Die sieben Weltwunder Die super 7: Die ersten Wunderwerke der Welt

Zeusstatue, Artemistempel, Pyramiden: Schon vor mehr als 2000 Jahren zählte ein Schriftsteller die sieben Weltwunder der Antike auf und stellte sie angeblich sogar in einer Art Reiseführer zusammen. Entdeckt, was darin gestanden haben könnte
Pyramiden von Giseh

Pyramiden von Giseh

Die Geschichte der sieben Weltwunder

Wie die Geschichte der Weltwunder beginnt, weiß heute niemand mehr so genau. Vielleicht mit dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot. Der kommt schon im 5. Jahrhundert vor Christus auf die Idee, beeindruckende Bauwerke zu beschreiben. Von der prächtigen Stadtmauer Babylons berichtet er, von einem Labyrinth in Ägypten und von ein paar mehr.

Danach denken viele Gelehrte: Das kann ich doch auch! Einer ist der Schriftsteller Antipatros. Der zählt, wohl im 2. Jahrhundert vor Christus, in einem seiner Werke sieben wunderbare Sehenswürdigkeiten auf. Denn die Zahl Sieben gilt in der Antike als vollkommen. Die mächtigen Pyramiden Ägyptens und der Koloss von Rhodos sind dabei, die Zeusstatue von Olympia, der Artemistempel, das Mausoleum des Statthalters Mausolos und die verwunschenen Gärten der Semiramis, außerdem die Stadtmauer von Babylon. Vermutlich über die gleichen Bauten schreibt der Autor Philon sogar einen Reiseführer.

In der Folgezeit wachsen solche Wunderlisten zu umfangreichen Reisekatalogen an. Es werden nämlich ständig neue Superbauten fertiggestellt: Ab etwa 80 nach Christus können Reisende zum Beispiel das Kolosseum in Rom bestaunen, ab dem Jahr 537 die Hagia Sophia in Konstantinopel. Weil andere Sehenswürdigkeiten in Kriegen oder durch Erdbeben zerstört werden, sind diese Kataloge natürlich nie lange aktuell. Die meisten geraten bald in Vergessenheit.

Doch die Listen des Antipatros und des Philon bleiben durch die Jahrtausende im Gedächtnis der Menschen – mit der kleinen Änderung, dass die Stadtmauer von Babylon irgendwann durch den berühmten Leuchtturm von Alexandria ersetzt wird. Und obwohl sechs der sieben längst zerstört sind. Wir stellen euch die sieben Weltwunder in dieser Liste vor.

GEOlino Extra Weltwunder
GEOlino Extra Nr. 68
Weltwunder
Alles über die Wunder unserer Erde lest ihr in dieser GEOlino extra Ausgabe

Weltwunder: Pyramiden von Giseh

GUT ZU WISSEN: Als Pyramiden von Giseh werden die Grabmäler der ägyptischen Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos bezeichnet. Die Herrscher ließen sie im 3. Jahrtausend vor Christus in der Wüste erbauen.

SEHENSWERT, WEIL… sie unfassbar groß sind! Die Cheops-Pyramide besteht aus über zwei Millionen Steinblöcken und war ursprünglich knapp 147 Meter hoch! Außerdem sind die Pyramiden das einzige antike Weltwunder, das bis ins 21. Jahrhundert überdauern wird.

ANREISE: Besonders malerisch ist die Fahrt mit dem Segelschiff den Nil hinauf. Von der Anlegestelle ist es nur ein kurzer Kamelritt bis zu den Pyramiden.

BESTE REISEZEIT: Einfach immer! In Ägypten ist es das ganze Jahr über warm.

PRAKTISCHE TIPPS: Besucher sollten ausreichend Getränke mitbringen! Außerdem ist das Betreten der Pyramiden ohne Führer nicht ratsam.

ÜBRIGENS: Manche Buchautoren behaupten, dass beim Bau der Pyramiden Außerirdische geholfen hätten!

Weltwunder: Zeusstatue zu Olympia

Zeusstatue zu Olympia

Zeusstatue zu Olympia

GUT ZU WISSEN: Erschaffen wurde die berühmte Statue des griechischen Gottes Zeus um 430 vor Christus von dem bekannten Künstler Phidias in Olympia.

SEHENSWERT, WEIL… die Statue über und über mit Gold und Elfenbein verziert ist.

ANREISE: Mit dem Schiff geht es bis zur griechischen Halbinsel Peloponnes, das letzte Stück lässt sich bequem wandern!

BESTE REISEZEIT: Während der Olympischen Spiele, die alle vier Jahre vor Ort stattfinden. Dann locken Ringkämpfe, Wagenrennen und Wettläufe! Allerdings solltet ihr euch bei der Reise nicht länger als bis zum Jahr 426 nach Christus Zeit lassen. Dann wird der Tempel durch einen Brand zerstört – die Statue vermutlich auch.

PRAKTISCHE TIPPS: Besucher werden gebeten, auf die Absperrungen zu achten. Das Anfassen der Statue ist streng verboten!

ÜBRIGENS: Der römische Kaiser Caligula will die Statue im Jahr 40 nach Christus nach Rom holen. Doch Zeus zerstört dessen Schiffe und lacht sich kaputt – sagen Erzählungen.

Weltwunder: Artemistempel in Ephesos

Artemistempel in Ephesos

Artemistempel in Ephesos

ZU WISSEN: Der Tempel ist der griechischen Jagdgöttin Artemis gewidmet und wurde zum ersten Mal im 6. Jahrhundert vor Christus in der Stadt Ephesos erbaut.

SEHENSWERT, WEIL… der ganz aus Marmor bestehende Tempel bislang als schönstes Bauwerk der Welt gilt. Mit 110 Meter Länge und 55 Meter Breite ist der Bau zeitweise etwa so groß wie ein Fußballfeld!

ANREISE: Am besten mit dem Schiff. In der Antike liegt der Bau direkt am Meer.

BESTE REISEZEIT: Nicht im Winter, dann kann es kühl werden. Außerdem wird der Tempel zerstört und wieder aufgebaut – in dieser Zeit ist er eine unansehnliche Baustelle. Aber zwischen 460 und 356 vor Christus ist der erste Tempel in voller Pracht zu bewundern. Sein Nachfolger besteht bis ins Jahr 263 nach Christus. Dann wird er durch wilde Eroberer zerstört.

PRAKTISCHE TIPPS: Besucher sollten sich vor Brandstiftern in Acht nehmen! Einer von ihnen schlägt im Jahr 356 vor Christus zu.

ÜBRIGENS: Angeblich wurde der Tempel von der Amazonenkönigin Otrere gegründet. Die ist nicht nur eine Geliebte des Kriegsgottes Ares, sondern auch Mutter der Penthesilea – einem beliebten Star griechischer Sagen.

Weltwunder: Leuchtturm von Alexandria

Leuchtturm von Alexandria

Leuchtturm von Alexandria

GUT ZU WISSEN: Der Turm wurde um 280 vor Christus in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria gebaut. Er soll Schiffen den Weg in den Hafen leuchten.

SEHENSWERT, WEIL… der mehr als 100 Meter hohe „Pharos“ wahrscheinlich der erste Leuchtturm der Welt ist und als Vorbild für viele andere dient.

ANREISE: Natürlich mit dem Schiff über das Mittelmeer.

BESTE REISEZEIT: Besser nicht zu spät. Denn Erdbeben wie in den Jahren 365 und 956 nach Christus ruinieren den Pharos Stück für Stück. Den Rest gibt ihm wohl ein Beben im Jahr 1303. Danach werden seine Steine in einer Festung an der Küste verbaut.

PRAKTISCHE TIPPS: Vorsicht vor herabfallenden Steinen, die sich nach Erdbeben vom baufälligen Turm lösen können!

ÜBRIGENS: Es wird berichtet, dass das Leuchtfeuer des Pharos noch in 55 Kilometer Entfernung sichtbar ist. Doch dafür ist der Turm etwa 50 Meter zu niedrig. Tatsächlich liegt die Sichtweite wohl eher bei rund 45 Kilometern.

Weltwunder: Koloss von Rhodos

Koloss von Rhodos

Koloss von Rhodos

GUT ZU WISSEN: Die „Koloss von Rhodos“ genannte Bronzestatue zeigt den Sonnengott Helios. Sie wurde wohl im Jahr 282 vor Christus am Hafeneingang der griechischen Stadt Rhodos errichtet.

SEHENSWERT, WEIL… die Statue über 30 Meter groß ist. Zudem ist ihre Lage am Hafen spektakulär. ANREISE: Mit dem Schiff.

BESTE REISEZEIT: Zwischen 282 und 226 vor Christus. Dann kippt die Statue nach einem Erdbeben um. Mehr als 800 Jahre bleibt sie liegen, bevor sie der Legende nach arabische Eroberer abtransportieren.

PRAKTISCHE TIPPS: Mehrmals wird die Insel erobert oder geplündert, etwa von Römern und Arabern. Während dieser Zeiten ist mit Unannehmlichkeiten zu rechnen.

ÜBRIGENS: Der Koloss wird auf Bildern meist breitbeinig über der Hafen- einfahrt stehend gezeigt. Das sieht toll aus, ist aber falsch. In Wirklichkeit steht er wohl am Rand der Einfahrt.

Weltwunder: Hängende Gärten der Semiramis

Hängende Gärten der Semiramis

Hängende Gärten der Semiramis

ZU WISSEN: Angeblich wurde die prächtige Gartenanlage im 9. Jahrhundert vor Christus von der assyrischen Königin Semiramis in der Stadt Babylon angelegt.

SEHENSWERT, WEIL… die Gärten einer Berglandschaft ähneln! Dafür sorgen die Bäume und Hängepflanzen.

ANREISE: Fahrt mit dem Schiff nach Sidon oder Byblos. Von diesen Hafenstädten am Mittelmeer starten Kamel- Karawanen zu einer aufregenden Tour durch die syrische Wüste.

BESTE REISEZEIT: Im Frühling und Herbst sind die Temperaturen angenehm. Wichtig: Besucher sollten nicht zu spät kommen. Vermutlich werden die Gärten irgendwann nach dem 1. Jahrhundert nach Christus zerstört.

PRAKTISCHE TIPPS: Leider ist der genaue Ort der Gärten unbekannt. Es könnte sich lohnen, Einheimische nach dem Weg zu fragen.

ÜBRIGENS: Über die Gärten gibt es unter Wissenschaftlern viel Streit. Manche behaupten, es habe die Gärten gar nicht gegeben – weil sich keine eindeutigen Spuren in Babylon finden. Andere vermuten, sie seien im 6. Jahrhundert von König Nebukadnezar II. angelegt worden. Oder hätten sich weiter nördlich in der Stadt Ninive befunden.

Weltwunder: Mausoleum von Halikarnassos

Mausoleum von Halikarnassos

Mausoleum von Halikarnassos

GUT ZU WISSEN: Das Grabmal des persischen Statthalters Mausolos wird um 353 vor Christus in der kleinasiatischen Stadt Halikarnassos fertiggestellt.

SEHENSWERT, WEIL… es mit Marmorfiguren und kunstvollen Verzierungen ausgestattet ist. Außerdem ragt es etwa 45 Meter hoch in den Himmel. Kein Wunder, dass Grabmäler künftig „Mausoleen“ genannt werden.

ANREISE: Weil das Mausoleum nur rund 100 Kilometer vom Artemistempel entfernt ist, empfiehlt sich ein Abstecher von dort per Esel.

BESTE REISEZEIT: Wie beim Artemistempel. Besucher können sich hier allerdings mehr Zeit lassen: Erst zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert wird das Grabmal durch ein Erdbeben zerstört. Damit ist es eines der haltbareren Weltwunder der Antike.

PRAKTISCHE TIPPS: In der Spätzeit im 15. Jahrhundert ist mit schlecht gelaunten Ordensrittern zu rechnen, die mit den Steinen des Tempels eine Festung bauen wollen. Bitte nicht mit diesen Rabauken anlegen!

ÜBRIGENS: Das Mausoleum ist ein Symbol der Liebe. Nach dem Tod des Statthalters sucht seine Gattin Artemisia die besten Baumeister des Reiches, um es zu errichten.

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