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Medizin Ist Impfen wirklich nötig?

Impfung
© Zivica Kerkez / shutterstock
Impfungen retten jedes Jahr weltweit Millionen Menschen das Leben. Trotzdem gibt es bei uns noch immer Menschen, die sich weigern, ihre Kinder impfen zu lassen. Zu Recht? Wir stellen ein paar ihrer Einwände vor – und gehen darauf ein

1. Impfungen sind gefährlich. Kinder können durch sie erkranken oder sterben.

Antwort: Wie alle Medikamente können auch Impfstoffe Nebenwirkungen haben. Aber ernsthafte Fälle sind extrem selten. Von einer Million Kindern, die heutzutage gegen Masern geimpft werden, erkrankt weniger als eines schwer. Von einer Million Kindern, die sich ungeimpft mit Masern infizieren, sterben mehr als Tausend. Es ist also ungleich sicherer, sich impfen zu lassen.

2. Die Wirksamkeit von Impfungen wurde nie bewiesen.

Antwort: Stimmt nicht. Anfang der 1960er-Jahre erkrankten in Westdeutschland noch fast 4700 Kinder jährlich an Kinderlähmung. Mit der Einführung der Schluckimpfung sank die Zahl wenige Jahre später auf 50 Fälle, heute sind es null. Das ist nur eines von vielen Beispielen, die beweisen, wie gut Impfungen wirken.

3. Viele Krankheiten, gegen die geimpft wird, kommen bei uns doch gar nicht mehr vor.

Antwort: Stimmt, Krankheiten wie Polio sind bei uns durch Impfungen verschwunden, die Masern sind selten geworden. Wenn sich hierzulande weniger Menschen impfen lassen, können sie aus anderen Ländern aber wieder eingeschleppt werden und sich hier ausbreiten, weil die Bevölkerung ihre Herdenimmunität verliert. Die Impfungen sind also immer noch nötig.

GEOlino extra Nr. 78/2019 - Medizin: Forschen, heilen, Leben retten

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