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Nix wie raus im Februar

Auch wenn draußen noch alles friert, sollte man im Februar nix wie raus, bevor einem noch das erste Grün entgeht. Selbst bei Frost, Schnee und eiskaltem Wind gibt es draußen viel zu endecken.


Das Schneeglöckchen: Kleines Heizkraftwerk im Schnee

Die Ersten, die sich zeigen und den noch frostigen Temperaturen standhalten, sind die Geophyten, so genannte Erdpflanzen. Zu den Frühblühern gehören zum Beispiel Tulpen, Hyazinthen oder Schneeglöckchen. Sie alle haben unterirdische Speicherorgane – Knollen, Zwiebeln oder Wurzelstöcke – mit deren Hilfe sie trockene und kalte Zeiten überdauern können und die ihnen Kraft zum Austreiben liefern, sobald sie vom warmen Frühjahrslicht geweckt werden. Setzt noch einmal Frost ein, lässt er das Wachstum der Geophyten stocken, schadet ihnen jedoch nicht. Die Pflanzen wachsen einfach weiter, wenn die Temperaturen wieder zunehmen.


 (Foto von: Markus Botzek/Corbis)
© Markus Botzek/Corbis
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Das Schneeglöckchen kann zusätzlich mit einem ganz besonderen Trick aufwarten. Ist sein Stoffwechsel mit Hilfe der Nährstoffe in der Blumenzwiebel einmal in Gang gesetzt, produziert das Schneeglöckchen eigene Biowärme. Damit bringt der Sprössling beim Austreiben den umliegenden Schnee zum Schmelzen und kann so selbst durch die weiße Schicht ungehindert an die Oberfläche gelangen.


In der Regel zeigt das Schneeglöckchen im Februar die ersten Blattspitzen und beginnt spätestens Anfang März zu blühen. Aus den circa ein Zentimeter großen Zwiebeln wächst jeweils eine Pflanze mit einem Blütenstängel und drei graugrünen Blättern. Am liebsten mögen sie Halbschatten und feuchte, nahrhafte Böden.

In Großbritannien begann vor einigen Jahren eine regelrechte Schneeglöckchen-Manie. Immer mehr Menschen sammelten mit großer Leidenschaft die zierlichen Blümchen und zogen neue Kreuzungen heran. Mittlerweile gibt es mehrere hundert Sorten mit einfachen oder gefüllten, grün oder gelb gefärbten, spitzen oder runden Glöckchen. Auch in Deutschland werden inzwischen vielerorts Schneeglöckchentage veranstaltet, zu denen Liebhaber aus ganz Europa anreisen. Aber auch alleine macht die Suche nach den zierlichen Blümchen Spaß, also nix wie raus!



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