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Nix wie raus im Mai

Im Wonnemonat Mai steht der Sommer bereits vor der Tür. Nun wärmen die Sonnenstrahlen auf der Haut, viele Pflanzen blühen und abends bleibt es länger hell. Beste Voraussetzungen, um die Natur in vollen Zügen zu genießen


So sieht Waldmeister aus (Foto von: picture alliance / Arco Images GmbH )
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So sieht Waldmeister aus

An schönen Sonnentagen im Mai darf eine erfrischende Maibowle nicht fehlen. Sie wird mit Waldmeister hergestellt, den ihr – wie der Name schon sagt – ab Ende April in den Wäldern findet. Ganze Teppiche der grünen Pflänzchen bedecken nun den Boden der Laubwälder. Ihr erkennt sie an ihren dünne, vierkantigen Stängeln, von denen sternenförmig länglich-ovalen Blätter in mehreren Etagen abgehen.

Ende Mai fängt der Waldmeister an zu blühen. Dann sprießen kleine weiße Blüten aus den Spitzen der Pflanzen. Ab diesem Zeitpunkt werden Stängel und Blätter des Waldmeisters härter und verteilen ihr Aroma nicht mehr so gut. Deshalb ist es wichtig, dass ihr für eure Bowle Pflänzchen verwendet, die noch nicht blühen.


Ihr braucht:
1 kleinen Strauß Waldmeister (circa zehn Pflanzen)
1 Liter Apfelsaft
0,5 Liter Mineralwasser
1 ungespritzte Zitrone
Garn

Und so geht’s:
Ihr füllt den Apfelsaft in einen Krug. Wascht den Waldmeister kurz ab und bindet ihn mit einem Stück Garn zu einem kleinen Strauß zusammen. Den Strauß hängt ihr kopfüber für etwa drei Stunden in den Apfelsaft hinein, so dass die Pflanzen ihr Aroma verteilen können. Anschließend entfernt ihr den Waldmeister wieder. Ihr schneidet die Zitrone in Scheiben und gebt diese in den Apfelsaft. Zuletzt kommt noch das Mineralwasser hinzu – es macht das Getränk schön spritzig. Fertig ist die erfrischende Maibowle! Wenn der Apfelsaft die Bowle noch nicht ausreichend süßt, könnt ihr noch mit etwas Zucker nachhelfen.


Maikäfer flieg!


Ein Maikäfer (Foto von: Wolfgang Kumm/picture-alliance/ dpa)
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Ein Maikäfer

Wenn die Maikäfer in unseren Breiten Einzug halten, sind sie nur schwer zu überhören. Laut brummend schwirren die dicken Käfer durch die Luft und lassen sich auf Laubbäumen nieder. Ihr erkennt die zwei bis drei Zentimeter großen Tiere an ihren braunen Deckflügeln. Der schwarze Kopf hat zwei Fühler mit kleinen Fächern daran. Die Fächer der Männchen besitzen sieben Blättchen, die der Weibchen nur sechs. Mit ihnen können die Maikäfer riechen, denn an den Spitzen der Blättchen befinden sich viele kleine Geruchssensoren.

Maikäfer haben einen festgelegten Lebenszyklus, der drei bis vier Jahre lang dauert. Nach der Paarung gräbt sich das Weibchen in den Boden ein, um dort ihre Eier ab zu legen. Dort schlüpfen nach etwa einem Monat die Larven, die sich zunächst von Humus und Pflanzenteilen ernähren. Zwei Jahre verbringen sie im Boden, wo sie futtern und futtern und futtern… Selbst dickere Wurzeln sind nun nicht mehr vor ihnen sicher. Im dritten Lebensjahr verpuppen sich die Larven und schlüpfen sechs Wochen später als fertige Maikäfer. Sobald die Temperatur über 20 Grad steigt, kriechen sie aus dem Boden und machen sich auf die Suche nach einem Partner. Deshalb könnt ihr sie besonders gut im Mai bei ihren Abendausflügen beobachten


Maikäfer besitzen wie alle Insekten sechs Beine, mit denen sie sich an den Blättern festklammern. Besonders oft könnt Ihr sie an Birken, Buchen oder Eichen entdecken, denn ihre Blätter gehören zur Leibspeise der Maikäfer. In Jahren, in denen es viele Käfer gibt, wird ihre Gefräßigkeit allerdings schnell zum Problem, denn mitunter fressen sie ganze Wälder kahl!

Aus diesem Grund wurden die braunen Käfer in den 1950er und 1960er Jahren sogar bekämpft. Mit Hubschraubern besprühten die Menschen die Wälder mit Gift, um die Bäume zu schützen. In den darauffolgenden Jahren ging die Anzahl der Maikäfer so stark zurück, dass sie fast vom Aussterben bedroht waren. Der Einsatz von Gift wurde verboten. Das rettete nicht nur die Maikäfer, sondern kam auch anderen Tieren wie Schmetterlingen und Fledermäusen zugute, die ebenso unter der regelmäßigen Giftdusche zu leiden hatten. Doch in den letzten Jahren wurden wieder große Bestände von Maikäfern gezählt, die die Wälder schädigen.

Können und sollen wir Menschen etwas dagegen tun? Gibt es auch in diesem Jahr viele Maikäfer? Schaut doch einfach mal draußen nach! Guckt euch an, ob die Wälder kahlgefressen werden, und verfolgt in der Zeitung, ob in eurer Gegend über die Bekämpfung von Maikäfern diskutiert wird.


Das Blumen-Tattoo

Viele Menschen schmücken ihre Haut mit Bildern und Texten – sie lassen sich tätowieren. Dabei wird die Farbe mit einer Nadel in eine tiefere Hautschicht gestochen. Das schmerzt ordentlich, und geht vor allem nicht so einfach wieder weg. Es gibt einen Spruch, der besagt: „Wer schön sein will, muss leiden.“ Doch es geht auch anders.


Fedora trägt ein Blumen-Tattoo (Foto von: Katja Grundmann)
© Katja Grundmann
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Fedora trägt ein Blumen-Tattoo

Ein Blumen-Tattoo kommt direkt aus dem Garten und tut garantiert nicht weh. Ihr braucht dafür lediglich einen dicken Blütenstängel Löwenzahn und einige kleine Blüten, mit denen ihr euch schmücken wollt, zum Beispiel Gänseblümchen, Butterblumen oder Leberblümchen. Die kleinen Blüten knipst ihr direkt unterhalb vom Blütenboden ab, so dass kein Rest vom Stängel mehr dran ist.

Der milchig-weiße Saft des Löwenzahns funktioniert prima als Naturkleber. Ein kleiner Tropfen davon kommt an die gewünschte Stelle auf die Haut. Anschließend drückt ihr eine Blüte darauf und haltet sie noch einen kurzen Moment mit dem Finger fest. Schon nach einigen Sekunden hält euer Naturschmuck von alleine – wenn ihr wollt, den ganzen Tag! Und wenn ihr keine Lust mehr darauf habt, greift einfach zu Wasser und Seife.





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