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Füchse: Die Gejagten

Die Märchenwelt hat uns ein falsches Bild vom Fuchs vermittelt: Hinter dem listigen Gänsedieb verbirgt sich ein atemberaubendes Wildtier. Aber wir Menschen machen ihm das Leben schwer. Mit Fotogalerie


Sobald die Dämmerung einsetzt, erwacht der Fuchs. Leise schleicht er durch den Wald, auf der Suche nach seinen Lieblingsspeisen. Hat er Würmer, Spinnen oder ein Kleintier gefunden, schnappt er zu - blitzschnell und lautlos - und verzieht sich dann ebenso flink wieder in seinen Bau. Füchse gehören zur Familie der so genannten Canidae, sind also Verwandte vom Hund. Ausgestattet mit ausfahrbaren Krallen und vertikalen Pupillen können sie - im Gegensatz zu Haushunden - bestens in der wilden Natur überleben. Aufgrund ihrer ausgeprägten Sehkraft sind sie hervorragende Jäger. Tagsüber verlassen sie ihren Bau aber nur selten, denn hier sind sie vor Feinden geschützt: Die Mutter (Fähe) umsorgt dort die zunächst noch blinden und tauben Welpen, während der Vater (Rüde) Nahrung herbeischafft. Der Nachwuchs verlässt erstmals nach vier Wochen den Bau, um Schritt für Schritt das Leben im Wald zu erlernen.

So gut wie nie können wir wilde Füchse in solchen Situationen entdecken. Die scheuen Tiere verstecken sich. Nicht aber vor tierischen Feinden - davon gibt es für erwachsene Füchse kaum welche. Sie haben deutlich größere Angst vor dem Menschen, der gerade jetzt - in den Sommermonaten - auf der Jagd nach ihnen ist.


Junge Füchse nennt man Welpen, weibliche Füchse sind Fähen, männliche Rüden. An ihrer Bezeichnung wird die Verwandtschaft zum Hund deutlich (Foto von: Detlef Hinrichs/www.schonzeit-fuer-fuechse.de)
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Junge Füchse nennt man Welpen, weibliche Füchse sind Fähen, männliche Rüden. An ihrer Bezeichnung wird die Verwandtschaft zum Hund deutlich

Warum werden Füchse gejagt?

Konkrete Gründe gibt es nicht. Das Fell der Füchse ist schon lange kein begehrter Pelz mehr. Viele Jäger rechtfertigen ihr Handeln mittlerweile anders. So würde die Jagd für ein Gleichgewicht in den Fuchsbeständen sorgen. Sie meinen also, dass der Fuchs sich ohne die Jagd unendlich fortpflanzen würde, weil kein natürlicher Feind mehr da sei. Tierschützer wie der Verein "Wildtierschutz Deutschland" gehen vom Gegenteil aus: Je mehr Füchse durch die Jagd sterben, desto stärker steige die Geburtenrate. Die Zahl der Füchse würde sich ihrer Meinung nach von selbst regulieren, sodass die Jagd an sich gar nicht notwendig sei. Deshalb fordern die Tierschützer eine so genannte Schonzeit für Füchse. In ihrer Erklärung schlagen sie ein Jagdverbot auf Füchse zwischen dem 1. Januar und dem 30. September vor, da die Jungen erst mit neun Monaten unabhängig von ihren Elterntieren leben könnten.

Von etwa 600.000 Füchsen, die allein in Deutschland jährlich erlegt werden, lassen viele Nachwuchs im Bau zurück. Die Jungfüchse, die noch nicht selbst jagen, können nicht alleine überleben.

Noch mehr Spannendes aus dem Leben der Füchse findet ihr in unserer Fotogalerie:


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