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Eichhörnchen: Bald nur noch mit grauem Pelz?

Gegen seine Fressfeinde weiß sich das Eichhörnchen mit List zu wehren. Doch nun droht Gefahr aus den eigenen Reihen: Von England und Italien aus erobern amerikanische Grauhörnchen die europäischen Baumwipfel


Pelzig, possierlich, puschelig: Eichhörnchen stehen in der Beliebtheit der Menschen ganz oben. Mit ihren fingerartigen Zehen und haarigen Ohren erinnern die schreckhaften Nager an kleine Kobolde. Bekommt man sie einmal kurz zu Gesicht, begeistern sie mit tollkühnen Kletterkünsten: Leichtfüßig springen sie von Ast zu Ast, flitzen kopfüber die Baumstämme herunter, sammeln Nüsse in ihren Backentaschen und sind im nächsten Augenblick auch schon wieder im Dickicht verschwunden.


Auch das Fell der europäischen Eichhörnchen rangiert von rotbraun bis schwarz: Doch ein Grauhörnchen lässt sich leicht daran erkennen, dass es keine Haarpinsel an den Ohren hat.
 (Foto von: Andrew Parkinson/Corbis)
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Auch das Fell der europäischen Eichhörnchen rangiert von rotbraun bis schwarz: Doch ein Grauhörnchen lässt sich leicht daran erkennen, dass es keine Haarpinsel an den Ohren hat.

Wilde Verfolgungsjagden

Aufgrund seiner Geschicklichkeit konnte dem Eichhörnchen bislang kein anderes Tier wirklich gefährlich werden: Selbst sein ärgster Fressfeind, der Marder, zieht bei wilden Verfolgungsjagden in den Baumwipfeln am Ende meist den Schwanz ein - besonders dann, wenn sich das Eichhörnchen ganz plötzlich von einem hohen Ast in die Tiefe stürzen lässt. Dem Marder bleibt dann nichts anderes übrig, als zu zuzusehen, wie das Eichhörnchen - seinen Puschelschwanz als Fallschirm benutzend - auf dem Waldboden landet und mit großen Sprüngen keckernd davon setzt.

Auch vor den scharfen Augen und Krallen größerer Greifvögel, wie dem Habicht, kann das Eichhörnchen seinen Pelz meistens retten: Es turnt nämlich ringsherum die Stämme der Bäume hinauf. So gelänge es noch nicht einmal einem Scharfschützen, das flinke Tierchen ins Visier zu bekommen. Warum auch? Das Zusammenleben zwischen Menschen und Eichhörnchen ist sehr friedlich: Inzwischen leben sogar mehr Eichhörnchen in städtischen Grünzonen als in Wäldern.


Gefahr aus den eigenen Reihen

Dennoch ist die Zukunft des Europäischen Eichhörnchens (Sciurus vulgaris) ungewiss. Denn plötzlich droht ihm Gefahr aus den eigenen Reihen: Der "Wolf im Eichhörnchen-Pelz" ist grau, fast doppelt so groß wie sein europäischer Verwandter und sehr gefräßig. Die Rede ist von dem amerikanischen Übersiedler Sciurus Carolinensis. In England – wo er im 19. Jahrhundert erstmals eine Kralle auf europäischen Boden setzte - gibt es heute kaum noch einheimische Hörnchen. Der Hauptgrund ist, dass über 70 Prozent der eingewanderten Grauhörnchen einen Virus übertragen, gegen den sie zwar selbst immun sind, an dem aber europäische Eichhörnchen innerhalb weniger Wochen sterben.



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