafft. Meine Knochen brauchten allerdings noch länger. Das haben wir auch als Experiment sorgfältig untersucht.


Peter fragt:

Wie wird man eigentlich Astronaut? Gibt es dafür eine Ausbildung und, wenn ja, wie lange dauert sie? Ewald: Astronauten kommen hauptsächlich aus naturwissenschaftlichen oder technischen Berufen: Physiker, Luft- und Raumfahrtingenieure, aber auch Biologen und Mediziner. Piloten braucht man hauptsächlich für das Fliegen der Raumfahrzeuge. Einen dieser Studiengänge haben aber alle Astronauten hinter sich, eventuell sogar mit mehreren Nebenfächern. Das ist die beste Voraussetzung, um sich bei einer neuen Ausschreibung zu bewerben. In Europa wird das in einigen Jahren wieder der Fall sein. Also: bis dahin fleißig studieren! Die Grundausbildung dauert dann etwa ein Jahr, eine Missionsausbildung für die ISS bis zu drei weitere Jahre - mit vielen Reisen.


Hanna will wissen:  

Welche Fähigkeiten braucht ein Astronaut?Ewald: Heute sind die Astronauten an Bord der ISS Mädchen für alles: Reparaturen, Weiterbau, Flug zur Station und zurück, Fernsehleute, und natürlich Forscher und Experimentierer. Und das alles in mehreren Sprachen, also Englisch und Russisch. Dafür bekommen sie natürlich ein Training, aber den Spaß an so einer herausfordernden Sache müssen sie schon mitbringen. Ist es sehr gefährlich, ein Astronaut zu sein? Ewald: Das Fliegen mit der Rakete und der Aufenthalt im All sind gefährlich. Aber die Astronauten wissen, dass viele tausend Leute am Boden alles nach bestem Wissen getan haben, um die Station sicher zu machen. Das Restrisiko, dass dann doch etwas schief geht - wie zuletzt beim Space Shuttle Columbia - kann man nie ganz ausschließen. Aber die Aufgabe im All ist es den Astronauten wert, dieses Risiko einzugehen. Kann man im Weltraum Fernsehen schauen?Ewald: Fernsehen gibt es im All nur in Verbindung mit der Bodenstation oder als Videokonserve. Die Erd-TV-Stationen reichen nicht so weit und man fliegt zu schnell darüber hinweg. Aber es gibt viel interessantere Dinge auf der ISS, als alte Wiederholungen oder Musikvideos zu gucken, oder?



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